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Fürs LebenswerkPeter Barth von der IG Südstadt erhält den Orden „Insigne Classis Turmalis“

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Der Ordensempfänger der„Insigne Classis Turmalis“ der Euskirchener Prinzengarde, Peter Barth, spricht im Saal zu einem Publikum. Er trägt einen Anzug und mehrere Karnevalsorden.

Peter Barth (mit Mikrofon) bedankte sich für die Ehrung. 

Der Orden ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal des Euskirchener Karnevals. Peter Barth wird damit als besonders verdienstvoller Jeck geehrt.

„Insigne Classis Turmalis“ – wer das nicht versteht, muss sich keine Bildungslücke attestieren. „Dieser Ausdruck ist die freie Erfindung eines Lateinlehrers, und zwar von vor 43 Jahren“, erklärt Dr. Manfred Heß, Formationsführer und Organisator des Concilium der Prinzengarde Euskirchen.

Die drei lateinischen Worte bedeuten so viel wie „Orden des Knubbels“, also „Orden für die Horde“. Ob das eine hinreichende Erklärung ist, mag man bezweifeln – fest steht: Der Begriff hat in Euskirchen Tradition, und sein Erfinder wird sich wohl etwas dabei gedacht haben.

Schausteller Barth engagiert sich seit vielen Jahren für den Karneval

Viel wichtiger ist jedoch die heutige Bedeutung des Ordens, der ein echtes Alleinstellungsmerkmal des Euskirchener Karnevals darstellt. Verliehen wird er jährlich an eine Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise um den Karneval in Euskirchen verdient gemacht hat. Die Auswahl trifft die Prinzengarde nach einem mehrstufigen Wahlverfahren, um möglichst breite Zustimmung für den Kandidaten zu erreichen. Vorschläge werden zuvor von allen Mitgliedern der Knubbel-Formation – anderswo als Elferrat bekannt – gesammelt und begründet.

In diesem Jahr fiel die Wahl auf Peter Barth von der IG Südstadt. Das Concilium bildet den festlichen Rahmen der Verleihung, bei dem die Ehrung im Mittelpunkt steht. „Das Concilium hat den Ordensträger im Mittelpunkt. Sein Vorbild soll andere anspornen, selbst im Karneval aktiv zu werden“, erklärte Heß. Peter Barth zeigte sich überrascht über die Auszeichnung und bedankte sich beim Concilium herzlich.

Der Schausteller und Unternehmer engagiert sich seit vielen Jahren für den Karneval – sowohl als Präsident der IG Südstadt als auch als Unterstützer der Euskirchener Karnevalszüge. „Wir hatten schon Zugmaschinen für sieben Wagen im Einsatz, in den letzten Jahren sind es meist vier oder fünf“, erzählt Barth stolz. Ohne seine Fahrzeuge, die in seinen Hallen auch für die Züge vorbereitet werden, wäre der Euskirchener Karneval deutlich ärmer.

Soziale Hilfsbereitschaft ist dem Ordensträger enorm wichtig

Besonders wichtig ist ihm jedoch die Hilfsbereitschaft: „Ich habe einen Sprachfehler – ich kann nicht Nein sagen, wenn jemand Hilfe braucht. Egal, in welcher Sache“, sagt er mit einem Schmunzeln. Auch über den Karneval hinaus engagiert sich Barth sozial und setzt sich für das Wohl anderer ein.

An seinem neuen Orden wird er buchstäblich zu tragen haben: Der eigens von einer Kunstgießerei gefertigte Orden wiegt stolze 2,9 Kilogramm – eine echte Herausforderung für den Nacken. Das Gewicht steht symbolisch für die Bedeutung dieser besonderen Auszeichnung, mit der die Prinzengarde vorbildliche Menschen ehrt.

Beim Concilium im Parkhotel blieb kein Platz frei. Unter den Gästen befanden sich zahlreiche Vertreter befreundeter Karnevalsvereine – und eine auffallend hohe Dichte an Fasanenfedern wippte im Saal. Fast eine halbe Stunde dauerte es, bis jeder Jeck dem Ordensträger gratuliert und ihn herzlich umarmt hatte – allen voran die Euskirchener Prinzessin Colette I.