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Leserbriefe „Leverkusener Anzeiger“„Bayer schert sich nicht um Solidarität mit Leverkusener Stadtgemeinschaft“

41 min
Protest bei einer Bürgerinformation zum Bayer-04-Campus im Bürgerhaus Baumberg.

Protest bei einer Bürgerinformation zum Bayer-04-Campus im Bürgerhaus Baumberg.

Hier haben unsere Leserinnen und Leser aus Leverkusen, Leichlingen und Burscheid das Wort.

Unsere Leserinnen und Leser haben hier das Wort. Wegen der großen Anzahl der Briefe kann nur eine Auswahl veröffentlicht werden; ebenfalls sind Kürzungen oft unvermeidlich. Leserbriefe können Sie unter Angabe von Namen, Kontaktdaten und Adresse per E-Mail bei der Redaktion einreichen.

19. Juli

Zu den Vorgängen um den Bayer-Campus in Monheim

Bayer schert sich nicht um Solidarität mit Leverkusener Stadtgemeinschaft

Die Vorgänge um den sogenannten Bayer-Campus in Monheim verdeutlichen wieder einmal, worum es dem Konzern und seinen Abkömmlingen schon vor 50 Jahren im Zusammenhang mit der kommunalen Neugliederung wirklich ging und immer noch geht. Man wollte die Möglichkeit der direkten Einflussnahme bei Entscheidungen des Leverkusener Rates durch die drohende Eingliederung der bis dahin kreisfreien Stadt Leverkusen in einen neuen Kreis mit unabhängigen Kreistag nicht verlieren. Daher baute man für die Bevölkerung den Popanz „Eingemeindung nach Köln“ auf und forcierte die Bewegung „LEV muss leben“.

Am Beispiel Monheim erlebt man bei Bayer nun staunend, was es heißt, wenn ein Stadtrat selbstständig entscheidet. Dreimal hat der Monheimer Rat sich nun mehrheitlich gegen den „Campus“ ausgesprochen. Doch der „Weltkonzern“ versteht es offensichtlich immer noch nicht. Wie damals schalten sich plötzlich Politiker von außerhalb ein. Diesmal wird Druck auf Mitglieder des Monheimer Stadtrates aufgebaut. Leverkusener CDU-Vertreter wollen ihren Monheimer Parteikollegen ins Gewissen reden und angeblich mahnt sogar Herr Wüst ein „übergeordnetes Interesse des Landes“ an und warnt vor einer Blamage für die Olympiabewerber. Eine völlige Verdrehung der Tatsachen, denn man hatte ja im Vorfeld mit Nachhaltigkeit und dem Vorhandensein der meisten Sportstätten argumentiert.

Die Vorgehensweise von Bayer zeigt deutlich, wie wenig sich der Konzern noch um die Solidarität mit der Leverkusener Stadtgemeinschaft schert. Man unterstützt unverhohlen und gegen die Interessen der Bevölkerung die brutalen Autobahnausbaupläne, stellt deren Umsetzung als unausweichlich hin, beklagt dann den Verlust der benachbarten Trainingsmöglichkeiten, um am Ende in Monheim penetrant Stimmung zu machen. Ist es eigentlich bei alledem verwunderlich, dass scheinbar der Widerstand gegen den Autobahnausbau gerade in der Leverkusener CDU schwächer wird und man sich in Politik und Verwaltung nunmehr „gesprächsbereit“ zeigt.

Anstatt sich in Monheim einzumischen, sollte der Leverkusener Rat endlich einmal klar Stellung beziehen zum rücksichtslosen Gebaren des Bayer-Konzerns und seiner Ableger. Das gilt aktuell auch für die jahrelange massenhafte Grundwasserentnahme trotz längst abgelaufener Genehmigung, das Verunreinigen des niederländischen Trinkwassers und die Behauptung, es gebe keine Filter für die Ewigkeitschemikalien. 

Roland Hölzer, Leverkusen


Zu „Das Ende der Klassiksonntage“ am 18. Juni

Arme Kulturstadt Leverkusen

Ich bin außerordentlich enttäuscht von der Art und Weise, wie mit uns Konzertabonnenten umgegangen wird. Es war ein echtes Sonntagsvergnügen: Angefangen mit den sehr fundierten Einführungen. Der Dirigent, Herr Joeres ließ in besonderer Weise das abendliche Konzert „vorschmeckend“ genießen. Das alles soll es nicht mehr geben. So geht man nicht mit einem Orchester, mit Zuhörern und dem Dirigenten, Herrn Joeres, um. Die WSL spielte mit solcher Freude und Engagement. Ein Abschlusskonzert wäre da das mindeste gewesen, was man auch den Zuhörern hätte bieten können, zum großen Teil Abonnenten, die dem Orchester und seinem Dirigenten über Jahrzehnte die Treue hielten. Für die Einführungsvormittage waren die erforderlichen 6000 Euro aufgebracht worden. Einen Dirigenten wie Herrn Joeres, einen „Edelstein“ gibt es nicht ein zweites Mal. Er war ein Geschenk für Leverkusen. Arme Kulturstadt Leverkusen! 

Hildrun Haase, Odenthal


12. Juli

Zu „Weiterer Verdacht auf Sozialbetrug“ am 10. Juli

Konsequentes Handeln bei Rechtsverstößen

Die extreme Hitzewelle der vergangenen Woche hat gezeigt, wie verletzlich unsere Städte gegenüber den Folgen des Klimawandels sind, und hat leider auch in Leverkusen Menschenleben gekostet. Bei ernst genommenem städtischen Klimaschutz könnten diese Menschen vielleicht noch leben. Mein besonderer Dank gilt insbesondere den Beschäftigten im Gesundheitswesen, den Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und allen weiteren Helferinnen und Helfern, die unter extremen Bedingungen für die Menschen in Leverkusen da waren. Umso mehr beschäftigt mich eine andere Frage: Gilt geltendes Recht in unserer Stadt eigentlich konsequent für alle? Nach dem Aktionstag gegen Problemimmobilien, bei dem unter anderem auch der KOD, das Jobcenter Leverkusen, Stadtverwaltung, Polizei, die Feuerwehr und unser Leverkusener Oberbürgermeister anwesend waren, erklärte unser Oberbürgermeister Stefan Hebbel in der städtischen Pressemitteilung vom 9. Juli zum Aktionstag zu Recht: „Wer gegen geltendes Recht verstoße, müsse mit konsequentem Handeln rechnen“.

Dem kann man nur zustimmen. Rechtsstaatlichkeit bedeutet schließlich, dass Gesetze unabhängig vom jeweiligen Thema angewandt werden. Auf der anderen Seite fragen sich die Leverkusener Bürgerinnen und Bürger dann aber zu Recht – wie wichtig sind Sicherheit und Ordnung der CDU wirklich? Wie wichtig sind die Gesetze, das Grundgesetz, das Informationsfreiheitsgesetz, das Bürgerliche Gesetzbuch, die unser demokratisches Zusammenleben regeln, wenn die CDU sie zum Teil abschaffen will oder unterschiedlich wertet? Wenn wir die Aussage von unserem Oberbürgermeister Stefan Hebbel ernst nehmen, dann müsste dies z. B. auch für § 8 der Bauordnung NRW gelten, die das unrechtmäßige Anlegen von Schottergärten verbietet. Gerade begrünte Vorgärten leisten einen wichtigen Beitrag gegen Hitze, fördern die Artenvielfalt und verbessern das Stadtklima. Die konsequente Anwendung geltenden Rechts dient deshalb nicht nur dem Umweltschutz, sondern auch dem Schutz der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger. Viele Bürgerinnen und Bürger investieren bereits Zeit und Geld in begrünte Vorgärten und halten sich damit an die geltenden Vorschriften, andere tun dies nicht – und das oft nur aus Unkenntnis, manchmal vielleicht auch bewusst.

Deshalb braucht es zunächst Aufklärung und Unterstützung. Gleichzeitig darf aber nicht der Eindruck entstehen, dass manche Gesetze konsequent durchgesetzt werden und andere nicht. In einer Zeit, in der rechtsextreme Kräfte und insbesondere die AfD das Vertrauen in demokratische Institutionen gezielt schwächen wollen, sollten demokratische Parteien und Verantwortungsträger besonders darauf achten, Recht und Gesetz glaubwürdig und nachvollziehbar anzuwenden. Vertrauen entsteht dort, wo Regeln für alle gelten – unabhängig davon, ob es um Sicherheit, Ordnung oder Klimaschutz geht. Wer fordert, dass Gesetze eingehalten werden, sollte dies bei allen Gesetzen gleichermaßen tun.

