Beim Schützenfest der Sebastianer haben die Weilerswister kräftig mitgefeiert. Michael Schineller ist der neue König.
SchützenfestIn Weilerswist fiel der Vogel erst beim 94. Schuss

Gruppenfoto der neuen Majestäten: Michael Schineller (5.v.l.), Maren Schmidt (6.v.l.) und Thomas Braun (7.v.l.) mit Präsident Christoph Dohm (l.) und weiteren Mitgliedern der Bruderschaft.
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Wenn man den Klängen der Musikkapelle folgte, fand man sich im Handumdrehen inmitten zahlreicher Feiernder beim Schützenfest der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft in Weilerswist wieder. Besonders um den Schießstand am hinteren Ende des Platzes herrschte reges Treiben.
Auch wenn der Festzug, an dem sich viele befreundete Schützenbruderschaften beteiligten, aufgrund der hohen Temperaturen gekürzt wurde, war der Auftakt des Festes ein voller Erfolg. Laut Michael Schineller, dem Pressesprecher und diesjährigen Schützenkönig, beteiligten sich auch viele Weilerswister an der Eröffnung des Biergartens und der sich anschließenden Party sowie dem Ausschießen der Bürgervögel.
Das Schützenwesen, das sich aus den Bürgerwehren im Mittelalter entwickelte, sei eine Möglichkeit, Tradition in die heutige Zeit zu übersetzen, sagte Präsident Christoph Dohm. Doch Nachwuchs zu gewinnen werde zunehmend auch für die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft ein Problem. Die Uniformen schreckten viele junge Menschen ab. Und auch das Engagement, das die Mitglieder für den Verein aufwendeten, sei für einige nichts, bedauert Dohm.
Zwar konnte in diesem Jahr kein Bambiniprinz ausgeschossen werden, doch umso spannender gestaltete sich das Schießen der Jungschützen. Maren Schmidt verteidigte ihre Prinzessinenwürde souverän gegen drei Mitbewerber und fiel nach dem siegreichen 83. Schuss in die Arme ihrer Unterstützer.
Unter den inaktiven Mitgliedern setzte sich Thomas Braun mit dem 74. Schuss erfolgreich gegen 13 weitere Schützen durch. Nach zwei Jahren Mitgliedschaft schoss Braun zum ersten Mal mit um die Bürgerkönigswürde und konnte sich am Ende des Tages über seinen neuen Titel freuen. Im Wettkampf gegen Thomas Tampier fiel beim Königsschießen der Vogel nach dem 94. Schuss von Michael Schineller.
Mit 54 Jahren sei er im Vergleich zu anderen Königen zwar etwas spät dran und stehe eigentlich auch nicht gerne im Mittelpunkt, aber dieses Jahr habe er sich endlich einen Ruck gegeben, sagte er. Seine erste Königswürde sei für ihn etwas ganz Besonderes, da er den Verein nun schon seit 37 Jahren begleite.
