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SchüsselübergabePrinzessin Colette I. erobert mit Alaaf die Macht in Euskirchen

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Prinzessin Colette I. reckt den Schlüssel in die Höhe. Wirklich unglücklich sieht Bürgermeister Sacha Reichelt aber nicht aus.

Prinzessin Colette I. (Leber) eroberte von Bürgermeister Sacha Reichelt den Stadtschlüssel.

Euskirchens Tollität kann sich auf ihre umtriebigen Adjutanten verlassen. Bürgermeister Sacha Reichelt gab 200 Kölsch aus.

Sang- und klanglos in die Machtlosigkeit? Nicht mit Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt. Auch wenn der Verwaltungschef am Weiberdonnerstag Geburtstag hatte, Geschenke verteilte er deshalb noch lange nicht – abgesehen von den 200 Kölsch, die die Jecken an der Bahnhofstraße auf seinen Deckel schreiben durften.

Und so musste sich Prinzessin Colette I. (Leber) anstrengen, um für die kommenden Tage die Macht über die Kreisstadt zu erlangen. Aber wie es sich für eine gute Regentin gehört, hat sie einen hervorragenden Hofstaat hinter sich. Und so war es ein Kinderspiel für die Adjutantin der Prinzessin, die von Reichelt gestellten Aufgaben zu erfüllen. Zumal es durchaus praktisch sein kann, wenn eine Adjutantin die Tochter einer ehemaligen Tollität ist. Eine Aufgabe war es nämlich, einen Orden einer Ex-Tollität auf die Bühne zu holen. Patricia Flimm rannte zu ihrem Vater Teddy, der die Jecken in der Kreisstadt in der Session 2019/20 regierte – und schon war ein Haken an der Aufgabe. Auch der Schal einer befreundeten KG war schnell gefunden.

Und so war der Bürgermeister doch recht schnell – wenn auch nicht ohne Alaaf – seinen Schlüssel und damit die Macht los. Für welches der drei Rathäuser der Kreisstadt Colette I. nun aber den Schlüssel erobert hat, ließ Reichelt offen. Das neue in der City-Süd dürfte es nicht sein, denn dort will das Geburtstagskind an den kommenden Tagen ein wenig arbeiten. „Langweilig wird mir nicht, auch wenn ich den Schlüssel los bin. Ich werde noch kleinere Arbeiten erledigen, damit wir pünktlich an Ostern umziehen können“, sagte Reichelt.

Trotz des Wetters war die Stimmung am Veybach-Center gut

Wie bei den anderen Rathausstürmen quer durch den Kreis machte das Wetter den Jecken auch in Euskirchen einen Strich durch die Feierrechnung. Wer aber dachte, dass die Stimmung an der Bahnhofstraße vor dem Veybach-Center einem Trauerkaffee gleichen wird, sah sich getäuscht. Das Programm, das der Festausschuss Euskirchener Karneval auf die kleine Bühne geholt hatte, konnte sich sehen und hören lassen. So standen unter anderem die Boore und die Kölsch-Rock-Pop-Band Alius auf der Bühne und heizten den Jecken ein. Davon bekam die Delegation der KG Bleibach nichts mehr mit. Die Karnevalisten um Sebastian Kaiser hatten auf ihrer Rundreise durch den Kreis Euskirchen auch in Euskirchen Station gemacht. Ein Pittermännchen später ging es dann unter anderem zum Rathaussturm nach Zülpich – aber nicht, ohne die sehr beachtlich große Fahne der KG noch einmal im Wind wehen zu lassen.

Und Prinzessin Colette I.? Die hatte ihren Spaß, grinste übers ganze Gesicht und schmetterte ihren Sessions-Song – diesmal in einer besonderen Version. Zwar war der Text immer noch derselbe wie bei der Proklamation, aber die visuelle Untermalung war eine besondere: Zahlreiche Wiever der Prinzengarde wedelten mit ihren Pompons von links nach rechts und von rechts nach links. Und wer sich auch vom miesesten Karnevalswetter nicht vom Feiern abbringen lässt, der weiß jetzt schon, wie das Wetter am Rosenmontag auch werden wird: Die Euskirchener werden wieder das Beste draus machen.