Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen nur noch unter bestimmten Voraussetzungen ins Bad.
„Gefährliche Situationen“Erstes Freibad in NRW schließt bestimmte Personengruppe aus

Badegäste planschen in einem Freibad im Wasser (Symbolfoto).
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Als erstes Freibad in Nordrhein-Westfalen hat das Verler Bad eine neue Einlass-Regel für die neue Saison 2026 eingeführt. Demnach dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nur noch unter bestimmten Voraussetzungen in die Einrichtung. Mit der Maßnahme wolle man für mehr Sicherheit im Bad sorgen, so die Verantwortlichen.
„Die Sicherheit steht bei uns immer im Mittelpunkt. Wir beobachten in den letzten Jahren jedoch leider immer öfter, dass grundlegende Schwimmfähigkeiten nicht bei allen jungen Badegästen selbstverständlich sind“, erklärt der leitende Schwimmmeister Björn Jann vom Verler Freibad. „Gerade an stark frequentierten Tagen, wenn das Becken sehr voll und unübersichtlich ist, kann das schnell zu gefährlichen Situationen führen. Deshalb wollen wir nicht warten, bis etwas passiert, sondern präventiv handeln.“
Neue Einlass-Regel im Verler Freibad: Ohne Bronze kein Zutritt
Die Konsequenz: Ohne Begleitung einer erwachsenen Aufsichtsperson sollen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren künftig nur noch ins Freibad dürfen, wenn sie im Besitz des Deutschen Schwimmabzeichens „Bronze“ (früher „Freischwimmer“) sind. Zudem müssen sie den Bronze-Ausweis mit ihrem Schülerausweis an der Einlasskontrolle vorlegen, sonst wird ihnen der Zutritt verwehrt.
„Wer das Bronze-Abzeichen bereits hat, zeigt den Ausweis beim Einlass zusammen mit dem Schülerausweis ganz unkompliziert vor. Ein Foto der Ausweise auf dem Smartphone wird auch akzeptiert“, erläutert Björn Jann. Ein nur an der Badekleidung befestigtes Abzeichen reiche unterdessen nicht aus.
Verler Freibad kündigt Kontrollen an – und ermöglicht Prüfungen
Das Verler Freibad kündigte zudem stichprobenartige Kontrollen im Freibad an. An besonders stark frequentierten Tagen müssten jedoch beide Ausweise direkt am Eingang vorgezeigt werden. „Kinder und Jugendliche sollen im Freibad auch weiterhin unbeschwert ihre Zeit verbringen können. Deshalb sollen die Kontrollen am Eingang so unkompliziert wie möglich ablaufen“, betont Björn Jann.
Das Bad wies zudem darauf hin, dass das Bronze-Abzeichen vor Ort abgelegt werden kann. Je nach Andrang und Personalbesetzung könne die Prüfung direkt oder zu einem vereinbarten Zeitpunkt durchgeführt werden.
DLRG veröffentlicht Zahlen für Schwimmabzeichen
2025 seien bundesweit 96.471 erfolgreiche Prüfungen für die Schwimmabzeichen Bronze, Silber und Gold abgenommen worden, teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit. „Dieses Ergebnis haben wir in den vergangenen 20 Jahren nur einmal übertroffen“, sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. 2024 waren es 95.273 Abzeichen.
Nach DLRG-Angaben ist ein wesentliches Kriterium für den Freischwimmer das ausdauernde Schwimmen - genauer gesagt müssen Aspiranten unter anderem mindestens 15 Minuten lang pausenlos schwimmen, ohne sich festzuhalten.
Trotz der Ausbildungserfolge gibt es einen Wermutstropfen: „Die Zahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass insgesamt zu viele Kinder das Schwimmen nicht erlernen“, mahnte Vogt. „Wir gehen nach wie vor davon aus, dass fast 60 Prozent der Schülerinnen und Schüler am Ende der vierten Klasse nicht sicher schwimmen können.“ (mit dpa)
