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Chaos im KlinikalltagTheaterverein „Lampenfieber“ trainiert Lachmuskeln mit neuer Komödie

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Elke Kogel trägt ein Kostüm und eine Perücke und gestikuliert auf einer Bühne.

Mit ihren überzogenen Ansprüchen treibt Privatpatientin Isolde von Harder (Elke Kogel) das Klinikpersonal zur Verzweiflung.

Das Stück „Kurklinik Ruutbach“ zeigt eine skurrile Verstrickung von Romanzen. Verwechslungen und aufgedrehte Figuren sorgen für Unterhaltung.

In den mittlerweile 38 Jahren seit der Gründung des Niederelvenicher Theatervereins „Lampenfieber“ sind die Mitglieder in eine kaum überschaubare Anzahl unterschiedlichster Rollen geschlüpft. Dabei verwandelten sich die Hobbyschauspieler im Rampenlicht der Theaterbühne in aufbrausende Hitzköpfe, hinterlistige Intriganten, chaotische Spaßvögel oder schüchterne Mauerblümchen.

Um diesen zahlreichen fiktiven Charakteren auch optisch Leben einzuhauchen, können sich die Akteure schon seit über 20 Jahren über die Unterstützung von Alexandra Kröll freuen.

Maskenbildnerin Alexandra Kröll ist mit Begeisterung bei der Sache

„Ich war damals noch in der Ausbildung zur Maskenbildnerin für verschiedene Filmproduktionen, als ich gefragt wurde, ob ich den Verein bei seiner Arbeit unterstützen möchte“, erzählte Kröll. Mit großer Freude habe sie sich dieser neuen Aufgabe gestellt und sei mittlerweile zu einem festen Ensemble-Mitglied der kleinen Truppe geworden.

„Ich habe in der Vergangenheit auch schon größere Jobs abgesagt, weil ich diese Aufgabe hier nicht vernachlässigen wollte“, berichtete sie weiter. Dieses Engagement wissen auch die Hobbyschauspieler sehr zu schätzen. „Alex macht das wirklich großartig“, lobte das bis heute aktive Gründungsmitglied Helga Hettmer die Maskenbildnerin und fügte lachend hinzu: „Früher musste sie mich für meine Rollen immer älter schminken, heute ist es umgekehrt.“

In der „Kurklinik Ruutbach“ steht Entspannung an zweiter Stelle

Bei der Premiere ihres neuen Stückes am Wochenende verschlug es Akteure und Publikum zum ersten Mal in die namensgebende „Kurklinik Ruutbach“. Bereits ein erster Blick auf das selbstentworfene Bühnenbild und das auffällige Tapetenmuster machte deutlich, dass mit dem Öffnen des Vorhangs nicht nur ein räumlicher, sondern auch ein zeitlicher Ortswechsel stattfand. Auch die Auslegung des Wortes „Kurhotel“ wird schon nach den ersten Begegnungen mit den Charakteren infrage gestellt, die sich neben einer erholsamen Auszeit zudem häufig nach erfolgreichen Dating-Erlebnissen zu sehnen scheinen.

Während Isolde von Harder (gespielt von Elke Kogel) als niederadlige Möchtegernfürstin lautstark ihren Anspruch auf Sonderbehandlung geltend machen möchte, sorgt Leo Linde (David Müller) in seinem verwahrlosten Outfit auf der Suche nach seiner Schwester für Verwirrung unter dem Klinikteam rund um Dr. Obst (Jana Spillmann).

Verwechslungen, Chaos und ein bald schon unüberschaubares Netz aufkeimender Romanzen, denen sich nicht einmal Pastor Engel (Carsten Zingsheim), ein Geistlicher mit besonderer Kompetenz in weltlichen Angelegenheiten, entziehen kann, sind die unausweichliche Folge.

Zwischen den Liebesbekundungen und dem Klinikalltag gelang es den Mitgliedern des Theatervereins „Lampenfieber“, ihr Publikum in eine ebenso skurrile wie humorvolle Geschichte hineinzuziehen. Unterstützt wurde das durch viele liebevolle Details im Bühnenbild, etwa die Bilder der Mitarbeiter der Klinik, die alle Hobbyschauspieler in anderer Rolle zeigten, einen gewohnt reichhaltigen Kostümfundus und dem augenzwinkernd überdrehten Auftreten der Charaktere. So versanken viele Besucher bald selbst regelrecht in dem auf der Bühne heraufbeschworenen Chaos, das auch immer wieder die Leidenschaft aller Beteiligten für das Laientheater verdeutlichte.


Es gibt noch wenige Restkarten

Die Vorfreude auf die insgesamt sieben Theaterabende in der Niederelvenicher Dorfhalle, Wichtericher Straße 43a, war auch in diesem Jahr wie gewohnt groß. Man kann dennoch einige wenige Restkarten für die Auftritte ergattern. Die Tickets sind online über die Homepage des Theatervereins sowie in der Zülpicher Boutique „AnziehFee“ während der üblichen Öffnungszeiten erhältlich. (arn)