Alexandra Jorns, Leverkusen


Zu „EVL eröffnet neues Kundencenter“ am 4. Juli

Die Stadt als lukrative Beute

Da war ich wirklich überrascht, als ich lesen musste, dass der Geschäftsführer der EVL, Herr Eimermacher, vorzeitig – ohne besondere Begründung – abberufen werden soll, obwohl sein Vertrag bis 2028 läuft. Denn ich erinnere mich noch gut daran, dass Herr Eimermacher, seinerzeit Fraktionsvorsitzender der CDU im Leverkusener Stadtrat, mit überwältigender Mehrheit aus CDU, SPD und Grünen – ich glaube mittlerweile als einziger Kandidat für diesen Posten – nominiert wurde. Natürlich gab es auch damals einige Querulanten im Stadtrat, die diese Nominierung als parteiinternen Filz bezeichneten, um einen ergiebigen Posten zu erlangen. Doch war Herr Eimermacher in den Augen der Mehrheit des Stadtrates die beste und kompetenteste Wahl für diesen Geschäftsführerposten, und seine langjährige Tätigkeit im Stadtrat Leverkusen für die CDU und als Fraktionsvorsitzender spielte dabei absolut keine Rolle. Eben die auch für Spitzenbeamte wie unsere Dezernenten sogenannte Bestenauslese für Leverkusen hatte hier gegriffen und zum Erfolg geführt.

Und jetzt soll Herr Eimermacher vorzeitig trotz seiner offensichtlichen Kompetenzen abberufen werden? Was hat sich geändert und wie steht der Stadtrat dazu? Wird ihm nun die Kompetenz als alleiniger Geschäftsführer auf einmal abgesprochen, da er kein Wirtschaftswissenschaftler ist und war? Und warum wartet man nicht einfach das Auslaufen des Vertrages ab? Nein, vielmehr wird natürlich eine Abfindung bezüglich des „fetten Gehalts“ neben dem neuen fetten Gehalt für den neuen Geschäftsführer gezahlt werden. Sehr merkwürdig, oder wartet da schon wieder ein neuer superkompetenter Kommunalpolitiker auf seine wohlverdienten Meriten und die Ausschreibung muss natürlich formal durchgeführt werden?

Es ist schon mehr als erstaunlich, was sich klamme Kommunen so fiskalisch beim Spitzenpersonal leisten. Da werden fehlerbehaftete Dezernenten nicht abgewählt und monate- bzw. jahrelang bei vollen Bezügen als Spitzenbeamte vorläufig in den Ruhestand versetzt, Geschäftsführer ohne Not vorzeitig mit „fetten Abfindungen“ abberufen und uns Bürgern wird erklärt, dass im Bürgerbüro nebenan der Service aufgrund fehlender Mittel eingeschränkt werden muss. Aber ich vergaß, es gab und gibt ja immer wieder neue verdiente Kommunalpolitiker oder Fraktionsvorsitzende, die sich für die Bestenauslese stark machen. Der Staat oder die Stadt als lukrative Beute, auch ein schönes Geschäftsmodell.

Thomas Gessner, Leverkusen


Zu „Das Ende der Klassiksonntage“ am 18. Juni

Ein fatales Zeichen für die Kultur der Stadt

Mit Empörung haben wir den Artikel „Das Ende der Klassiksonntage“ im Stadtanzeiger gelesen. Wie das städtische Kulturamt mit uns langjährigen Abonnenten, mit der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen und ihrem Dirigenten, Herrn Dirk Joeres, umgeht, ist – gelinde gesagt – eine Unverfrorenheit. Seit 1987 freuen wir uns auf die Konzerte der WSL und seit nun fast 20 Jahren auf das tolle Angebot der Klassiksonntage mit dem Profiorchester unter seinem Spitzendirigenten Dirk Joeres.

Nicht nur die Auswahl des Programms, sondern auch die Darbietung sind Weltklasse, und Leverkusen müsste stolz sein auf sein Orchester. Ein besonderes Highlight ist jedes Mal die Einführung im Schloss, das auch ein Highlight in Leverkusen ist. Das ist keine mehr oder minder interessante und kopflastige Einführung ins Programm, die man sich ebenso aus dem Internet holen kann, sondern ein sehr kurzweiliges, zweistündiges Gesprächskonzert mit Solisten und Pianisten. Es mag sein, dass die öffentliche Generalprobe nur wenig Interessenten findet, die Einführung im Schloss ist immer sehr gut besucht. Als ganz besonders ärgerlich empfinden wir langjährigen Abonnenten, dass wir so spät mit dem Ende der Klassiksonntage konfrontiert wurden und ein Abonnement kündigen sollen, das es überhaupt nicht mehr gibt.

Dass Leverkusen das „Bonbon“ der Klassiksonntage aufgibt, ist ein fatales Zeichen für die Kultur der Stadt. Wir hatten uns schon sehr auf das 40-jährige Jubiläum im nächsten Jahr gefreut und hoffen, dass das Kulturamt der Stadt das Orchester und seinen Gründer und Dirigenten wenigstens mit einem Konzert würdig verabschiedet.

Emmy Kühnert und Renate Nels, Leverkusen


Zu „GBO-Chef widerspricht Darstellung der Stadt“ am 16. Juni

Dieses Mal muss Denkmalschutz den Kürzeren ziehen

Mit Interesse habe ich die Diskussionen und Leserbriefe zur beabsichtigten Baumaßnahme des Gemeinnützigen Bauvereins Opladen in der Schillerstraße gelesen. Hier handelt es sich wiederum um einen klassischen Zielkonflikt (Denkmalschutz – Daseinsvorsorge). Angesichts hoher Mieten und fehlendem Wohnraum in unserer Region muss meines Erachtens der Denkmalschutz in diesem Falle den Kürzeren ziehen. Wohnen ist ein Existenzbedürfnis. Deshalb habe ich volles Verständnis für Herrn Dederichs, der sich bei der Mitgliederversammlung des GBO darüber aufregte, dass die Stadt Leverkusen die Prüfung des Denkmalschutzes für dieses Gebäude beantragt hat.

Bei entsprechender Einstufung würden über 30 Wohnungen nicht gebaut werden können. Denkmalschutz ist sicherlich wichtig, aber in Opladen sollte man sich lieber diesbezüglich auf das Gebäude der ehemaligen Landwirtschaftsschule konzentrieren und eine vernünftige Nutzung in Betracht ziehen. Auch sei daran erinnert, dass das Amtsgericht Gott sei Dank erhalten geblieben ist und die Schule im Hederichsfeld wunderbar im alten Stil saniert wurde. Der Gemeinnützige Bauverein schafft bezahlbaren Wohnraum, garantiert keine absurden Mieterhöhungen oder Kündigungen wegen Eigenbedarfs.

Wie alle Genossenschaften ist der GBO nicht renditeorientiert und damit liegen die Nutzungskosten deutlich niedriger als die Mieten auf dem freien Markt. In der derzeitigen Situation auf dem Wohnungsmarkt sollten dem GBO keine Steine in den Weg gelegt werden.

Walter Schröder, Leverkusen

6. Juli

Zu „Trotz Finanznot Spielräume schaffen. Kein Wald der Jugend“ am 30. Juni

Bäume zu pflanzen, ist nicht verzichtbar

Wald der Jugend und Freundschaft – vor 37 Jahren beschlossen, jetzt das Aus? Die Entscheidung, den „Wald der Jugend und der Freundschaft“ in Rheindorf nun endgültig zu beerdigen, ist ein fatales Signal – ökologisch, politisch und moralisch. Sie fällt zudem in eine Zeit, in der Deutschland unter einer historischen Hitzeperiode leidet, mit Waldbrandwarnstufen, ausgetrockneten Böden und einer Klimadynamik, die längst nicht mehr abstrakt ist, sondern täglich spürbar. Genau jetzt wäre konsequentes Handeln notwendig – und kein Rückzug.

Hinzu kommt: Die Idee dieses Waldes ist nicht irgendeine lokale Laune, sondern ein Jugend- und Freundschaftsprojekt, das seinen Ursprung in Leverkusens Partnerstadt Oulu in Nordfinnland hat. Dort pflanzen junge Menschen seit den 1980er-Jahren gemeinsam Waldstücke – ein sozial-ökologisches Gemeinschaftswerk, das Identität stiftet und Generationen verbindet. Leverkusen hat diese Idee 1989 aufgegriffen und politisch beschlossen, also bereits vor 37 Jahren. Seitdem wurde das Projekt mehrfach bestätigt, zuletzt einstimmig durch die Bezirksvertretung I im September 2021. Die Verwaltung hatte keinerlei naturschutzrechtliche Bedenken, die Fachverwaltung sah das Vorhaben im Einklang mit den Entwicklungszielen.

