Der ÖHHB begleitet Sterbende und Trauernde. Nun sucht der Verein ehrenamtliche Unterstützung und bietet dafür einen Infoabend Mitte August an.
EhrenamtBurscheider Hospizdienst sucht Ehrenamtliche für Sterbebegleitung

Die Koordinatorinnen Miriam Hünninghaus, Birgit Hensel, Vorsitzende Karola John und Ehrenamtler Raffael Bielzer vom ÖHHB.
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„Sterben gehört genau so zum Leben wie das Zähne kriegen“, sagt Raffael Bielzer. Er arbeitet beim ÖHHB, dem Ökumenischen Hospiz-Hausbetreuungsdienst Burscheid, und begleitet Sterbende ehrenamtlich. Seit 1998 unterstützt der gemeinnützige Verein als ambulanter Hospizdienst sterbende und trauernde Menschen aller Religionszugehörigkeiten und Nationalitäten. Das gesellschaftliche Tabu ist für die Mitarbeitenden Alltag.
Auch wenn es diesen Alltag in der Sterbe- und Trauerbegleitung nicht wirklich gebe, wie Koordinatorin Birgit Hensel berichtet. „Wann, wie oft und wie lange die Ehrenamtlichen die Betroffenen besuchen, ist ganz individuell. Das hängt zum Beispiel vom persönlichen Wunsch, der Kapazität und der Phase im Sterbeprozess ab“, so Hensel. Das Erstgespräch führt Hensel oder ihre Kollegin Miriam Hünninghaus. Sie schauen dann anhand der Bedürfnisse der betroffenen Person, welcher Ehrenamtler für die Begleitung passend ist.
Burscheider Hospiz: Der Großteil der Ehrenamtlichen ist weiblich
Auch Angehörige können sich parallel begleiten lassen. Wenn bei Angehörigen ein sehr hoher Bedarf der Begleitung entsteht, setzt der ÖHHB dafür eine weitere ehrenamtliche Person ein. Dafür braucht der Verein allerdings ausreichend Kapazitäten. 43 Ehrenamtler seien aktuell im Dienst, aber eben nicht jederzeit verfügbar, stellt die Vorsitzende des Hospizvereins, Karola John klar. „Unser Verein hat dieselben Probleme wie jeder andere Verein: Der demographische Wandel macht sich bemerkbar“, betont John.
Hinzu kommt noch, dass nur vier der 43 Ehrenamtlichen Männer sind. „Wir würden uns mehr Männer wünschen, das merken wir auch bei den Erstgesprächen“, sagt John. Hünninghaus ergänzt: „Es ist auch einfach eine Bereicherung, weil Männer noch mal einen anderen Blickwinkel mitbringen.“ Darüber hinaus würden sich die Verantwortlichen auch über jüngere Unterstützung freuen, bisher seien die meisten älter als 50.
Es hat etwas Tröstliches, wenn das Ende ein gutes Ende hat.
Deswegen sucht der ÖHHB nach neuen Ehrenamtlichen, die Interesse an Sterbe- und Trauerbegleitung haben. Ein einjähriger Befähigungskursus wird Interessierte ab Oktober auf die Tätigkeit vorbereiten, Vorkenntnisse sind dafür nicht erforderlich. „Man sollte empathisch sein, offen, verständnisvoll und Menschen zugewandt“, sagt John über die Eigenschaften, die sie sich für zukünftige Mitarbeitende wünscht.
Raffael Bielzer erlebt sein Ehrenamt laut eigener Aussage als „sehr sinnstiftend“. Schließlich fehle in vielen Haushalten heutzutage die Erfahrung mit dem Sterben, da die Familien kleiner seien und es weniger generationsübergreifende Wohngemeinschaften gebe. Das Ehrenamt hat auch Bielzers Blick auf das Sterben verändert. „Ich habe das Sterben dadurch als Teil des Lebens kennengelernt“, sagt er. Hensel schildert, dass sie durch ihre Arbeit bewusster lebe und John teilt, dass man durch die Aufgabe der Sterbebegleitung weniger Angst vor dem Sterben habe.„Es hat etwas Tröstliches, wenn das Ende ein gutes Ende hat“, so John.
Burscheid: ÖHHB hofft auf Spenden
Auf das Ehrenamt bereitet der ÖHHB Interessierte in einem Befähigungskurs vor, aber auch nach dieser Ausbildung steht der Verein den Ehrenamtlichen zur Seite: Nach belastenden Begleitungen können sich die Mitarbeitenden an die Koordinatorinnen wenden. Alle paar Monate findet außerdem eine Supervision statt, bei der sich die Ehrenamtlichen gegenseitig austauschen.
Wer für ein Ehrenamt nicht die Kapazität hat, kann den Hospizverein aber auch mit Spenden oder einer Mitgliedschaft unterstützen. Die Sterbebegleitungen werden zwar von den Krankenkassen bezuschusst, das reiche aber nicht, um alle Kosten zu decken, erklärt die Vorsitzende. Außerdem fördern die Krankenkassen die Trauerbegleitung in der Regel nicht, da Trauer grundsätzlich nicht als Krankheit gilt.
Diese Veranstaltungen bietet der ÖHHB monatlich an
Jeden dritten Samstag im Monat gestaltet der ÖHHB ein Trauercafé. Ein Begegnungscafé, das sich nicht ausschließlich mit den Themen Tod und Sterben beschäftigt, bietet der Verein jeden ersten Dienstag und Spielenachmittage jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat an. Alle Veranstaltungen beginnen um 15 Uhr.
Am Mittwoch, 12. August, veranstaltet der ÖHHB einen Informationsabend in seinen Räumen, Hauptstraße 157 in Burscheid. Beginn ist um 19 Uhr. Man kann sich per Mail oder telefonisch anmelden unter: 02174/5023. Wer diesen Termin nicht wahrnehmen kann, aber interessiert ist, kann sich ebenfalls telefonisch oder per Mail beim ÖHHB melden.
buero@oehhb.de
