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Offener BriefEs gibt Ärger um den alten Sportplatz in Roitzheim

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Ein gebogenes Metallrohr dient als Tor eines Bolzplatzes, daneben ist Schutt zu erkennen.

Teppichstangen als Tore und Baumaterialien gleich neben dem Spielfeld: Über den Zustand des alten Sportplatzes an der Lilienstraße beschweren sich Bürger aus Roitzheim.

Die Initiative „Wir Roitzheimer“ beschwert sich über den Zustand des Areals und darüber, dass Wiederaufbaugeld für das Dorf in Euskirchen landet.

Wie geht es weiter mit dem ehemaligen Sportplatz in Roitzheim? Seit der Flutkatastrophe, so führt die Initiative „Wir Roitzheimer“ in einem offenen Brief an die Euskirchener Stadtverwaltung und an die im Stadtrat vertretenen Fraktionen aus, liege das Areal an der Lilienstraße brach. Es befinde sich in einem „teilweise verwahrlosten Zustand“. Obwohl seit der Flut schon einige Zeit vergangen sei, seien bislang keine erkennbaren Maßnahmen zur Wiederherstellung, Sicherung oder sinnvollen Nutzung der Fläche ergriffen worden.

Für die Anwohner, so führt es Heinz Bataille seitens der Initiative in dem offenen Brief aus, sei dies zunehmend unverständlich. Gerade vor dem Hintergrund der umfangreichen Fluthilfemittel von Bund und Land stelle sich die Frage, warum auf dieser öffentlichen Fläche keinerlei Fortschritte erkennbar seien.

Wiederaufbaugeld für Roitzheim fließt in die Kernstadt

Bataille moniert in diesem Zusammenhang, dass Wiederaufbaugelder für Roitzheim in Höhe von rund 1,82 Millionen Euro in die Kernstadt fließen; genauer gesagt in die Sportanlage Im Auel. Dort soll die JSG Erft ein neues Zuhause finden, während der SC Roitzheim dann nach Kuchenheim umgesiedelt werden soll, wo bislang die JSG spielt.

Derweil werfe der alte Sportplatz in seinem derzeitigen Zustand auch Fragen hinsichtlich der Verkehrssicherungspflicht auf, so Bataille. Die schon seit längerer Zeit ungesicherte und ungepflegte Fläche könne insbesondere für Kinder und Jugendliche eine Gefahr darstellen.

Ein Bolzplatz inmitten von Schutt und Baumaterialien

Momentan, so führt es Bataille im Gespräch mit der Redaktion aus, diene der Platz als Ablagefläche für eine Baustelle; und inmitten von Schutt und Baumaterialien sei eine Art Bolzplatz hergerichtet worden, der aber eher als Karnevalswitz oder Schildbürgerstreich anzusehen sei. Auf einer Art Hundewiese oder Kuhweide, so heißt es in dem offenen Brief, seien zwei alte Teppichklopfstangen als Tore aufgestellt worden, zur Straße hin nur abgegrenzt durch ein „Bretterzäunchen“. Die Ballfangsicherung fehle oder sei unzureichend. Die Spielfläche auf unebenem Untergrund sei mangelhaft, und es fehle der Schutz gegenüber angrenzenden Grundstücken oder Verkehrsflächen.

„Wir Roitzheimer haben den Verdacht, dass Ortsteile für die Stadt Euskirchen keine Rolle spielen“, heißt es in dem Schreiben an Verwaltung und Politik weiter. Dabei bedürften sie der gleichen Aufmerksamkeit wie die Kernstadt und seien nicht als „Zonenrandgebiet“ zu betrachten. Enttäuscht ist Bataille darüber, dass er von der Stadt Euskirchen keine Antwort auf den Brief erhalten hat – auch nach über zwei Monaten nicht. Aus dem politischen Raum habe es ebenfalls wenig Resonanz gegeben.

Auf Anfrage der Redaktion fällt die Antwort der Stadtverwaltung kurz und knapp aus: „Die Verwaltung sucht das Gespräch mit den betroffenen Menschen aus Roitzheim und wird Lösungsmöglichkeiten erörtern.“ Danach werde man über das weitere Vorgehen informieren.