Es lag also alles vor, was man für eine Umsetzung braucht: politische Zustimmung, fachliche Zustimmung, historische Kontinuität – und ein internationaler Ursprung, der die Bedeutung des Projekts noch verstärkt. Umso irritierender ist die nun öffentlich geäußerte Haltung der CDU-Fraktion. Dieselbe CDU, die 2021 noch betonte, der damalige Initiator Bernhard Marewski (und Autor dieses Leserbriefs, Anm. d. Red.) sei „seiner Zeit weit voraus“ gewesen und habe „einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz geleistet“, dieselbe CDU, die den Abschluss des Projekts forderte, weil „mehr als 30 Jahre ins Land gezogen“ seien – genau diese CDU stimmt nun gemeinsam mit SPD und FDP gegen die Aufforstung. Das ist ein bemerkenswerter Wandel des ökologischen Bewusstseins.

Dazu passt, wenn in Leverkusen derzeit aus „Kostengründen“ auf Nachpflanzungen von Straßenbäumen verzichtet werden soll und sogar auf Schulhöfen wie an der Montanus-Realschule, wo zahlreiche Bäume für Containerbauten gefällt worden waren. In Zeiten des Klimawandels sind Bäume keine „freiwillige Aufgabe“, sondern elementare Infrastruktur: Sie kühlen Städte, speichern Wasser, filtern Luft und schützen Gesundheit. Wer das ignoriert, handelt fahrlässig. Die Stadt Leverkusen befindet sich in einer Haushaltskrise – das ist bekannt. Aber Klimaschutz ist kein Luxus, den man sich leistet, wenn es finanziell passt. Er ist eine Pflicht gegenüber kommenden Generationen.

Ein „Wald der Jugend und der Freundschaft“ wäre nicht nur ein ökologisches Projekt gewesen, sondern ein pädagogisches, ein identitätsstiftendes, ein verbindendes. Ein Ort, an dem junge Menschen buchstäblich Zukunft pflanzen. Dass dieses Projekt nun ausgerechnet in einer Zeit aufgegeben werden soll, in der die Klimakrise täglich deutlich sichtbarer wird, ist ein Fehler.

Bernhard Marewski, Leverkusen


Zu „Remigius-Krankenhaus bei Hitze zeitweise überlastet“ am 29. Juni

Klimaschutz verpasst

In diesen Tagen ist wahrscheinlich in Leverkusen das eingetreten, was vermeintlichen Klima-Apokalyptikern als Panikmache angehangen wurde: Es wird Hitzetote geben. Besonders in der Dekade des letzten Oberbürgermeisters – sicherlich eine entscheidende Phase für effiziente Strategien der Klimaanpassung – haben politische Entscheidungsträger wider besseren Wissens mehrheitlich alles darangesetzt, Klimaschutzmaßnahmen wie die Baumschutzsatzung, das Verbot von Schottergärten und eine Durchgrünung zu boykottieren.

Mit dem Schutz von vitalen Lebensinteressen der Bevölkerung hat das nichts zu tun, aber mit Einflussnahmen egoistischer Einzelinteressen von Grundstücksbesitzern und kommerziellen Bodenversieglern. Just am Gesundheitstag der Stadt Leverkusen kommt es zum Klimakollaps mit allen negativen Begleiterscheinungen. Zufällig passend, dass unsere Feuerwehr eine Sprühnebel-Einrichtung in der City vorführt. Andere Stadtteile wie Opladen, Lützenkirchen und Schlebusch hätten sicherlich einen solchen Sprühnebel als Zeichen verantwortungsbewusster Daseinsvorsorge auch gerne vorgefunden.

Auf die Zukunft hin betrachtet, kann man es auch so sehen: Langfristig ignorante Klimapolitik schädigt nicht nur Leib und Leben, sondern bringt auch das Wirtschaftsleben immer wieder zum Erliegen. Nur angenehme, klimageschützte Stadtzonen lassen Ladenkassen weiter klingeln. Warum erreicht dieses Wissen die Köpfe von vielen Politikerinnen und Politikern nicht?

Raimond Schmahl, Leverkusen


Zum Straßenbau in Leverkusen (ohne Artikelbezug)

Der Straßenbau geht zu langsam

Die Stadt Leverkusen hatte Ende letzten Jahres die Instandsetzung der Straßen Saarstraße und Am Dhünnberg angekündigt und dann sehr zügig die Baustellen eingerichtet. Schon damals überraschte die Aussage bezüglich der Saarstraße, dass dies circa ein Jahr dauern sollte, und dies bei einer Länge von lediglich 850 Metern. Nun denn, die Stadt (vermutlich im Zusammenwirken mit ihren Technischen Betrieben, TBL) scheint Wort zu halten oder sich eventuell sogar zu übertreffen: Stand heute sind ungefähr 100 Meter der Saarstraße nach nur einem halben Jahr teilweise fertiggestellt und weitere circa 100 Meter gesperrt und grob angearbeitet. Die grob 150 Meter Am Dhünnberg wurden nach circa einem halben Jahr fertiggestellt.

Zum Vergleich: In der gleichen Zeit hat die viel gescholtene Autobahn GmbH zwölf Kilometer Autobahn (zwei Fahrbahnen, Standstreifen, Abwasser usw.) auf der A59 von Düsseldorf Süd bis zur Ausfahrt Monheim komplett fertiggestellt. Mich würde es nicht wundern, wenn Leser zahlreiche weitere Beispiele dieser Art in unserer Stadt benennen können. Unnötig zu erwähnen, dass man sehr selten die anscheinend öffentlichkeitsscheuen Arbeiter oder Bewegungen von Gerät beobachten kann. Immerhin sitzt man jetzt in der Trattoria an der Saarstraße wunderbar ruhig auf der Terrasse. Das ist seitens der Verwaltung und TBL eine inakzeptable, desaströse „Leistung“. Oder doch nur ein raffiniertes ökologisches Glanzstück zur Verkehrsberuhigung? Wann liefert das Verkehrsdezernat? Ich hoffe, unser noch recht frisch im Amt befindlicher OB sorgt hier für ein besseres Tempo.

Uwe Baust, Leverkusen


Zu „Pünktlich kommt die Benzinpreiserhöhung“ am 3. Juli (nur in der gedruckten Ausgabe)

Der Tankrabatt war dumm

Zwiespältig war meine Reaktion auf diesen Tankrabatt: Einerseits ärgerlich, da ich als Radfahrer zwar als Steuerzahler dafür bezahlen musste, aber nichts davon hatte. Andererseits ist meine Teilnahmeart am Verkehr gefeit gegen solche reinen Spekulationsgewinne der Ölindustrie. Zukunftsgewandt wäre entweder eine Senkung der Stromsteuer gewesen, von der alle Verbraucher Nutznießer gewesen wären und die die Elektromobilität gefördert hätte, oder eine Subvention des Deutschlandtickets. Aber ist’s nicht merkwürdig, wie sich das reimt: Brumm, brumm, brumm, Tankrabatt, wie dumm.

Manfred Urbschat, Leverkusen


Zu „Die Balkantrasse wird bienenfreundlich“ am 16. Mai

Lob für die Stadtverwaltung

Danke an die Stadt Leverkusen für die Unterstützung des neuen Baumparcours an der Balkantrasse. In herausfordernden Zeiten ist es schon sehr erfreulich, wenn Städte lokale Projekte unterstützen. Bei der Realisierung des neuen Baumparcours an der Balkantrasse hat sich die Stadt Leverkusen absolut vorbildlich verhalten. Denn erst der großartige Einsatz des Fachbereiches Stadtgrün hat dieses im wahrsten Sinne zukunftsweisende Projekt möglich gemacht. Auch das Engagement der Stadtverwaltung Leverkusen wurde im Artikel des „Leverkusener Anzeigers“ herausgestellt.

Engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Stadtgrün Leverkusen halfen bei der Planung, übernahmen die Pflanzarbeiten der außergewöhnlichen Baumarten und gießen die neu gepflanzten Bäume während der Sommermonate. Mit dem Baumparcours kann die Öffentlichkeit an der Balkantrasse „erfahren“, wie wichtig trockenheitsresistente und insektenfreundliche Bäume für Städte sind. Die Stadt Leverkusen hat sich um den Baumparcours „Bienenfreundliche Zukunftsbäume“ an der Balkantrasse verdient gemacht. Wir möchten uns bei den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Stadtgrün Leverkusen dafür bedanken.

Bernd Nafe und R. Glüsenkamp, Leverkusen


29. Juni

Zu „Ausschreibung zur Autobahn“ am 26. Juni

Nachrichten über den Fortgang des Autobahnausbaus in unserer Stadtmitte werden auch in Zukunft unbequeme Wahrheiten verkünden. Die über das Bisherige hinausgehenden Einschränkungen und Verluste sind erschreckend und wurden uns wohlweislich von der Bundesbehörde nicht in aller Deutlichkeit vor Augen geführt. Erheblich verdient gemacht hat sich diesbezüglich über Jahre hinweg unsere ehemalige Ratsfrau Gisela Kronenberg, die sich mit großem Engagement, hartnäckig und detailliert in die Planungen einarbeitete und deren Konsequenzen für die Stadt offenlegte.

