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SparplanBus und Bahn werden heiß diskutiert in Burscheid

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Freuen sich über den „Flinken Pendler“ zwischen Wermelskirchen und Burscheid: Christian Pohl (v. l., Technischer Beigeordneter Wermelskirchen), Marcel Frank (Geschäftsführer RVK), Marc Kretkowski (Geschäftsführer Wupsi), Stephan Santelmann (Landrat Rheinisch-Bergischer Kreis) und Uwe Richrath (Oberbürgermeister Leverkusen).

Der „Flinke Pendler“ hat nicht lange überlebt: Im Juli 2023 freuten sich Christian Pohl (v. l., Technischer Beigeordneter Wermelskirchen), Marcel Frank (Geschäftsführer RVK), Marc Kretkowski (Geschäftsführer Wupsi), der damalige Landrat Stephan Santelmann und der Leverkusener OB Uwe Richrath über die neue Verbindung.

Die vom Kreis vorgeschlagenen Streichungen im Netz bieten Anlass für eine Generaldebatte.

Der Sparplan, mit dem der Rheinisch-Bergische Kreis das Busnetz auch in Burscheid beschneiden will, stößt dort auf Widerstand. Jedenfalls bei einigen Politikern. Während sich der frühere CDU-Fraktionschef Hartmut Schepanski im Stadtentwicklungsausschuss unter Hinweis auf die Fahrgastzahlen als Bus-Skeptiker zu erkennen gab, ist Sozialdemokrat Jörg Berwe ziemlich enttäuscht über das Sparprogramm. Er lenkte den Blick auf eine neue Schnellbuslinie von Solingen nach Bergisch Gladbach, die natürlich über Burscheid führen soll. Die sollte Bürgermeister Dirk Runge in seiner Stellungnahme zum Sparprogramm unbedingt erwähnen – was aber am Donnerstagabend nicht mehrheitsfähig war. Das Land will sie, so hieß es im Ausschuss, über zwei Jahre finanzieren.

Über das, was danach geschehen könnte, machte sich Schepanski keine Illusionen. Er sieht Parallelen zur Linie X24 von Leverkusen über Burscheid nach Wermelskirchen, die nach kurzer Zeit sang- und klanglos eingestellt wurde. Sie hatte nicht viele Nutzer. Wohl, so die Interpretation des Christdemokraten, weil sie eine Schreibtischidee war. Aus seiner Sicht ist die Verbindung von Solingen nach Bergisch Gladbach „auch nicht gerade der Renner“. Weil sie nicht in die typischen Verkehrsströme passt.

Es fehlt vollständig der Blick über den Tellerrand
Joachim Wirths, FDP

Auch dem Freidemokraten Joachim Wirths passt das Sparkonzept nicht. Einzelne Verbindungen am frühen Morgen und am späten Abend zu streichen, sei „Gewurschtel an einzelnen Linien: Es fehlt vollständig der Blick über den Tellerrand.“ Pendler suchten den Anschluss zur Rheinschiene und in der Regel nach Köln. In diesem Zusammenhang sei es schon absurd, dass es auch nach vielen Jahren nicht mehr Parkplätze an der Endhaltestelle der Linie 4 in Schlebusch gibt. In Leverkusen und auch in Köln werde das Thema offenbar nicht so wichtig genommen, vermutet Wirths.

Zwei-Klassen-Gesellschaft: mit oder ohne Bahnanschluss

Für den FDP-Mann zeigt sich in der Spardebatte, in der an einzelnen peripheren Linien geknappst wird, ein Grundproblem im öffentlichen Nahverkehr: Städte mit Bahnanschluss blieben beim Sparen naturgemäß außen vor. Mit Blick auf den Ausbauplan für die S 11 sprach Wirths sogar von einer Verbesserung für die Kreisstadt.

Auf die Zwei-Klassen-Gesellschaft aus Städten mit und ohne Bahnverbindung spielte im Ausschuss auch Ulrike Hanke vom Bündnis für Burscheid an. Auch sie hält es nicht für sinnvoll, sich mit einzelnen Verschlechterungen im Busnetz abzugeben und zu verzetteln: „Wir sollten uns lieber um die Aktivierung der Balkantrasse kümmern.“ Damit würde auch Burscheid wieder eine Stadt mit Bahnanschluss.