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Bauarbeiten gehen voranDen Zülpichern wird aber noch eine Menge Geduld abverlangt

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Entlang der aufgebaggerten Straße stehen Warnbaken und frisch gepflanzte Bäume.

Der wiederhergestellte Allee-Charakter ist trotz Baustelle auf der Römerallee schon erkennbar.

An der Römerstraße und in der Innenstadt gehen die Arbeiten voran, doch fertig wird beides voraussichtlich erst in zwei bis drei Jahren.

Wer von der Autobahn in die Stadt Zülpich fährt, kann seit ein paar Wochen erahnen, wo das Großprojekt „Neugestaltung der Römerallee“ hinführen soll. Gut, noch sieht man vor allem Baustelle. Eine Fahrbahn ist nach wie vor gesperrt, von dem neuen Fahrradstreifen ist noch nichts zu erkennen, und überall stehen Warnbaken.

Doch seit einigen Tagen sind da auch Bäume. 68 Feldahorne, um genau zu sein. Gepflanzt nach dem Schwammstadtprinzip, das den Wurzeln mehr Raum verschaffen und die Versickerung von Regenwasser verbessern soll. Die Bäume habe man bewusst noch vor diesem Frühjahr gepflanzt, damit sie schon in diesem Jahr austreiben, berichtet der technische Dezernent der Stadt, Christoph Hartmann. Noch sind die Äste kahl, trotzdem sagt Hartmann: „Eigentlich ist jetzt schon der Allee-Charakter absehbar.“

Römerallee in Zülpich soll 2029 fertig sein

Bis Ende Mai soll der aktuelle Bauabschnitt, der vom Kreisverkehr am Ortsausgang bis hin zum Kreisverkehr an der Industriestraße reicht, fertig sein. Der Baustart für den nächsten Abschnitt soll dann im Herbst erfolgen. Der zweite Bauabschnitt reicht offiziell bis zum Kölntor, doch da dies eine lange Strecke sei, werde man ihn in weitere Teilabschnitte unterteilen, so Hartmann. Als Nächstes ist daher der Bereich entlang des Rewe-Marktes und des Bahnhofs an der Reihe. Wie der Busverkehr in dieser Zeit fahren soll, sei noch nicht geklärt, so Hartmann. Klar sei aber: „Die Busse werden verkehren müssen, und das wird auch gehen.“ Laut dem Dezernenten laufen derzeit die Planungen.

Insgesamt müssen sich die Zülpicherinnen und Zülpicher allerdings weiter in Geduld üben. Denn: Es wird laut Hartmann noch bis Mitte 2029 dauern, bis die gesamte Römerallee fertig ist. Grund für die lange Dauer seien vor allem Kanalarbeiten, die parallel zur Sanierung der Straße vom Erftverband durchgeführt werden. Trotzdem ist man im Rathaus guter Dinge. „Wir sind voll im Zeitplan“, betont Michael Höhn, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Bisher gebe es für die Bauarbeiten viel Verständnis aus der Bevölkerung.

Schmalere Bäume an engeren Stellen

Auch am oberen Ende der Römerallee kurz vor dem Kölntor ist laut Hartmann bei den Anwohnern wieder etwas Ruhe eingekehrt. Diese hatten vor Beginn der Baustelle viele Bedenken geäußert, was die Sanierung für ihre Situation an der engsten Stelle der Straße bedeuten könnte. „Wir sind permanent dabei, mit den Anliegern zu sprechen“, sagt Hartmann.

Die Sorge vor zu großen Bäumen, die Wohnungen verschatten könnten, habe man den Betroffenen nehmen können. An diesem Straßenabschnitt sollen zwar auch Feldahorne gepflanzt werden, allerdings schmale Säulenbäume und nicht nach dem Schwammstadtprinzip. Zum einen aufgrund des mangelnden Platzes, zum anderen, weil die Finanzierung der Bäume nach Schwammstadtprinzip vom Bund gefördert wird, weshalb diese bis Ende 2027 gepflanzt sei müssen.

In der Zülpicher Innenstadt muss noch viel getan werden

Gepflanzt werden sollen bald auch die Blühkirschen entlang der Münsterstraße in der Innenstadt. Auch hier gibt es erste sichtbare Fortschritte. Aktuell wird der Teil der Münsterstraße bis zur Kreuzung an der Kinat saniert. Bis Mitte Mai soll die Straße dann komplett fertig sein. Noch sei es im Übrigen möglich, dass die gesamte Münsterstraße zur Fußgängerzone werde, so Hartmann. „Das Thema der Verkehrsführung ist noch nicht final entschieden.“

Das Bild zeigt eine frisch gepflasterte Straße, rechts ist eine Warnbake zu erkennen, links ein Blumenladen.

Wird vielleicht doch noch zur Fußgängerzone: die Münsterstraße in der Zülpicher Innenstadt. Auch hier gehen die Arbeiten voran.

Bis es soweit ist, muss in der Innenstadt noch einiges passieren. Doch man sei hier aktuell sogar schneller als geplant, sagt der Dezernent. An der Schumacherstraße, die laut Plan erst Anfang 2027 saniert werden sollte, könne wahrscheinlich schon Anfang April mit den Arbeiten begonnen werden. Für diese Maßnahme plane die Stadt ein gutes halbes Jahr ein, und dann komme noch der Brocken Kölnstraße. Dort soll es im Frühjahr 2027 losgehen.

