Gut entwickelt haben sich die Technischen Werke Burscheid, jedenfalls was den Geschäftsgang angeht. Christian Meuthen kann von einem wesentlich höheren Betriebsergebnis berichten. Es hat sich im vorigen Jahr von 100.000 auf 626.000 Euro verbessert. Das zeige, „dass das operative Kerngeschäft grundsätzlich wirtschaftlich stabil arbeitet“, so der Kommentar des TWB-Geschäftsführers in der Bilanz. Die operative Marge erhöhte sich ebenfalls deutlich, nämlich von 1,1 auf 6,7 Prozent des Umsatzes, der wiederum um gut eine halbe Million auf 9,4 Millionen Euro gestiegen ist. Das habe vor allem an der Abwassersparte gelegen, in der sowohl höhere Gebühren als auch gestiegene Mengen zu besseren Erlösen geführt hätten, so Meuthen.
Allerdings unterliegen die Technischen Werke auch höheren Belastungen. Die Finanzierungskosten sind stark gestiegen, seitdem die TWB keine zinslosen Kassenkredite der Stadt Burscheid mehr in Anspruch nehmen können. Seit dem Geschäftsjahr 2025 muss sich das Unternehmen auf dem Kapitalmarkt bedienen. Ältere Darlehen aus der Niedrigzinsphase seien zudem ausgelaufen, so Meuthen. Der Effekt: 2025 zahlten die TWB 1,1 Millionen Euro Zinsen. Das sind rund 116.000 Euro mehr als im Jahr davor; hauptsächlich in der Abwassersparte erhöhte sich die Zinslast.
Abwasser-Gebühren müssen steigen
Das Ergebnis der Sparte Abwasser lag 2025 um gut 198.000 Euro im Minus. Dies führt dazu, dass die Gebühren neu kalkuliert werden mussten, um das Defizit in den vier Folgejahren auszugleichen.

Christian Meuthen, Leiter der Technischen Werke Burscheid, legt eine gemischte Bilanz für 2025 vor.
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Wesentlich größer ist im vorigen Jahr das Defizit im Baubetriebshof und der Sparte Tiefbau ausgefallen. Es lag bei minus 452.000 Euro. Geschäftsführer Meuthen erklärt das zum einen mit inflationsbedingten Kostensteigerungen, vor allem im Bauwesen. Ein weiterer Grund ist sozusagen hausgemacht: Die Stadt Burscheid hat seit der Gründung der TWB ihren Ausgleichsbeitrag nicht mehr erhöht, sondern sogar insgesamt um rund 213.000 Euro verringert. Das sei nicht mehr durch Einsparungen bei Personal, Material oder sonstigen Betriebsaufwendungen zu kompensieren, so Meuthen.
Der TWB-Chef findet, dass man sich im Rathaus Gedanken machen sollte, „ob die bestehende Leistungsverrechnung mit der Stadt Burscheid die tatsächlich entstehenden Kosten weiterhin angemessen abbildet“. Mit Blick auf den stark belasteten städtischen Haushalt könnte das aber schwierig werden.
Immerhin: Mit Straßenreinigung und Winterdienst haben die TWB gut 178.000 Euro Plus gemacht. Das verringert den Fehlbetrag für 2025 auf gut 472.000 Euro. Er wird auf neue Rechnung vorgetragen.

