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HindernisrennenHunderte stürzten sich beim Max-Buddels-Lauf in Euskirchen ins Schlammbad

4 min
Die Rutsche ist von zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauern gesäumt.

Hinein ins Vergnügen: Von der Wasserrutsche geht’s in den Schlamm. Gaudi und Anstrengung hielten sich für die Aktiven die Waage.

Beim Max-Buddels-Funlauf in den Erftauen wurde der Anmelderekord gebrochen. Eine Startertin sprach vom „besten Event in Euskirchen“.

753 Starter stürzten sich freiwillig in den Schlamm, durchwateten ein Schaumbad und robbten unter Baumstämmen hindurch. Beim achten Max-Buddels-Funlauf im Rahmen des „Treff Natur“ in den Euskirchener Erftauen wurde ein Anmelderekord aufgestellt.

Sacha Reichelt, Bürgermeister von Euskirchen, stand am Zieleinlauf und kündigte Dinge an, die nur dann Sinn machen, wenn Buddels-Lauf ist: „Ihr seht alle so sauber aus. Ich glaube, im nächsten Jahr legen wir den Schlamm hinter die Erft und nicht umgekehrt.“ Was er meinte, war die Reihenfolge der Hindernisse auf dem 4,5 Kilometer langen Rundkurs durch die Erftauen. Dabei war auch mal die Erft zu durchwaten, in den Schlamm zu rutschen und anders mehr.

753 Aktive kamen beim Max-Buddels-Lauf in Euskirchen ins Ziel

In diesem Jahr hatten die Parcoursplaner den „Schlamm“ eben vors „Wasser“ gelegt, weshalb die 753 Aktiven, die den Zieleinlauf nach bestandenem Rundkurs passierten, aus Reichelts Sicht viel zu sauber für diese Veranstaltung aussahen, bei der die Teilnehmer nun wirklich keine Angst davor haben dürfen, sich schmutzig zu machen.

Genau das bereitet den meisten stattdessen richtig Spaß. Etwa dem fünfköpfigen Team „Kardiologie Marien-Hospital Euskirchen“. Man freue sich wieder auf den Start beim „besten Event in Euskirchen“, so Christine. Man wolle mit der Teilnahme am Spaß-Hindernis-Lauf durch Schlamm, Wasser und Schaum „die Erft besänftigen“ und sie von einem zukünftigen Hochwasser abhalten. So gesehen hatte der Lauf für sie auch einen gewissen Voodoo-Charakter.

Die jungen Leute stehen in einer Reihe nebeneinander, verdreckt und voller Schaum, aber lächelnd.

Fünf aus Marmagen, denen bei allem Schaum auch die Anstrengungen im Ziel noch anzusehen sind: Phil (v.l.), Peter, Leo, Lilly und Emma.

Zwei Männer und zwei Frauen befinden sich auf dem Hindernis.

Kraftraubend: Das Klettern durch das „Spinnennetz“ aus Seilen hoch zur Wasserrutsche.

Eine Starterin des Max-Buddels-Lauf läuft durch eine mit Schaum gefüllte Passage.

Das Waten durch das Schaumbad gehörte wie in den Vorjahren dazu.

Ein Starter des Max-Buddels-Laufs in Euskirchen wird mit buntem Farbpulver eingenebelt.

Vor dem Zieleinlauf gab's noch einen Schwall bunter Farbe: Das kam für manche der 753 Starter doch überraschend.

Ein Team eines Euskirchener Fitnessstudios freute sich vor allem auf das Schaumbad. Aus zwei Gründen: Zum einen wegen des Schaums, zum anderen, weil   danach nur noch der zu überkletternde Heuballen-Berg die Läufer vom Ziel trennt. Dass solch eine Anstrengung gemeinsam mehr Spaß denn als Einzelstarter machte, davon war auch das siebenköpfige Team von SPD-Landtagskandidatin Marie-Louise Knapp überzeugt. „Wir machen hier mit, weil das den Teamgeist stärkt. Man meistert gemeinsam Hindernisse“, so Knapp. Das war vermutlich auch mit Blick auf den anstehenden Landtagswahlkampf gemeint.

Doch bevor auch Knapp, das Team Kardiologie oder die Clique „Los Matschachos“ aus dem Raum Zülpich an den Start in 100er-Gruppen gingen, stand die Gymnastik an. Die Fitnesstrainerinnen Denise und Caro machten vor, was 753 Läufer versuchten nachzumachen: „Hoch das Bein.“ „Und jetzt das kleine Höckerchen.“ Erst nach dem Aufwärmen ging es auf die Strecke.

Das Schlammbad wartete mit besonderen Herausforderungen

Mehrere hundert Zuschauer wussten längst, wo die besten Plätze zu finden waren: Natürlich unterhalb der Rutsche am Schlammbad. „Das war tatsächlich das schwierigste Hindernis. Ich bin kopfüber untergetaucht“, so Fatini aus dem Fitnessstudio-Team, nachdem sie das Ziel erreicht hatte.

Teamkollegin Anastasia stimmte zu: „Aus dem Schlamm kam man nur schwer raus.“ Dazu waren Seile gespannt, mit denen das hilflose Umherrutschen in der braunen Brühe bei Bedarf beendet werden konnte. Beifall bekamen alle – egal, wie sie sich in den Schlamm stürzten.

Das Robben unter den Baumstämmen hindurch fand ich viel anstrengender.
Leonhard Borgmann, schnellster Teilnehmer

Das habe ihn aber gar nicht so besonders gefordert, sagte Leonhard Borgmann aus Köln: „Das Robben unter den Baumstämmen hindurch fand ich viel anstrengender.“ Er war am Ende der Erste, der die „Super-Max-Wertung“ beendete und damit der Schnellste über die Doppelrunde, also 15 Hindernisse und zehn Kilometer Strecke. „Meine Armbanduhr hat 47 Minuten angezeigt“, so Borgmann erschöpft, aber auch stolz über sein Ergebnis. Er hat den „Super-Max“ zum dritten Mal in Folge gewonnen und will 2027 den Titel erneut verteidigen.

Borgmann ist dabei nicht nur für sich selbst unterwegs. Zum einen unterstützt er sein Team, zum anderen unterwegs auch die, die nicht so fit sind wie er: „Ich gebe denen, die offenkundig Probleme haben, Tipps und muntere sie auf.“ Wie er hatten alle am Ende Wasser, Schlamm, Schaum, Geklettere durch Seile, über Stämme, unter ihnen durch und mehr überwunden.

Und dann wartete noch die Farbstaubdusche. Viola und Sylvia versprühten eine Mischung aus Maisstärke und Lebensmittelfarbe aus dem Beutel auf die Fun-Läufer, die sichtlich am Ende ihrer Kräfte waren. Sie wollten so den Zieleinlauf feiern, so Viola.

Danach aber trugen alle ihre Finisher-Medaille um den Hals. Auch Marc und Susann aus Satzvey lagen sich erschöpft, aber glücklich und komplett dreckverschmiert in den Armen. „Man muss schon regelmäßig joggen, um das hier zu schaffen“, meinte Marc. „Und auch ein ansonsten zufriedenes Leben hilft“, weitete Susann diesen Sonntagvormittag ins Grundsätzliche. Der Tag war ja, so Sacha Reichelt vor dem Start, „auch das Ende der Sommerferien“. Spätestens mit dem Lauf konnten alle ein wenig im Alltag ankommen.