Abgesehen von zarten Ansätzen hat das gigantische Ausmaß nicht zu nennenswerten Protesten geführt. Die kommunalpolitische Initiative „Keinen Meter mehr“ verlief wenig überraschend im Sande. Dass Leverkusen in der Summe durch den massiven Ausbau nichts zu gewinnen hat, ist offensichtlich. Umso dringlicher ist es nun, auf kommunaler Ebene alles Mögliche zur Stressreduzierung und für einen Gewinn an Lebensqualität zu unternehmen.

Klar ist, dass dazu gute Luft gehört, die wir über Bäume und Pflanzen bekommen. Wir brauchen Erholungsräume und Orte mit Aufenthaltsqualität, um zur Ruhe zu kommen und soziale Begegnungen zu pflegen. Die Stadt verfügt über ausgezeichnete Konzepte. Die miserable finanzielle Schieflage darf nicht als billige Entschuldigung vorgeschoben werden, wenn es an deren Umsetzung hapert. Es ist nicht nachvollziehbar, was an einer Baumschutzsatzung teuer sein soll. Die Satzung zu erlassen, für die es durch zahlreiche Bürgeranträge und in anderen Kommunen vorbildliche Beispiele gibt, kostet den Rat eine politische Entscheidung.

Vorhandenen Wohnraum zu verdichten, statt Neubauten auf der grünen Wiese zuzulassen, ist eine Frage des politischen Willens. Neue Fahrradwege oder ihr Ausbau sind nicht teurer als Fahrbahnen für den motorisierten Verkehr. Das Verbot von Schottergärten kostet ebenfalls nicht mehr als einen politischen Beschluss. Es würde ökologisch wertlose Flächen verhindern und im Übrigen Landesrecht durchsetzen. Die so häufig zur Ablehnung vorgeschobene Begründung, das sei alles nicht kontrollierbar, unterstellt uns Bürgerinnen und Bürgern pauschal, uns nicht an geltendes Recht und Gesetz zu halten. Dagegen verwahre ich mich.

Und möchte die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung dazu auffordern, die vorhandenen, auf unsere Kosten und in unserem Interesse erstellten Konzepte endlich in die Tat umzusetzen. Wer sich dazu nicht in der Lage sieht, sollte seine Funktion in der Stadt hinterfragen. Meines Wissens basiert die Ausübung eines politischen Mandats und auch die Mitarbeit in der Verwaltung auf Freiwilligkeit und der guten Absicht, im Dienst der Gemeinschaft zu deren Wohl beizutragen.

Dany Kahindi, Leverkusen

Der Bericht über die nun veröffentlichte Ausschreibung zum Autobahnausbau könnte „das Leverkusener Gruselbuch“ genannt werden und dazu passen die beiden Körperbildsprüche: Augen (und Ohren) zu und durch – für die Autobahn GmbH. Und die Hände über dem Kopf zusammenschlagen – für die Leverkusener. „… Kritik aus Leverkusen kann nur einmal geäußert werden, es gibt auch nur einmal die Möglichkeit, gegen das Verfahren vor Gericht zu ziehen. Und es werden Straßen geplant, die erst in vielen Jahren gebaut werden. Ist die Autobahn erst genehmigt, wird auch so gebaut, auch wenn die Verkehrszahlen womöglich gar nicht mehr die breiten Straßen erfordern …

Eine der zugrunde gelegten Verkehrsprognosen stammt aus dem Jahr 2013, eine andere aus 2014. Die Verkehrszahlen auf deutschen Autobahnen sind inzwischen gesunken …“

Für die Leverkusener könnte also sowohl ein jahrelanges Baustaudesaster für den Verkehr als auch hinterher ein Denkmal der blindwütig gestrigen Verkehrsplanung und Zerstörung von Stadtstrukturen drohen. Auch als Steuerzahler macht mich eine solche Sturheit wütend. Bleibt fast nur die makabre Hoffnung auf schlechte zukünftige Steuereinnahmen, sodass daran dieser Monsterausbau scheitert? Oder sollten die Wähler doch noch eine zukünftige, weitsichtigere Bundesregierung wählen, welche ein Einsehen hat?

Manfred Urbschat, Leverkusen


Zu „Geschwister vor Abschiebung“ vom 19. Juni

Seit vielen Jahren sagen uns die Demografen, dass in Deutschland zu wenig Kinder geboren werden. Sie fordern die Regierung auf, Zuzug aus dem Ausland zu forcieren, damit später die Renten noch bezahlt werden können. Und die Regierung hat stolz verkündet, dass sie vier Busfahrerinnen aus Afrika angeworben hat.

Nun sind in Leverkusen Jugendliche, die hier aufgewachsen und erfolgreich in der Schule sind und vor dem Abschluss stehen. Sie sollen ausgewiesen werden. Und man fragt sich, wie dies mit dem vorher Beschriebenen zusammenpasst. Was für eine Denkweise steht dahinter? Es geht hier nicht um den gesunden Menschenverstand – es geht hier um Ideologie.

Weshalb sollen die Jugendlichen ausgewiesen werden? Sie haben die falschen Eltern. Das erinnert an die Zeit vor neunzig Jahren. Da gab es auch eine Regierung, die aus dem gleichen Grund Menschen separiert hat. Es hat sich im Denken der Politiker nichts geändert.

Die Regierenden sehen immer noch die Menschen als Sklaven an. Wieso bin ich deutscher Staatsbürger? Ich bin in meinem langen Leben nie gefragt worden, ob ich deutscher Staatsbürger werden wollte. Die Regierung setzt fest, dass ich die Staatsbürgerschaft meiner Eltern habe. Das ist wie bei den Sklaven in früheren Zeiten. Da gehörten die Kinder der Sklaven auch dem Sklavenhalter.

Vor vielen Jahren habe ich einen Film gesehen. Er spielte wohl vor mehr als 150 Jahren in den Südstaaten der USA. Da vereinbarten die Sklavenhalter eines Gebietes, entlaufene Sklaven gemeinsam zu suchen und an die Eigentümer zurückzugeben. So etwa kommt mir auch das vor, was die Regierungen heute machen. Verletzungen von Menschenrechten werden immer nur dann angeprangert, wenn sie von Anderen begangen werden.

Dietrich Richter-Thiering, Leichlingen


Zu „Musikerehepaar verabschiedet sich von der Konzertbühne“ am 23. Juni

Vor langer Zeit bezeichnete der ehemalige Kulturdezernent und Stadtdirektor von Leverkusen Dr. Schulze-Olden das Ehepaar Theresia und Karl Heinz Schlechtriem als Kulturbotschafter der Stadt Leverkusen. Über sechzig Jahre Chorarbeit machten Leverkusen in der Chorwelt bekannt, was durch unzählige Chorreisen belegt ist.

Am Sonntag nun gaben sie in Schlebusch in der Friedenskirche mit dem Singkreis Leverkusen und dem Coro Belcanto nach über sechzig Jahren ihr Abschlusskonzert. Als Vertreterin der Stadt Leverkusen fand Bürgermeisterin Annegret Bruchhausen-Scholich bewegende Dankesworte.

Die höchste Stadtspitze aber in Person von Oberbürgermeister Stefan Hebbel war nicht zugegen! Das ist der Dank für über sechzig Jahre Kulturdienst. Ein ungehöriger Vorgang, um es vorsichtig auszudrücken!!! Passt zur momentanen politischen Kulturrichtung in Leverkusen.

Klaus Rüddenklau, Leverkusen


22. Juni

Zu „Stadt plant neues Wohnquartier am Bürgerbusch“ am 3. Juni

„Brachland“ (großes Foto), „künftige Durchgrünung“ im Zusammenhang mit dem Foto „Die Vorplanung“ – vergleichen Sie und die Leser diese Fotos bitte einmal mit dem Luftbild laut geoportal.leverkusen.de für das Planungsvorhaben zwischen Grüner Weg, Höhe Haus Nummer 36–54 bis zur Opladener Straße und zwar in voller Breite, so lange es noch geht – und finden den Fehler. Dieses Brachland wurde erst durch eine Nacht- und Nebel-Rodungsaktion im Februar 2026 geschaffen. Vorher war dort ein grüner Lungenflügel mit zum Teil jahrzehntealten Bäumen, eine Sauerstoff und Kühle spendende Oase für die gesamte Umgebung. Und da schwafelt die Stadt davon, ein Hitzeschutzprogramm auflegen zu wollen?! Ein schlechter (Treppen-)Witz. Als besorgter Bürger kann man da nur konstatieren: „Der Wahnsinn hat mal wieder Methode“.

