Das Bürger-Experiment zum Klostergarten in Euskirchen ist abgeschlossen. Nun folgen die weiteren Planungen und einige Möbel werden abgebaut.
300 Ideen eingereichtSo könnte der Klostergarten in Euskirchen aussehen - Grüne Oase

Der Klosterplatz wird von den Euskirchenern gut angenommen. Vor allem die Sitzgelegenheiten sind sehr beliebt.
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Das Experiment ist beendet: In den vergangenen zweieinhalb Monaten waren die Euskirchener Bürgerinnen und Bürger in einem sogenannten Reallabor aufgefordert, ihre Ideen, Vorstellungen und Wünsche für die künftige Gestaltung des Klostergartens zu äußern. Und genau das haben sie getan.
Rund 500 Menschen seien vor Ort oder über das Internet erreicht worden, berichtet Omar Elfeki. Er arbeitet für „Rmpsl Landschaftsarchitekten“. Die Beteiligung der Euskirchener sei richtig stark gewesen. Die rund 500 Interessierten formulierten etwa 300 Ideen für den künftigen Klostergarten.
Zwei Hauptachsen haben sich beim Klostergarten herauskristallisiert
Bei der Bürgerbeteiligung stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie sich Aufenthaltsqualität, Klimaanpassung und Sicherheit miteinander verbinden lassen. Auf dieser Basis wurde nun das vorläufige Ergebnis für die potenzielle künftige Gestaltung des Klostergartens vorgestellt.
Es hätten sich zwei Hauptachsen herauskristallisiert, sagte Omar Elfeki: „Vom Bereich Hochstraße/Neutorwall zum Klosterplatz sowie vom Museum beziehungsweise Kulturhof ebenfalls in Richtung Klosterplatz. Diese Wege sollen künftig stärker betont werden.“
Zwischen den Wegeverbindungen ist eine große Grünfläche vorgesehen
Zwischen den Wegeverbindungen ist aktuell eine großzügige Grünfläche vorgesehen. Entlang der Ränder sollen zahlreiche neue Bäume gepflanzt werden, um zusätzliche Schattenbereiche zu schaffen und das Mikroklima zu verbessern. Weitere Bäume seien grundsätzlich denkbar, insbesondere an Stellen, an denen sich Besucher auf den Wiesen aufhalten. Angesichts zunehmend heißer Sommertage spiele der Aspekt der Beschattung eine immer wichtigere Rolle.
Gleichzeitig soll die Mitte des Parks bewusst offen bleiben. In Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern habe sich gezeigt, dass freie Sichtachsen und eine gute Übersicht als wichtige Sicherheitsfaktoren wahrgenommen werden. Statt dichter Büsche setzen die Planer daher eher auf einzelne Bäume, um die Fläche aufzulockern, ohne unübersichtliche Bereiche entstehen zu lassen. Auch Familien sollen künftig stärker berücksichtigt werden.

So könnte der Klostergarten in Euskirchen mal aussehen.
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Noch einmal war die Meinung der Euskirchener zum Klostergarten gefragt.
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Nach Einschätzung der Planer wird der Park inzwischen deutlich häufiger von Kindern und ihren Eltern genutzt als noch vor einigen Jahren. Deshalb sollen zusätzliche Spiel- und Aufenthaltsangebote entstehen – nicht nur am Rand, sondern auch in zentralen Bereichen der Anlage. Dadurch soll die Fläche lebendiger werden und dauerhaft Aufenthaltsqualität bieten.
Familien steuern den Klostergarten verstärkt an
Eine Anwohnerin bestätigte diese Beobachtungen. Gerade an heißen Tagen sei der Park ein beliebter Treffpunkt. „Da waren die Leute teilweise bis zwei Uhr nachmittags hier“, berichtet sie. Die vorhandenen Spielmöglichkeiten würden von Kindern bereits intensiv genutzt. Weitere Angebote seien deshalb sinnvoll. „Es gibt in der Innenstadt keinen schönen Spielplatz“, sagt eine junge Mechernicherin.
Sie komme immer wieder nach Euskirchen und halte sich dann vornehmlich im Bereich des Klostergartens auf. Der Platz habe sich deutlich zum Positiven verändert, sagt sie. Es sei auffällig, wie Familien den Ort gezielt ansteuerten. „Für diese Zielgruppe braucht es aber künftig mehr Action-Potenzial“, sagt die Mechernicherin.
Einen Biergarten soll es dort aber nicht geben
Zur Sprache kam auch das Thema „Lärmbelästigung“. Eine weitere Anwohnerin berichtete, dass sie Jugendliche mehrfach direkt angesprochen habe, wenn deren Musik zu laut gewesen sei. Grundsätzlich habe sie nichts gegen Musik, sagte sie, allerdings müsse ab 22 Uhr Rücksicht auf die Nachbarschaft genommen werden. Sie habe die Jugendlichen darauf hingewiesen, dass viele Menschen – etwa Pflegekräfte oder Beschäftigte im Schichtdienst – auch am Wochenende früh zur Arbeit müssten. Nach ihren Erfahrungen hätten die Jugendlichen auf solche Gespräche meist verständnisvoll reagiert.
Wir wollen den Platz in der Wahrnehmung kostenfrei lassen. Komplett. In der Stadt gibt es so viele Angebote, sich mit Eis, Essen oder Getränken zu versorgen. Da brauchen wir so etwas nicht.
Laut Omar Elfeki steht mehr oder weniger fest, dass es keine Gastronomie auf dem Gelände des ehemaligen City-Forums geben wird. Während der Bürgerbefragungen sei zwar auch immer mal wieder der Wunsch nach einem Biergarten geäußert worden, davon habe man aber Abstand genommen. „Wir wollen den Platz in der Wahrnehmung kostenfrei lassen. Komplett. In der Stadt gibt es so viele Angebote, sich mit Eis, Essen oder Getränken zu versorgen. Da brauchen wir so etwas nicht“, so der Landschaftsarchitekt.
Er könne sich aber vorstellen, dass man das Gespräch mit den Gastronomen suchen werde, die ihre Restaurants derzeit in der Galeria betreiben. Ziel sei es, die Außenbereiche der Gastronomie in Richtung Klostergarten zu öffnen. Aktuell bilden dichte Hecken dort eine Barriere.
Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt sagt: „Wir wollen kein Konzept überstülpen. Wir wollen, dass die Menschen den Platz gestalten und wir das Konzept unterstützen.“ Ob es ein bis ins Letzte ausgearbeitetes Konzept geben werde, das jeden Baumstandort auf den Zentimeter genau festlege und von der Politik verabschiedet werde, sei offen. Es könne sich auch um ein Grobkonzept handeln, weil sich der Platz mit der Zeit weiterentwickele, so der Verwaltungschef: „Das ist ein tolles Projekt für die Stadt.“
Ein Teil der Sitzgelegenheiten soll übrigens auch nach dem Reallabor im Klostergarten stehen bleiben.
