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Schnäppchen gemachtStadt Zülpich ersteigert ein Löschfahrzeug für die Feuerwehr

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Das Feuerwehrauto steht vor der Martinskirche. Im Vordergrund sind Mencehn von hinten zu sehen, mittig vor dem Auto steht der Zülpicher Bürgermeister Ulf Hürtgen.

Vor der Ratssitzung nahmen die Stadtverordneten das neue Feuerwehrfahrzeug in Augenschein

Statt ein neues Feuerwehrfahrzeug zu bestellen, hat die Zülpicher Verwaltung an einer Zoll-Auktion teilgenommen und günstig gebraucht gekauft. Das hat Zeit und Geld gespart. 

Feuerwehrautos sind teuer. Richtig teuer. Da geht es locker um mehrere Hunderttausend Euro. Und man marschiert auch nicht einfach so zu Händlern und nimmt eins mit. Bis alles stimmt, vom Fahrgestell bis zu den Ausstattungsdetails, und bis dann das fertige Fahrzeug abholbereit ist, können Jahre vergehen. So lange wollte man in der Zülpicher Stadtverwaltung nicht warten. Obendrein muss die Kommune, die am Rande des Haushaltssicherungskonzepts balanciert, aufs Geld achten.

Deshalb ist die Stadt einen eher ungewöhnlichen Weg gegangen und hat das neue Fahrzeug für die Löschgruppe Mülheim-Wichterich bei einer Zoll-Auktion ersteigert. Über eine Online-Plattform, die die Zollverwaltung und das Informationstechnikzentrum Bund bereitstellen, können Behörden Gegenstände anbieten, die sie gepfändet, beschlagnahmt oder ausgesondert haben. Bieten kann übrigens jeder, der volljährig und geschäftsfähig ist.

Rat der Stadt Zülpich hatte 120.000 Euro für die Auktion bewilligt

Sowohl der Haupt-, Personal- und Finanzausschuss als auch der Stadtrat hatten der Verwaltung grünes Licht gegeben, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Zülpich. Maximal 120.000 Euro durfte sie ausgeben. Tatsächlich ist sie unter dem Limit geblieben und hat den Zuschlag bei 105.700 Euro erhalten. Ein bisschen mehr musste sie dann aber doch noch ausgeben.

Für Inspektion und TÜV, dazu kamen Umbauten für Blaulicht, Lade- und Funkgeräte, weitere Ausstattung und schließlich für das Branding, also für Emblem und Schriftzug der Zülpicher Feuerwehr. Das machte zusammen rund 6000 Euro. Ursprünglich waren im Haushalt 330.000 Euro vorgesehen, um ein kleineres Ersatzfahrzeug anzuschaffen. Das Vorgängerfahrzeug war im vergangenen Jahr außer Dienst gegangen, es war fast 40 Jahre alt.

Das Fahrzeug ist in Top-Zustand

Vor der jüngsten Ratssitzung waren Löschgruppenführer Karsten Kneisel und Stadtbrandmeister Jörg Körtgen mit einer Abordnung aus Mülheim-Wichterich an der Begegnungsstätte Martinskirche vorgefahren, um dem Rat das neue Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-W) vorzustellen.

Das TSF ist mit einem Wassertank ausgerüstet und einer tragbaren Pumpe, mit der Wasser auch aus offenen Gewässern entnommen werden kann. Ganz so leicht das mit der tragbaren Pumpe allerdings auch wieder nicht. Sie wiegt in der Regel um die 200 Kilo, vier Feuerwehrleute braucht es also schon, um sie im Ernstfall zu einem Brandort zu tragen, an den das große Fahrzeug nicht herankommt.

Das neue Fahrzeug wird in Niederelvenich stationiert – die Löschgruppe Mülheim-Wichterich hat zwei Standorte, nämlich ein Gerätehaus in Wichterich und eben jenes in Niederelvenich. Mit den Löschgruppen Bessenich, Juntersdorf, Weiler in der Ebene und Zülpich bildet sie den Löschzug 1 der Stadt Zülpich. Bei dem jetzt angeschafften TSF handelt sich um einen MAN TGL mit 180 PS (132 KW) und einem zulässigen Gesamtgewicht von 8,8 Tonnen. Das Fahrzeug ist knapp 15 Jahre alt, hat aber erst rund 9300 Kilometer auf dem Tacho.

Bürgermeister Ulf Hürtgen zeigte sich nicht nur vom guten Zustand des neuen Autos angetan, sondern auch durchaus zufrieden mit der etwas ungewöhnlichen Art der Beschaffung. Er sagte: „Hier hat sich wieder einmal gezeigt, was möglich ist, wenn Rat und Verwaltung sachlich und konstruktiv zum Wohl der Stadt Zülpich oder – wie in diesem konkreten Fall – zum Wohl der Feuerwehr zusammenarbeiten.“