„Das wird noch einmal herausfordernd werden“, sagt Höhn. Denn dann finden sowohl auf der Kölnstraße als auch auf der damit verbundenen Römerallee Bauarbeiten statt. Die Stadt geht aktuell auf der Kölnstraße von rund zwei Jahren Bauzeit aus. Aufgrund der Fließrichtung des Wassers müsse die Kölnstraße vom Kölntor an Stück für Stück in Richtung Innenstadt saniert werden. Andersherum wäre es ihm lieber, sagt Hartmann. Aber da müsse sich die Stadt nach dem Erftverband richten, der auch hier parallel Kanalarbeiten durchführt.

Der Frankengraben in Zülpich soll ab Herbst umgestaltet werden

Ein weiterer Teil des großen Verschönerungs- und Sanierungspakets in Zülpich ist die sogenannte „Climaanlage“ an der Stadtmauer. Konkret soll die Grünanlage am Frankengraben erneuert und ökologisch aufgewertet werden. Das Projekt sei nun endlich bewilligt, freut sich Hartmann. In Rücksprache mit dem Landschaftsarchitekten wolle man aber erst im Herbst beginnen, da dann die beste Jahreszeit für die Pflanzungen sei. Im Frühjahr 2027 soll der neue Frankengraben dann erblühen. Fast fertig sind hingegen die Arbeiten am Rathaus. Hier fehlt laut Hartmann nur noch die neue klimafreundliche Heizung.

Auch an anderer Stelle neigen sich lange Bauarbeiten dem Ende entgegen: Am neuen Realschulanbau werde derzeit noch das Außengelände fertiggestellt, berichtet Hartmann. Anschließend soll noch die neue Blayer Straße saniert werden, bei der es sich aktuell nur um eine Baustellenstraße handele. Schon lange auf dem Sanierungszettel steht auch das Zülpicher Forum. Dafür habe man Zuschüsse aus zwei Fördertöpfen beantragt, berichtet der Dezernent. Einer sei auch schon bewilligt, der andere stehe noch aus.

Verwaltung blickt positiv auf die Kita am Hertenicher Weg

In Planung sei zudem die Erweiterung der Grundschule. Hier will die Stadt bis Ende April Fördermittel beantragen. Einen Zeithorizont, wie lange das gesamte Projekt dauern werde, könne man allerdings noch nicht nennen, berichtet Höhn.

Viel konkreter sieht es da am Hertenicher Weg aus. Die neue Kita steht bereits, ein Richtfest wurde gefeiert und der Träger habe auch schon Personal, so Höhn. Aktuell seien etwa 20 Kinder für das kommende Kita-Jahr dort angemeldet. Ausgerichtet ist der neue Kindergarten für weit mehr, nämlich 75 Kinder. Dass der Start etwas verhalten ablaufe, sei einkalkuliert, berichtet Höhn weiter. Doch die Stadt sei zuversichtlich, dass in den kommenden Jahren die ganze Kita ausgenutzt werde. „Ich glaube, da wird etwas Gutes entstehen“, so Höhn.

Ob das auch die Eltern angesichts der Verkehrssituation am Hertenicher Weg sagen werden, bleibt fraglich. Denn noch gibt es an der neuen Kita, keine gute Wendemöglichkeit, und am Hertenicher Weg parken schon jetzt oft Autos, was den Bring- und Abholverkehr erschweren wird. Hinzu kommt dann noch eine geplante Kanalsanierung in den nächsten Jahren. Im Zuge dessen soll laut Hartmann auch eine Wendeplatte in Höhe der Kita und der Flüchtlingsunterkunft gebaut werden. Außerdem plane man mehr Stellplätze ein, als eigentlich vorgesehen.

Langfristig sei man daher sehr zuversichtlich, dass an der neuen Kita kein Verkehrschaos entstehen werde. Sollten sich aber vor den Kanalarbeiten schon Probleme abzeichnen, könne man im Zuge dessen auch die Straße neu gestalten. Geduld heißt also auch hier das Zauberwort.


Baustellenführung und Tag der offenen Tür

Gebaut wird auch vor den Toren der Stadt Zülpich. Seit Herbst 2025 laufen die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt des Hochwasserabschlags vom Vlattener Bach in den Wassersportsee. Wie der Erftverband mitteilt, wurden die Fundamente für die Überlaufschwelle, das Drosselbauwerk und die Überfahrt bereits errichtet. Als Nächstes werden die Überlaufschwelle und das Drosselbauwerk betoniert.

Mehr Informationen zur Baustelle und zum Hochwasserschutzprojekt bietet der Erftverband bei zwei kostenlosen Führungen im Rahmen des Tages der offenen Türs im Seeparks Zülpich am Sonntag, 22. März, an. Die Führungen beginnen um 12.30 und 13.30 Uhr und dauern zwischen 30 und 45 Minuten. Eine Anmeldung über die Webseite des Erftverbandes ist erforderlich.

Nach der gelungenen Premiere 2025 wird auch   in diesem Jahr der Chlodwiglauf am Tag der offenen Tür im Seepark stattfinden. Mehr als 1000 Läuferinnen und Läufer werden laut Seepark erwartet. Der Tag der offenen Tür findet von 12 bis 18 Uhr statt. Für die Kleinen ist eine Kinderschminkerin vor Ort, und es gibt die Möglichkeit, noch rabattierte Jahreskarten zu kaufen. Der Eintritt ist frei.