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Treffsicher80-Jährige ist zum dritten Mal Schützenkönigin in Zülpich-Nemmenich

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Gruppenfoto der Siegerinnen, die ihren jeweiligen Vogel halten, mit den Vertretern der Bruderschaft.

Bei den Schießwettbewerben in Nemmenich waren die Schützenschwestern am treffsichersten. Schützenkönigin wurde Elisabeth Wolff (3.v.r.).  

Mit dem 168. Schuss holte sich Elisabeth Wolff die Königswürde der St.-Hubertus-Schützen in Nemmenich. 2027 feiert die Schützenbruderschaft ihr 100-jähriges Bestehen.

Mit hochkonzentriertem Blick legte Elisabeth Wolff die letzten Meter zum Schießstand zurück, an dem sie am Montagabend bereits zahlreiche Male Platz genommen hatte. Dieses Mal wusste die 80-Jährige jedoch, dass der nächste Treffer der entscheidende sein könnte. „Ich habe genau gesehen, wo ich hinschießen musste, und dann habe ich einfach abgedrückt.“

Für einen kurzen Augenblick herrschte absolute Stille, während sie ihr Ziel ins Visier nahm, bevor zunächst der laute Knall des Gewehrs und direkt im Anschluss der nicht weniger lautstarke Jubel der Schützenbruderschaft diese erwartungsvolle Anspannung durchbrach. „Ich habe erst gar nicht verstanden, dass der Vogel wirklich gefallen ist. Dann war die Freude aber natürlich riesengroß“, sagte die 80-Jährige.

Gegen sechs Mitbewerber durchgesetzt

Mit dem 168. Schuss setzte sich Elisabeth Wolff gegen ihre sechs Mitbewerber durch, die alle bis zum Schluss um die Königswürde wetteiferten. Nach 2010 und 2018 darf sie nun bereits zum dritten Mal auf dem Nemmenicher Thron Platz nehmen und die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft als Kaiserin in das Jubiläumsjahr führen. „2027 feiern wir 100-jähriges Bestehen, und ich bin überglücklich, dieses Ereignis als Kaiserin miterleben zu können.“

Bereits am Sonntag war der Nachwuchs zu seinen Schießwettbewerben angetreten. Bei den Jüngsten setzte sich Zoey Schröder mit dem 21. Schuss gegen vier Mitbewerber durch und darf sich nun ein Jahr lang Bambiniprinzessin nennen. Schülerprinzessin wurde Ella Issleib mit dem 74. Schuss, und Caroline Eder reichte bereits der 13. Schuss, um als Jungschützenprinzessin festzustehen. Komplettiert wurde die in diesem Jahr ausschließlich aus Frauen bestehende Majestätenliste durch Nadine Mollenbeck, die mit dem 69. Schuss den entscheidenden Treffer beim „Wildschwein-Turnier“ setzte.

Wegen der Hitze den Weg des Festzugs verkürzt

Die Freude über die neuen Majestäten ließ auch die widrigen Umstände in den Hintergrund rücken, die den Verantwortlichen im Vorfeld des Schützenfestes einiges Kopfzerbrechen bereitet hatten. „Zwischenzeitlich hatte ich wirklich die Befürchtung, dass wir aufgrund der Hitze kein schönes Fest erleben würden“, sagte Bruderschaftspräsident Holger Marian. „Der Freitag lief auch erst ein wenig stockend an, aber am Samstag war der Platz schon wieder gut gefüllt.“ Bis in die Nacht hinein seien die Nemmenicher bei ihrem Königsball über das Tanzparkett gewirbelt und konnten somit die anfänglichen Sorgen aus der Welt schaffen.

Auch für den großen Festzug habe man eine gute Lösung finden können. „Wir haben den Zugweg ein wenig verkürzt und zwei Wasserstationen eingerichtet, weil die Gesundheit natürlich immer Vorrang hat und alle genug trinken sollten“, so Marian.

Lediglich der Parkplatz am Haus Lauvenburg, der im kommenden Jahr bei der Jubiläumsfeier ausreichend Platz für die in großer Zahl erwarteten Besucher bieten soll, konnte am Wochenende noch nicht genutzt werden. „Wir wollten schon mal einen kleinen Testlauf starten, um für nächstes Jahr gut vorbereitet zu sein, aber die Feuerwehr musste den Parkplatz wegen Brandgefahr leider sperren.“

Trotz der Temperaturen nahe 40 Grad konnte auch dieser Umstand die gute Stimmung der Nemmenicher Schützen nicht trüben. „Auch bei dem schweißtreibenden Wetter haben wir ein richtig schönes Wochenende erlebt und freuen uns jetzt schon auf ein ereignisreiches Jubiläum im nächsten Jahr.“