Engagement gewürdigtZülpicher Geschichtsverein mit Heimatpreis ausgezeichnet

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Ralf Engels, Margrit Adams-Scheuer und Bürgermeister Ulf Hürtgen stehen nebeneinander, Engels hält die gläserne Trophäe.

Den Preis für den Geschichtsverein nahmen Margrit Adams-Scheuer und Ralf Engels (l.) von Bürgermeister Ulf Hürtgen entgegen.

Die Stadt Zülpich hat den Geschichtsverein mit dem Heimatpreis geehrt. Die Ehrenamtler betreiben die Geschichtswerkstatt in der Landesburg.

Der Geschichtsverein hatte sich gewünscht, den Heimatpreis im Rahmen der Ratssitzung entgegenzunehmen. Wegen der engen Verbundenheit zwischen Verein und Rathaus, wie die Vorsitzende Margrit Adams-Scheuer sagte. Dass es dann auch noch ausgerechnet die Sitzung war, in der später der städtische Haushalt verabschiedet wurde, erscheint logisch. Schließlich übernimmt der Verein eine Aufgabe, für die die Stadt derzeit schlicht kein Geld hätte.

Sein Ziel ist es, die lange Geschichte der Römerstadt jedem zugänglich zu machen – niederschwellig, allgemeinverständlich, anschaulich. Deshalb heißt das Heimatmuseum in diesem Fall auch Geschichtswerkstatt. Zülpichs Bürgermeister Ulf Hürtgen lobte das ehrenamtliche Engagement und nannte die Auszeichnung mit dem ersten Rang des Heimatpreises wohlverdient.

Der Vorsitzende Ralf Engels gab einen kurzen Überblick über die Geschichte des Vereins, der vor 120 Jahren gegründet wurde. Als das Museum der Badekultur eingerichtet worden sei, habe man eine neue Lösung für das Heimatmuseum suchen müssen. Und habe sie mit den damals neuen Besitzern der Landesburg gefunden. Und mit der Stadt, denn die zahlt die Miete.

In der Sammlung sind auch Fundstücke aus der Römerzeit

Seit 2008 funktioniert diese Konstruktion. Zehn Jahre lang habe der Geschichtsverein sogar alljährlich Überschüsse erwirtschaftet, berichtete Engels, mittlerweile schieße er Geld für den Unterhalt des Museums zu. Dessen Ausstattung sei Eigentum des Vereins, ergänzte Margrit Adams-Scheuer, sie sei mit Unterstützung der NRW-Stiftung angeschafft worden.

Auch wenn die Geschichtswerkstatt das eher angestaubte Image eines Heimatmuseums meiden will, verfügt es doch über typische Ausstellungsstücke. Fundstücke aus der Römerzeit beispielsweise oder auch den Wetterhahn, der den Turm der Kirche St. Peter geziert hat. Ralf Engels wies darauf hin, dass sich das städtische Siegel in der Sammlung befindet. Und das Zifferblatt einer Uhr aus dem 17. Jahrhundert, die ein Geschenk an die Ratsherren war. Der Zeiger steht auf ein Uhr, ein dezenter Hinweis, die Sitzungen pünktlich zum Mittagessen zu beenden.

Modern kann der Geschichtsverein aber auch. Die neueste Errungenschaft ist ein Magic Table, ein interaktiver Tisch, um Geschichte hautnah und lebendig zu erleben. Der dürfte vermutlich vor allem bei den Schülerinnen und Schülern ankommen. Denn der Verein hat es sich nicht nur zur Aufgabe gemacht, Touristen für die Römerstadt zu interessieren und der Bürgerschaft ihre Heimatstadt näherzubringen, sondern auch die Zusammenarbeit mit den Schulen zu pflegen.

Der Heimatpreis ist Teil des Förderprogramms „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet“. Seit 2019 können sich jedes Jahr Vereine, Institutionen oder Personen um die Auszeichnung bewerben – neben dem Geld gibt es auch eine gläserne Trophäe. Gewürdigt werden soziales und kulturelles Engagement, das dem Erhalt, der Pflege und der Förderung des Geschichts- und Kulturgutes oder des Brauchtums dient. 


Dorfgemeinschaften Ülpenich und Langendorf wurden ebenfalls ausgezeichnet

Einstimmig hatte der Stadtrat beschlossen, den Heimatpreis 2025 unter drei Nominierten aufzuteilen. Neben dem Zülpicher Geschichtsverein, der ein Preisgeld in Höhe von 2500 Euro bekam, waren das die Dorfgemeinschaft Ülpenich (1500 Euro) und die Dorfgemeinschaft Langendorf (1000 Euro).

Die Ülpenicher hatten den zweiten Preis im Februar auf einer Sitzung der KG Ülekrade überreicht bekommen. Gewürdigt wurde, dass die Dorfgemeinschaft mit Seniorennachmittagen, Weihnachtsbaumaktionen und Kartoffelfest den Ort lebendig halte. Die Dorfgemeinschaft Langendorf erhielt den dritten Preis für ein konkretes Projekt. Sie hatte die Toilette im Bürgerhaus renoviert und barrierefrei umgestaltet.