Hubertus Seidel, Leverkusen

Zu „Bürgereingaben zu Häusern in Opladener Schillerstraße“ am 15. Juni

In der Welt der Bauunternehmer und Immobilienmakler gibt es bei Grundstücksgeschäften eine goldene Regel: Erst unauffällig kaufen und dann möglichst schnell abräumen, bevor Natur- oder Denkmalschutz die geplante lukrative Neubebauung behindern könnten. Wenn sich dann, wie jüngst zum Bauvorhaben Grüner Weg in Leverkusen, der Vertreter der Naturschutzbehörde im Umweltausschuss enttäuscht äußert, man hätte aber vorher gerne noch eine Umweltprüfung durchgeführt, während in der Presse bereits brav von einem Bauvorhaben zur Linderung der Wohnungsnot auf einer „Brachfläche“ mit entsprechendem Foto die Rede ist, dann haben die stadtbekannten Bauwerber alles richtig gemacht.

Jetzt muss die Sache in den politischen Gremien nur noch in trockene Tücher. Dafür sorgen in Leverkusen bei Abstimmungen seit vielen Jahren zuverlässig CDU und SPD, Umweltbedenken hin – Verfahrensfehler her, neuerdings bei der Mehrheitsfindung gerne unterstützt von der AfD.

Zwar ist Alexander Dederichs vom Opladener Bauverein kein richtiger Bauunternehmer. Er soll als Technischer Leiter im Vorstand der gemeinnützigen Genossenschaft dienen. Mit den Gepflogenheiten der Immobilienbranche kennt er sich aber bestens aus: Die Gärten der alten Villen an der Schillerstraße sind weg, die Mieter ausgezogen, jetzt stören nur noch die Gebäude selbst. Er äußert sich häufig im Namen der Mitglieder, beispielsweise wenn es allgemein um städtebauliche Fragen oder, wie im Fall an der Schillerstraße, um den eigenen Bestand geht, ohne allerdings die Haltung der Genossen wirklich zu kennen.

Eine transparente Befragung zu solchen Themen hat es meines Wissens im Opladener Bauverein nicht gegeben, in der vorigen Mitgliederversammlung wurden dem Vernehmen nach offene Aussprachen abgelehnt und der Punkt Verschiedenes tauchte in der Tagesordnung erst gar nicht auf. Dederichs vergreift sich bei seinen Anwürfen gegen die Stadtverwaltung in der Sache Schillerstraße nicht nur im Ton, sondern diese gehen auch inhaltlich völlig ins Leere.

Auch wenn er bislang immer verlässlich mit der Bauverwaltung zusammengearbeitet habe, was auch immer das bedeuten mag, kann ihn die Post aus der Leverkusener Denkmalbehörde doch nicht überraschen. Um weitere Totalverluste an stadtbildprägenden Gebäuden zu verhindern, wird schon länger bei jedem Antrag auf Abrissgenehmigung vom Denkmalamt geprüft, ob es sich unter aktuellen Gesichtspunkten um ein schützenswertes Objekt handeln könnte.

Diese Erfahrung hat kürzlich die WGL mit der ehemaligen Landeszentralbank an der Humboldtstraße machen müssen und auch Privatleute haben dies schon erlebt. Dazu braucht es keine „Stimmungsmache“. Man kann sagen, die Leverkusener Denkmalbehörde hat geliefert. Denkmalschutz ist keine Liebhaberei.

Es gilt, weitere Verwüstungen, wie damals in den 1970er-Jahren, zu verhindern. Der von Dederichs geplante und Oberbürgermeister Stefan Hebbel befürwortete Abriss der Häuser Schillerstraße wäre geschichtsvergessen, widerspräche jeder Baukultur und hätte mit dem „Beschreiten neuer Wege“ nun wirklich nichts zu tun.

Roland Hölzer, Leverkusen

„Der Bericht ist ein Papiertiger“

Zu „Stadt Leverkusen für Nachhaltigkeitsbericht geehrt“ am 10. Juni

Die Stadt Leverkusen hat für ihren ersten umfassenden Nachhaltigkeitsbericht eine Auszeichnung und Würdigung vom Land Nordrhein-Westfalen erhalten. Die Stadt gehört damit zu den ersten Kommunen in ganz Deutschland, die systematisch erfassen, was sie für den Klima-, Umwelt- und Zukunftsschutz tun. Müsste man nicht besser sagen: „würden vielleicht gern tun wollen“?

Allerdings erschließt sich mir nicht, wie man endlich groß von der Theorie in die Praxis kommen will. In den Schubladen der Verwaltung liegen schon eine ganze Reihe wohlklingender „Papiertiger“. Wer gut beobachtet, stellt aber fest, selbst Machbares wird in Sachen Ökologie nicht umgesetzt, sei es durch politischen Unwillen, Uneinsichtigkeit, Faulheit, Gleichgültigkeit oder pure Schlampigkeit der Verantwortlichen. Manche Engagements schlafen auch einfach ein, bevor sie sich etablieren, wie die Anlage von Blühflächen und -streifen.

Wie sieht’s aus mit Grünsatzung, Klimaanpassungskonzept, Muster-Schwammstadt, Versiegelungsstopp beziehungsweise Entsiegelung (Schottergartenanträge werden regelmäßig vom Rat abgeblockt), Baumschutzsatzung (ebenfalls jedes Mal abgeblockt), angekündigtem „Mäh-Monitoring“, Frischluftschneisenerhalt etc. etc.?

Immer wieder kommt es vor, dass Blühstreifen und -flächen, die eigentlich seit Jahren durch den Fachbereich Stadtgrün extensiv mit Balkenmähern gemäht werden (positiv!), „versehentlich“ (v. a. durch mangelhafte Auftragsformulierungen von TBL oder deren ortsfremden Subunternehmen) mit alles-atomisierenden Schlegelmulchern geschreddert werden – letztes Jahr sicher nicht nur in Schlebusch passiert und auch jetzt wieder am 8. Juni am Leimbacher Berg.

Und wer darf den Schaden abmildern durch Abharken des knitterdicken Grünschnitts (führt zu Überdüngung und Artenarmut): gute Leute vom FB Stadtgrün, die schon eine Woche später laut Plan die Flächen mit dem Balkenmäher gemäht hätten! Schlegelmulcher zerkleinern das Mähgut einschließlich der darin vorhandenen Tiere extrem, sodass es zu massiven Tierverlusten kommt (auch Igel!); aufgrund der Funktionsweise des Rotationsmähwerks wird zudem ein besonders für Amphibien und Insekten gefährlicher Sogeffekt erzeugt.

Und was ist mit Leverkusens Bäumen? Kommen „weg“ ohne Ersatz, viele ganz ohne Gutachten. Auch bekommen – wie zuletzt im Februar 2026 (ebendort schon zwei Jahre zuvor) – die TBL gerne Fällgenehmigungen für eine bestimmte Anzahl Bäume, es werden dann aber regelhaft mehr als genehmigt „entnommen“. Am Leimbach gab es wohl eine Genehmigung für drei Bäume, es wurden dann aber 14 gefällt.

Trotz mehrerer Nachfragen und der schriftlichen Bitte um Aufklärung (auch, was aus dem ganzen Holz wurde) – zuletzt konkret gerichtet auch an den TBL-Vorstandschef Wulf Riedel selbst – wartet man vergebens auf ein Feedback. Nebenbei bemerkt lernt man so auch die wahre Bedeutung einer Demokratie kennen! So wirkt solch ein Nachhaltigkeitsbericht nebst Bepreisung beschönigend und eher lächerlich.

Martina Frimmersdorf, Leverkusen

„Leider kein Einzelfall“

Zu „Ärger über Reinigung der Vonovia“ am 9. Juni

Leider können wir die geschilderten Erfahrungen aus unserem eigenen Vonovia-Haus nur bestätigen. Auch bei uns wurde die zuvor von den Mietern organisierte Treppenhausreinigung durch einen externen Dienstleister ersetzt. Seitdem hat sich die Sauberkeit im Haus deutlich verschlechtert. Trotz zahlreicher Beschwerden über einen langen Zeitraum hat sich nach unserer Wahrnehmung noch immer nichts geändert. Wiederholt wurden Bereiche wie Keller, Speicher, Geländer, Wände oder andere Gemeinschaftsflächen nicht oder nur unzureichend gereinigt. Gleichzeitig sollen die Kosten über die Betriebskosten auf die Mieter umgelegt werden.

