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History-ClubFüssenich bietet überraschende barocke Pracht in der Dorfkirche

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Der reich geschmückte Altarraum der Kirche St. Nikolau in Zülpich-Füssenich.

Der reich geschmückte Altarraum der Kirche St. Nikolaus überrascht die Besucher.

Heinz-Peter Müller hat St. Nikolaus in Füssenich zum Thema seines jüngsten Buchs gemacht.

Heinz-Peter Müller hat ein Auge für die Kleinode in seiner Heimatstadt. Und er entdeckt die versteckten Schönheiten nicht nur für sich, sondern erschließt sie auch anderen. Nicht nur, indem er die Geschichte von Kirchen und Kapellen oder auch von historischen Ereignissen sorgsam nachzeichnet und auf der Homepage seines „Historyclubs Zülpich“ veröffentlicht. Er bringt sie auch als Bücher heraus, die er dann an Seniorenheime, Krankenhäuser und andere Einrichtungen verteilt.

Jüngstes Objekt seines Forscherdrangs war die Pfarrkirche St. Nikolaus in Füssenich. Zu der hat er ein besonderes Verhältnis, schließlich ist er dort vor 70 Jahren getauft worden.

Die Kirche in Füssenich ist außen schlicht und innen üppig

Das von außen eher schlichte Gebäude überrascht mit einer üppigen barocken Ausstattung, die man wohl kaum in einer Dorfkirche der Zülpicher Börde vermutet hätte. Für Heinz-Peter Müller gehört sie „in die Liste der wohl schönsten und prachtvollsten Gotteshäuser im Erzbistum Köln“.

1913 habe es Überlegungen gegeben, die mehr als 300 Jahre alte Pfarrkirche an das Kloster zu verkaufen. Damals herrschte bei den Gottesdiensten Platzmangel in der Kirche. Und aus Geich habe es Stimmen gegeben, die ein gemeinsames Gotteshaus in der Mitte des Doppelortes gefordert hätten. Warum das Vorhaben nicht weiter verfolgt wurde, wisse er nicht, schreibt Müller. Er vermutet, dass der Ausbruch des Ersten Weltkriegs die Pläne durchkreuzt habe.

Das Gotteshaus im Zülpicher Stadtteil Füssenich.

Von außen ist das Gotteshaus im Zülpicher Stadtteil Füssenich eher schlicht gehalten.

Ausführlich schildert er die Generalsanierung der Kirche in den Jahren 2006 bis 2019, an der viele Freiwillige Helfer aus dem Ort beteiligt gewesen seien. Archäologen, die die Arbeiten begleiteten, fanden alte Fundamente, Mauern und Fußböden, die belegen, dass am Standort der Kirche aus dem 18. Jahrhundert schon im Hochmittelalter Sakralbauten oder Klostergebäude standen.

Mit großer Sorgfalt hat Müller den Hochaltar dokumentiert, der üppig mit Gold ausstaffiert ist. Ein Ölgemälde zeigt den gekreuzigten Christus, links und rechts stehen überlebensgroße Skulpturen des Heiligen Nikolaus und des Heiligen Hubertus. Eine Rarität sei das Expositorium, eine mechanische Vorrichtung, die im Gottesdienst die Hostie auf Knopfdruck aus der Tiefe des Altars hervorholt. Sie hatte lange Zeit nicht funktioniert, 1982 haben Gemeindemitglieder sie wieder in Gang gesetzt.

Heinz-Peter Müller betreibt seine Forschungen ehrenamtlich. Um die Bücher drucken zu lassen, ist er auf Spenden angewiesen. Denn die Leserinnen und Leser bekommen sie kostenlos zur Verfügung gestellt – und das seit zehn Jahren. Obwohl er seine Zielgruppe eher in der älteren Bevölkerung sieht, wie er selbst sagt, hat diesmal auch die Kita St. Elisabeth in Füssenich einige Exemplare des neusten Bands bekommen, die zur 70-Jahr-Feier des Kindergartens überreicht wurden.

Das nächste Projekt hat der fleißige Chronist schon in Angriff genommen. Thema der Publikation ist die Pfarrei St. Peter Weilerswist Zülpich – der Zusammenschluss der katholischen Seelsorgebereiche der beiden Kommunen, der zum 1. Januar 2027 geplant ist.