Am Thema Künstliche Intelligenz (KI) kommt man einfach nicht mehr vorbei: Laut einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom ist 2026 das Jahr, in dem erstmals mehr als die Hälfte (57 Prozent) aller Unternehmen in Deutschland KI einsetzen. Vor einem Jahr waren es erst 36 Prozent. Gleichzeitig sehen sich neun von zehn Unternehmen aber erst am Anfang, was die Nutzung von KI bei ihren Prozessen in Planung, Fertigung und Verwaltung angeht.
After-Work-Treffen der „Young Professionals“
Die Frage, wie Künstliche Intelligenz den Arbeitsalltag speziell in Industrieunternehmen verändert und wo dadurch konkrete Vorteile entstehen, stand daher auch im Mittelpunkt eines After-Work-Treffens der „Young Professionals“ der DLG Eifel in Euskirchen. Rund 30 Teilnehmende aus unterschiedlichen Unternehmen und Branchen kamen am Firmensitz von „ID Ingenieure & Dienstleistungen“ in Großbüllesheim zusammen, um Einblicke in die industrielle Praxis zu gewinnen und sich miteinander auszutauschen.
„Unsere Initiative Young Professionals richtet sich insbesondere an junge Fach- und Führungskräfte sowie Nachwuchstalente. Sie bietet Raum für neue Impulse, persönliche Begegnungen und den branchenübergreifenden Austausch“, sagt Petra Schumacher-Hendus aus dem Vorstand der DLG Eifel. Die Treffen sollen aktuelle Themen aus Wirtschaft und Arbeitswelt mit Einblicken in regionale Unternehmen verbinden. „Ziel ist es, voneinander zu lernen, Kontakte aufzubauen und den Wissenstransfer zwischen Menschen und Unternehmen zu fördern“, so Schumacher-Hendus weiter.
ID Engineering: Hightech für die industrielle Automatisierung
Die Geschäftsführer Tobias Butscheid und Michael Mießen stellten zu Beginn des Treffens ihr Unternehmen ID Engineering und dessen technologischen Schwerpunkte vor: „Wir haben uns als Hightech-Anbieter für industrielle Automatisierungslösungen etabliert und verfolgen den Anspruch, technologisch auf Spitzenniveau zu arbeiten.“ Ein besonderes Augenmerk liegt demnach auf dem Bereich Machine-Vision und Automationslösungen, bei denen künstliche Intelligenz bereits etablierter Bestandteil der entwickelten Lösungen ist. Das spezialisierte Know-how kommt laut der beiden Geschäftsführer bei ID Engineering branchenübergreifend zum Einsatz – von der Konsumgüter- bis zur Automobilindustrie.
Praxisbeispiele: Erste KI-Schritte mit überschaubarem Aufwand
Anhand praktischer Beispiele zeigten Butscheid und Mießen im Anschluss, wie sich innovative Technologien in betriebliche Anwendungen übersetzen lassen und welche Möglichkeiten der gezielte Einsatz von KI bereits heute für das Unternehmen eröffnet. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Unternehmen auch mit überschaubarem Aufwand erste Schritte im Bereich künstlicher Intelligenz gehen können.
Besonders anschaulich wurde dies anhand kleiner digitaler „Helferlein“, die ID Engineering mit Unterstützung von KI selbst entwickelt hat. Die entstandenen Anwendungen können anschließend offline eingesetzt werden und Mitarbeitende bei alltäglichen Aufgaben unterstützen.

Ein Roboter im Einsatz.
Copyright: Frank Wiesen/DLG Eifel
Die Beispiele aus der täglichen Praxis bei ID Engineering verdeutlichten, dass ein sinnvoller Einstieg in KI nicht zwangsläufig mit umfangreichen Projekten verbunden sein muss. Entscheidend seien konkrete Anwendungsfälle, ein erkennbarer Nutzen und die schrittweise Entwicklung geeigneter Lösungen.
Kaum noch Zweifel an der Technologie
Und auch die Umfrage des Bitkom-Verbands zeigt, dass grundsätzliche Zweifel an der Technologie kaum noch in der Wirtschaft existieren: 91 Prozent der Unternehmen in Deutschland halten KI für die wichtigste Zukunftstechnologie, nach 81 Prozent im Vorjahr. Nur noch acht Prozent sehen darin einen Hype, der massiv überschätzt wird.
Verantwortungsvoller Umgang mit KI
Gleichzeitig betonten die Geschäftsführer die Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Technologie: „Klare Regeln, geeignete Sicherheitsvorkehrungen und definierte Rahmenbedingungen sind wichtige Voraussetzungen für einen verlässlichen KI-Einsatz.“
Der Ansatz von ID Engineering lasse sich daher auf einen einfachen Nenner bringen: Hightech entwickeln, KI pragmatisch nutzen und Innovation mit Verantwortung verbinden.
Positive Bilanz der DLG Eifel
Die DLG Eifel zog eine positive Bilanz der Veranstaltung: „Das große Interesse hat verdeutlicht, wie wichtig persönliche Begegnungen und praxisnahe Einblicke für die Vernetzung der regionalen Wirtschaft auch beim Thema KI sind“, so Schumacher-Hendus. (thw)