Besonders ärgerlich ist aus unserer Sicht, dass die Reinigung vor der Umstellung über viele Jahre problemlos durch die Hausgemeinschaft organisiert wurde. Das Ergebnis war sauberer, zuverlässiger und verursachte keine zusätzlichen Kosten. Der Artikel bestätigt, dass es sich offenbar nicht um ein Problem eines einzelnen Miethauses beziehungsweise einer einzelnen Wohnsiedlung handelt.

Auch in unserer Wohnanlage ist die Unzufriedenheit mit der Hausreinigung groß. Nach unserem Eindruck gibt es kaum Mieter, die die aktuelle Situation als Verbesserung gegenüber der früheren Reinigung durch uns Mieter empfinden. Besonders frustrierend ist, dass die Beschwerden der Mieter seit Monaten bekannt sind und dennoch keine Verbesserung eintritt. Statt einer besseren Sauberkeit erleben die Hausgemeinschaften eine Verschlechterung der Reinigungsqualität bei gleichzeitig zusätzlichen Kosten.

Deshalb möchten wir die genannten Mieter ausdrücklich unterstützen und hoffen, dass die öffentliche Aufmerksamkeit dazu beiträgt, dass die berechtigte Kritik ernst genommen wird und tragfähige Lösungen gefunden werden. Gleichzeitig wünschen wir uns, dass die betroffenen Mieter stärker einbezogen werden und dort, wo die Reinigung durch die Bewohner über Jahre zuverlässig funktionierte, auch eine Rückkehr zu dieser Lösung zu prüfen ist.

Sollte nicht Sauberkeit und Zufriedenheit der Mieter das Ziel sein? Wir wünschen uns, dass die Verantwortlichen die Beschwerden endlich ernst nehmen.

Petra Pietsch, Leverkusen

Stadtplanung muss ganzheitlich passieren

Zu „Teures Sonnensegel wirft Fragen auf“ am 12. Juni

Diskussionsbedarf zur weiteren Stadtentwicklung? Da haben BfB, SPD und Grüne sehr, sehr recht – konkret wegen des „I“ sowohl im noch laufenden IEHK als auch im anstehenden ISEK – „I“ wie integriert. Die Planungen sind ganzheitlich zu realisieren, einander unterhakend, arbeitsteilig. Und nicht in isolierten Schachteln.

Unter dem IEHK hatte die Kommune den Parkraum an der Balkantrasse bereits empfindlich um ca. 80 Parkstände reduziert; sie sind noch nicht ersetzt. In der unteren Hauptstraße, die der Innenstadt derzeit noch wirksam als Puffer dient, sollen nun erneut ca. 20 Parkstände eingekürzt werden. Die Mangellage gefährdet aber längst auch Arbeitsplätze – denn wo will man auswärtigen Bewerbern etwas nachweisen? Und sie führt zu den mehrfach kritisierten Suchverkehren und zum routinemäßigen Nachstellen von Parkuhren; angesichts der anhaltenden Mangelsituation mag man das auch als ein modernes „Fringsen“ einordnen.

Ohne eine Aussicht auf Besserung macht kein Spatenstich Sinn, nicht auf dem Marktplatz, nicht in der Kirchenkurve. Nach meinem Eindruck im Rahmen der aktuellen Bürgerbeteiligung sehen das viele Bürgerinnen und Bürger genauso.

Karl Ulrich Voss, Burscheid

15. Juni

Zu „Stadt will Herkenrath Hof langfristig binden“ am 6. Juni

„Was lange währt, soll doch noch gut werden?“ Mit der Vorlage-Nummer 2026/0376 beabsichtigt die Kultur- und Museumsverwaltung nach Jahren des Stillstandes einen langfristigen Pachtvertrag zum Betrieb der Schloss-Gastronomie zu schließen. So erfreulich dies ist, so bedauerlich ist meine Erinnerung an den Umgang mit dem 100 Seiten umfassenden Standortkonzept des Museumsvereins zur Zukunftssicherung von Schloss Morsbroich.

Zur Erinnerung: Wir schreiben das Jahr 2016 und die KPMG-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zieht nach Prüfung und Feststellung eines jährlichen Defizits von 1,1 Millionen Euro den Vorschlag zur Schließung des Museums Morsbroich in Betracht. Der Rat konnte sich selbstverständlich diesem Vorschlag nicht anschließen und beauftragte stattdessen den Museumsverein zur Erstellung eines Standortsicherungskonzeptes.

Im Januar 2018 legt der Museumsverein auftrags- und zeitgemäß sein Gutachten Rat und Verwaltung vor. Und dieses Gutachten beinhaltet eine intensive Befassung mit der Museums- oder besser gesagt mit der Schlossgastronomie im Ist- und Sollzustand in baulicher und betriebswirtschaftlicher Hinsicht. Sogar zwei konkrete, aber unverbindliche Angebote von bekannten, namhaften Leverkusener Gastronomen wurden aufgezeigt.

Die Schlussbemerkungen dieses Gutachtenteils lauteten daher: „Der Museumsverein hält beide Angebote für eine sehr gute Basis zu einer erfolgreicheren Bewirtschaftung der Schlossgastronomie. Für Verwaltung und Rat sind die Sachverhaltsaufklärungen und Bewertungen erfolgt, es kann (und muss) entschieden werden. Das sollte dann auch zügig durch die Entscheidungsträger erfolgen, soweit im Rahmen einer Ausschreibung kein höherwertiges Angebot vorliegt.“

Was ist zur Sache von 2018 bis heute passiert? Kurz gesagt: Ausscheiden des vorherigen Gastronomen im Frühjahr 2018, seitdem Ausfall von jährlichen Pachteinnahmen von 50.000 Euro, meines Wissens nach drei erfolglose Gastronomie-Ausschreibungen, das heißt ohne Entscheidungsvorschlag, aber Inbetriebnahme des Interimscafés seit 2025. Eine solche Zeitschiene seit Vorlage des Gutachtens ist nicht nachvollziehbar. Sie läuft unnötigerweise voll in die übliche Kritik an der Bürokratie sowie an den handelnden Personen aus Politik und Verwaltung. Und diese Unzufriedenheit wird sich dann noch fortsetzen, wenn mit der „dünnen“ Begründung der Vorlage auf die bisherige Geschichte des Themas verzichtet werden soll.

Gerade die nahezu vollständige Neubesetzung des Kulturausschusses macht aber ein Mehr an Aussagekraft und Transparenz gegenüber den Ausschussmitgliedern zwingend. Ein solcher Zeitraum der Unentschiedenheit ist auch nicht mehr durch Dezernats- oder Personalwechsel zu begründen, zumal der Museumsverein wertvolle Vorarbeit geleistet hat. Dennoch – jetzt können wir froh sein, dass sich der Fachbereich wohl ernsthaft um eine langfristige Pachtlösung bemüht. Es bleibt zu hoffen, dass der Kulturausschuss ihm hierfür den Rücken stärkt.

Rainer Häusler, Leverkusen


Zu „Ärger über das Vorgehen der Stadt“ am 12. Juni

Der Bauverein Opladen gilt seit vielen Jahrzehnten in dieser Stadt und vor allem im Stadtteil Opladen als verlässlicher Partner in Sachen Stadtentwicklung, Wohnungsbau und Instandhaltung von Immobilien. Besonders der gepflegte Bestand und Erhalt von über 600 denkmalgeschützten Häusern des GBO ist hier im Besonderen hervorzuheben. Interessant wird es nun bei der Immobilie Schillerstraße 4–6, die im Eigentum des Bauvereins liegt. An dieser Stelle wird ein Wohnbauprojekt für Menschen in dieser Stadt geplant, welches nun wissentlich von der Bauaufsicht der Stadt zu torpedieren versucht wird. Unverständlich ist hier leider vieles.

Stets wird von der lokalen Politik und gerade der Verwaltung vollmundig gepredigt, man brauche Innenstadtentwicklung, bezahlbaren Wohnraum und gepflegte Bestände. Genau hierfür steht der Bauverein. Nun wird eine Immobilie vorübergehend und völlig grundlos unter Schutz gestellt, wobei Baudezernentin Deppe öffentlich in einer Bauausschusssitzung 2021 genau das Gegenteil gesagt hat. Warum handelt die Bauaufsicht, angesiedelt im Baudezernat, nun völlig konträr zu dieser Aussage?

Für den Bauverein hat sich damit die Grundlage für den Ankauf der Immobilie vollständig verändert. Hier wird ohne Weitblick seitens der Bauaufsicht, aus welchen Gründen auch immer, versucht, ein städtebauliches Wohnbauprojekt zu verhindern. Was sagen wohl die 3500 Personen dazu, die beim Bauverein auf der Warteliste stehen? Spannend bleibt auch die Frage, warum denn außer dem Bauverein kein anderer Investor diese Immobilie erworben hat. Die Antwort liegt nahe. Der Bauverein ist hier ins Risiko gegangen, um an dieser Stelle städtebaulich Akzente zu setzen.

