450 Aktive tanzten in Euskirchen um die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. Die Veranstaltung musste in die Tuchfabrik umziehen.
TanzwettbewerbDie Besten aus Euskirchen fahren zur Deutschen Meisterschaft

Insgesamt rund 450 Tänzerinnen und Tänzer wollten sich beim „Dance4Fans“-Contest für die deutschen Meisterschaften qualifizieren.
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Einmal im Rampenlicht auf der Bühne stehen, vor laut jubelnden Zuschauen tanzen – das war Skylah Minks großer Traum. „Ich habe schon immer gerne getanzt. Seit drei Jahren übe ich aber regelmäßig“, berichtete die Zehnjährige. Am Wochenende sollte sich dieser Ehrgeiz endlich auszahlen. Beim Open-Showtanz-Contest der „Dance4Fans“-Reihe durfte sie das gelernte einer Jury präsentieren. „Das war erst mein zweiter Auftritt auf einer Bühne und ich war sehr nervös“, gestand sie.
Zu „slow it down“ von Benson Boone konnte sie trotz dieser Aufregung Jury wie Besucher überzeugen und räumte den ersten Platz in ihrer Altersklasse ab. „Da habe ich vor Freude sogar etwas geweint“, gestand Skylah. Mit ihrer Leistung hat sie sich für die deutschen Meisterschaften am Samstag, 30. Mai, in Heiligenhaus qualifiziert. Ein ganz besonderer Moment, nicht nur für die Tänzerin, sondern auch für ihre Eltern. „Ich glaube, ich war vor dem Auftritt noch nervöser als Skylah“, berichtete Vater Christian Minks lachend.
Der organisatorische Aufwand für die Veranstaltung in Euskirchen war hoch
Und auch Mutter Dajene Minks, die als Trainerin der gastgebenden Tanzschule Schuhmacher aktiv ist, konnte ihre Freude kaum in Worte fassen: „Ich bin natürlich unglaublich glücklich, dass Skylah auch so viel Spaß am Tanzen hat wie ich. Dass sie jetzt auch direkt den ersten Platz erreicht hat, ist einfach großartig.“ Rund 450 Tänzerinnen und Tänzer gingen am Samstag im Wohnraum der Alten Tuchfabrik an den Start.

Die zehnjährige Skylah räumte mit ihrem Tanz den ersten Platz bei den "Solo-Kids-Newcomern" ab.
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Die Freundinnen Aimée und Tess (v.l.) waren aus den Niederlanden nach Euskirchen gekommen, um an dem Tanzwettbewerb teilzunehmen.
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„Die Jury bewertet heute fast 700 Starts, da viele Teilnehmer sowohl alleine als auch in der Gruppe auftreten“, so Veranstalterin Andrea van Ommen. Ein organisatorischer Aufwand, den die Beteiligten gerne auf sich nehmen, wie die Geschäftsführerin der Tanzschule Schumacher betont: „Im vergangenen Jahr haben wir die deutschen Meisterschaften ausgetragen, da waren es sogar fast doppelt so viele Teilnehmer. Die Stimmung war aber wieder unfassbar toll.“
Eine Hiobsbotschaft sorgte wenige Tage vor der Veranstaltung für Chaos: „Am Mittwoch haben wir erfahren, dass das Stadttheater nicht zur Verfügung steht.“ Wegen möglicher statischer Mängel der Dachkonstruktion ist das Theater zunächst geschlossen. Innerhalb kürzester Zeit galt es, die Veranstaltung in die Tuchfabrik zu verlegen – die Hauruck-Aktion gelang.
Hier musste alles neu aufgebaut werden und ich war selbst ein wenig erstaunt, wie schnell das alles ging.
„Die Stadt hat uns ganz großartig unterstützt“, so van Ommen: „Im Stadttheater ist eine Bühne und die Lichttechnik schon vorhanden. Hier musste alles neu aufgebaut werden und ich war selbst ein wenig erstaunt, wie schnell das alles ging.“ Und nach der Veranstaltung blieb auch zunächst keine Zeit zum Durchschnaufen: Noch in der Nacht zum Sonntag mussten Bühne und Technik abgebaut werden, um Platz für die Modell-Börse am Folgetag zu schaffen. Von all dem bekamen die Aktiven nichts mit. Sie konnten all ihre Konzentration auf ihre Choreografien richten, um eine möglichst gute Wertung der Jury zu erreichen.
Die Freundinnen Tess und Aimée waren für diese Chance sogar extra aus den Niederlanden angereist. „Wir kennen uns seit wir ganz klein sind. Vor zwei Jahren haben wir auch zusammen angefangen zu tanzen“, berichtete die zwölfjährige Tess. „Hier sind so viele Leute und langsam werde ich richtig nervös“, fügte die ein Jahr jüngere Aimée hinzu. Von Pop-Musik über Latin und Jazz bis zu Hip-Hop waren den Tänzerinnen und Tänzern kaum Grenzen gesetzt, um bei dem fast zwölf Stunden andauernden Contest auf sich aufmerksam zu machen.
„Auf der Bühne vergesse ich alles um mich rum. Ich höre nur noch die Musik und tue das, was ich immer gern tue: Ich tanze“, so Teilnehmerin Jody. Da die meisten Akteure, die gerade nicht selbst auf der Bühne standen, im Publikum für lautstarken Jubel sorgten, war die Stimmung den ganzen Tag über bestens und so durften alle ihren ganz persönlichen Augenblick im Rampenlicht genießen.