Zur Stadt Leverkusen ist zu sagen, dass sich diese selbst einmal vorrangig um ihre eigenen denkmalgeschützten Immobilien kümmern und diese, vor allem auch in Opladen, nicht auf Kosten der Steuerzahler verrotten lassen sollte. Im Ergebnis lässt sich festhalten, dass die mit wenig wohnbaulicher und energetischer Nutzperspektive an der Schillerstraße stehende Villa vermutlich unter Denkmalschutz gestellt wird, der entstandene Imageschaden der Stadt gegenüber Investoren wird diesen aber weitaus größer in den kommenden Jahren überlagern. Gerade die Stadt ist auf lösungsorientierte und verlässliche Partner wie den Bauverein, zum Beispiel bei Kita-Bauten, angewiesen. Das sollte die Bauverwaltung nicht vergessen.

Gyurga Steinacker, Leverkusen


Zu „Stadt plant neues Wohnquartier am Bürgerbusch“ am 3. Juni

Ich stehe grundsätzlich der notwendigen Bebauung auch in der Stadt Leverkusen sehr positiv gegenüber. Bei einer Wohnungsanzahl von 430 Einheiten bin ich mir aufgrund negativer Erfahrungen hier im Umkreis nicht sicher, ob man das Thema zusätzliche Verkehrsbelastung von geschätzt dann 600 Kfz bedacht hat.

Der Verkehr von der Eintrachtstraße zur Opladener Straße führt in Stoßzeiten zu einer Überbelastung der Straße Am Kühnsbusch. Ein Vertreter der Stadt hatte seinerzeit nur ein Schulterzucken übrig. Der Verkehrsfluss der geplanten Bebauung kann wohl kaum über die Fahrradstraße Grüner Weg geführt werden. Über die Opladener Straße nach Osten würde wohl fast jeder auf die Dünfelder Straße abbiegen und dann weiter durch die Siedlung zur Herbert-Wehner-Straße fahren. Die ist aber in Gegenrichtung als Sackgasse beschildert. Das beachtet niemand. Man sollte die Opladener Straße zum Ostring öffnen, aber das wird wohl Leverkusens heiliger Kuh Wupsi nicht gefallen. Wir hier auf der Opladener Straße haben heute schon unter erheblicher Überbelastung zu leiden. Allein der tägliche Busbetrieb hat seit 2015 von 100 auf über 400 Bewegungen zugenommen.

Dieses allgegenwärtige Thema wurde mehrfach mit der Stadt und Politik auch vor Ort besprochen. Es gäbe noch viel mehr zu sagen, würde aber sicherlich den Briefumfang als Leserbrief sprengen.

Christel und Edward Brüderlin, Leverkusen


Zu „Stadt musste an Kastanienallee Bäume fällen“ am 11. Juni

Das passt leider zusammen: Der letzte Abschnitt des Artikels: „Wegen der Finanzmisere verzichtet die Stadt Leverkusen zurzeit auf Nachpflanzungen von Bäumen, die zum Beispiel an Straßen gefällt werden. Nachpflanzungen seien eine freiwillige kommunale Aufgabe.“ Der aktuelle Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH) legt in diesem Jahr den Fokus auf die Veränderung des Baum- und Grünflächenbestands im urbanen Raum zwischen 2018 und 2025. Lediglich sieben Städte lagen laut der DUH über dem wissenschaftlich geforderten Richtwert von mindestens 30 Prozent durch Bäume beschirmter Fläche. (Leverkusen ist nicht darunter.)

Die Auswertung zeige zudem, dass in allen untersuchten Städten zusätzliche Flächen versiegelt wurden. (Da ist Leverkusen dabei!) Also statt mehr – noch – weniger Bäume in Leverkusen? Und dazu mehr Versiegelung! Beides führt zu einem Handlungsdilemma. Die Verwaltung und Politik darf sich nicht einfach darauf zurückziehen, dass Neupflanzungen freiwillige Leistungen sind. Warum weckt man nicht, wie es der Veranstaltungsorganisator Nolden für die Kastanienallee geschafft hat, die Bereitschaft der Bürger, mehr städtische Bäume zu spenden? Etwa durch eine koordinierte Klimabäumespende, durch Hochzeitsbäume. Und wenn dann die Namen der Spender an einem Schild zu lesen sind, wäre das auch motivierend. Es gilt mal wieder: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

Manfred Urbschat, Leverkusen


1. Juni 2026

Zu „Haben uns für die Insolvenz in Eigenverwaltung entschieden“ vom 22. Mai

Leverkusen Dass die Cube Real Estate AG nun insolvent ist, überrascht niemanden, der die Entwicklung in der Neuen Bahnstadt in den letzten Jahren verfolgt hat. Seit Januar häufen sich die Insolvenzmeldungen aus dem Cube-Geflecht. Claus Müller von der Leverkusener Traditionsfirma Weitz Kanalbau hatte es schon im Winter auf den Punkt gebracht: „Mir scheint, da bricht ein Kartenhaus zusammen.“ Er hatte recht.

Was mich aufbringt, ist nicht die Insolvenz selbst, Unternehmen können scheitern. Was mich aufbringt, ist, was sie über unsere Stadtpolitik verrät. Was sich hier abspielt, ist ein Lehrbuchbeispiel für ein Prinzip, das in der Immobilienbranche System hat: Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert. In guten Jahren streicht der Investor ein. Wenn es schiefgeht, bleibt die Stadt auf den Scherben sitzen und mit ihr die Handwerksbetriebe, die auf ihr Geld warten, die Menschen, die auf bezahlbaren Wohnraum gehofft haben, und am Ende alle Steuerzahlenden, wenn zentrale Stadtflächen jahrelang brachliegen. Das Bahnhofsquartier, das als wichtigstes noch unbebautes Grundstück in Opladen gilt, als Scharnier zwischen Innenstadt und Bahnhof, der Bebauungsplan fertig seit 2022, gehört jetzt zum Kapital einer insolventen Gesellschaft.

Was bleibt, ist ein Loch mitten in der Stadt. Dazu kommt eine Frage, die bisher kaum gestellt wird: Welche steuerlichen Vorteile verschaffen solche Firmengeflechte aus Dutzenden Tochtergesellschaften und verschachtelten Holdingstrukturen eigentlich ihren Betreibern? Konzerninterne Verlustverrechnung, Grunderwerbsteuer-Umgehung durch Share Deals, das alles ist in der Branche gängige, öffentlich dokumentierte Praxis. Leverkusen hat ohnehin einen der niedrigsten Gewerbesteuersätze Deutschlands. Welche Einnahmen der Stadt dadurch entgangen sein könnten, wäre meiner Meinung nach eine Untersuchung wert.

Und mir stellt sich die grundsätzlichere Frage: Sind solche Firmengeflechte wirklich ein organisatorisches Versehen? Sie erschweren systematisch Transparenz, Haftung und demokratische Kontrolle. Das ist für Investoren praktisch. Für eine Stadt, die im öffentlichen Auftrag handelt, hätte es von Anfang an ein Warnsignal sein müssen. Stattdessen hat die Stadt dieses Projekt nicht nur geduldet, sondern aktiv mitgefeiert. Das Cube-Projekt wurde von der Stadtspitze als Erfolgsgeschichte inszeniert und vermarktet, inklusive Abrisspartys, Presseterminen und gemeinsamen Auftritten. Noch am Dienstag vor der Insolvenzbekanntgabe saß Bahnstadt-Geschäftsführer Andreas Schönfeld laut Ihrem Bericht mit Cube zusammen, von der bevorstehenden Pleite kein Wort. Wer so eng mit einem privaten Investor auf Erfolgskurs inszeniert wird, riskiert meines Erachtens nach leicht den kritischen Abstand und die Fähigkeit, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen.

Jetzt, wo das Kartenhaus zusammengebrochen ist, soll das Bahnhofsquartier offenbar abgespeckt werden: weniger Gewerbe, weniger Architekturqualität, mehr Wohnungen. Ob diese Wohnungen bezahlbar sein werden, wer sie baut und unter welchen Bedingungen, dazu schweigt die Stadt. Dabei wäre genau das jetzt die entscheidende Frage. Nicht wie Cube aus der Insolvenz kommt, sondern wem diese Stadt gehört und für wen sie gebaut wird. Das Bahnhofsquartier darf nicht einfach dem nächsten privaten Investor überlassen werden. Wohnraum ist keine Ware. Boden ist keine Spekulationsmasse. Stadtentwicklung ist eine öffentliche Aufgabe und sie muss endlich auch wieder als solche organisiert werden.

Was die Sache vollends unbegreiflich macht: Ausgerechnet jetzt soll der „Bauturbo“ beschlossen werden. Mehr Tempo für Investoren, weniger demokratische Kontrolle, keine verbindlichen sozialen Vorgaben. Der voraussichtlich ab Juli geltende modifizierte Bauturbo beruht auf genau denselben Mechanismen, die uns in diese Lage gebracht haben: Beschleunigung für private Akteure, weniger öffentliche Transparenz, demokratische Kontrolle und Mitbestimmung, während die Allgemeinheit allein die Risiken trägt. Wer das in der Ratssitzung im Juli so beschließt, hat aus der Cube-Insolvenz entweder nichts gelernt oder er will nichts lernen. Die Chance, jetzt die Weichen anders zu stellen, ist da. Eine Stadt, die selbst gestaltet, statt zu warten, bis private Projekte scheitern. Eine Stadtentwicklung, bei der nicht Renditeerwartungen den Takt vorgeben, sondern die Frage, welche Stadt wir für wen bauen wollen. Diese Chance sollte Leverkusen nicht ungenutzt lassen.

Kim Kirschey, Mitglied Die Linke Leverkusen


Zu „Elternvertreter der Musikschule Leverkusen schlagen Alarm“ am 8. Mai

Die von der Stadt Leverkusen geplanten Stellenstreichungen bei der Musik- und Kunstschule sind für unsere Kinder eine Katastrophe. Es steht zu befürchten, dass Instrumentengruppen gar nicht mehr oder nur noch stark eingeschränkt unterrichtet werden können und dadurch Kinder abgewiesen beziehungsweise aus dem Musikschulunterricht entlassen werden müssen. Ensembles, die heute von den außerordentlich engagierten Lehrkräften geleitet werden, müssen dann aufgelöst werden.

Als Vater von vier Kindern, die alle durch die Musikschule gegangen sind, weiß ich, was das bedeutet. Musikschule heißt eben nicht nur, ein Instrument zu lernen. Durch gemeinsames Musizieren in Orchestern werden soziale Kompetenzen erlernt: das Hören auf andere, Rücksicht, Disziplin und der Einsatz für ein gemeinsames Ziel und nicht zuletzt die Fähigkeit, auch mit Rückschlägen und Enttäuschungen umzugehen. Die Freundschaften, die hier entstehen, tragen ein ganzes Leben lang. Jedes meiner Kinder hat aus der Zeit in der Musikschule Leverkusen so viel in sein Erwachsenenleben mitgenommen! Und dies ist zu großen Teilen den engagierten Lehrkräften der Musik- und Kunstschule zu verdanken.

Als Vorsitzender des Fördervereins der Musikschule weiß ich auch, wie stark sich die Eltern der Kinder und Jugendlichen für die Ideale der Musikschule einsetzen. Durch ihre Mitgliedsbeiträge, Spenden und ihre aktive Unterstützung bei musikalischen Projekten, Aufführungen und Festen helfen sie, alle Kinder – unabhängig von den Möglichkeiten des jeweiligen Elternhauses – mitzunehmen. Der Förderverein muss angesichts der schwierigen finanziellen Lage der Stadt in den letzten Jahren immer mehr dort einspringen, wo seitens der Stadt keine Mittel mehr vorhanden sind, z. B. für Neuanschaffungen oder Reparaturen von Instrumenten, bei Musikfreizeiten, Workshops, Seminaren und Konzerten.

Wir vom Förderverein sind sehr dankbar, dass wir immer wieder Spenden von Sponsoren und auch von Eltern erhalten, die den Kindern und Jugendlichen dank unserer ehrenamtlichen Arbeit voll zugutekommen. Hier ist auch der Stiftungsfonds „Bürger für Musikschule“ zu nennen. Daher mein dringender Appell an die Verantwortlichen der Stadt: Zeigen Sie, dass Ihnen die musikalische und künstlerische Entwicklung und damit die Bildung unserer Kinder nicht gleichgültig ist!

Klaus-Dieter Fritz, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer der Musikschule der Stadt Leverkusen


Zu „Erste Schlappe für Oberbürgermeister und Kämmerer auf dem Sparkurs für Leverkusen“ vom 19. Mai

Es ist eine bemerkenswerte Pointe Leverkusener Kommunalpolitik. Die rückwirkende Grundsteuererhöhung wurde gestoppt, und ausgerechnet jene Partei, die sie ursprünglich mitgetragen hätte, präsentiert sich anschließend medienwirksam als deren Verhinderin. Die Wahrheit ist eine andere. Die SPD hat eine rückwirkende Erhöhung von Anfang an abgelehnt, weil private Haushalte, die ihr Budget für 2026 längst geplant haben, nicht nachträglich zur Kasse gebeten werden können. Und das ist nicht neu. Die SPD hatte bereits zuvor eine geordnete, planbare Grundsteueranpassung gefordert und wurde damals von CDU und Grünen überstimmt. Wer heute als Retter auftritt, hat das Problem erst mitverursacht. Ohne den klaren Widerstand der SPD und ohne die deutliche Reaktion aus der Bevölkerung wäre der Verwaltungsvorschlag, Grundsteuer B rückwirkend von 750 auf 1050 Punkte, still und leise durchgegangen. Die CDU ist erst eingeknickt, als die politischen Kosten zu hoch wurden. Das ist Opportunismus, kein Gestaltungswille. Wer Wahlversprechen ernst nimmt, sollte sich gut merken, wer hier von Anfang an für die Bürgerinnen und Bürger gesprochen hat und wer erst unter Druck den Kurs gewechselt hat.

Sandra Westmeier, Leverkusen


Zu „Aufgeblähter Personaletat gehört reduziert“

Verantwortlich für Finanzen und Personal ist nur der Stadtrat. Wer für die Stadtfinanzen und die Anzahl der Stellen bei der Verwaltung alleine verantwortlich ist, ergibt sich beim Blick in das Gesetz. Die Gemeindeordnung legt dazu in § 41 Absatz 1 h) GO NRW Folgendes fest: „Die Entscheidung über folgende Angelegenheiten kann der Rat nicht übertragen: Den Erlass des Haushaltsplans und des Stellenplans …“. Zuständig und verantwortlich für die Stadtfinanzen und die Anzahl der städtischen Stellen ist damit alleine der Stadtrat. Nur er kann dazu entscheiden. Immer wieder geäußerte Behauptungen, der frühere Oberbürgermeister habe die heutige Finanzmisere zu verantworten oder sei für einen aufgeblähten Personaletat verantwortlich, sind damit (wider besseren Wissens) einfach falsch und billige Polemik.

Ralf Johanns, Leverkusen


Zu „Bürgerantrag für kostenfreien ÖPNV für Ältere“ vom 15. Mai

Für diese Initiative von Herrn Frank Henn möchte ich ihm herzlich danken. Beispielhaft setzen andere Städte diese in mehrerer Hinsicht sinnvolle Aktion bereits um. Neben den von Herrn Henn genannten Städten fand ich dieses Angebot u. a. auch in Lissabon und Danzig vor.

Christel Dewenter-Scholz, Leverkusen


Zu „Auf der Balkantrasse in Burscheid soll mehr Rücksicht herrschen“ am 18. Mai

Mehr Licht auf der Balkantrasse? Sehr richtig! Tatsächlich fordert genau das schon unser Interkommunales Integriertes Entwicklungs- und Handlungskonzept Burscheid | Wermelskirchen vom Januar 2019 – zur Attraktivitätssteigerung, aber ausdrücklich auch für mehr Sicherheit. Dieser gute Rat war recht teuer und man sollte ihn nicht achtlos in die Tonne treten; Beleuchtung und Sicherheit sind zudem zentrale Aspekte der Barrierefreiheit. Vielleicht hat man im Burscheider Rat früher gemeint, das könne man sich sparen. Heute aber dürfen wir uns sicher am ersten Kanzler dieser Republik orientieren; den konnte bekanntlich nichts daran hindern, alle Tage klüger zu werden. Und wenn wir gerade von Sicherheit sprechen: Auch Hinweisschilder an den sehr steilen Burscheider Balkantrassen-Rampen wären höchst angebracht: an der Jahnstraßen-Rampe, wo wir im Juni 2021 den ersten Verkehrstoten auf unserem Trassen-Abschnitt beklagen mussten. Und besonders an der nochmals steileren, mit 8 Prozent auch bei Weitem nicht mehr barrierefreien Rampe an der Hauptstraßen-Brücke.

Karl Ulrich Voss, Burscheid


Zu „Was der neue Förster im großen Leverkusener Wald machen will“ am 18. März

Mit Interesse und großer Hoffnung habe ich Ihren Artikel über den neuen Forstwirt, Nikolas Cramer, im Bürgerbusch gelesen. Als Anwohner des Bürgerbuschs und täglicher Gassi-Geher habe ich mit Entsetzen die Baumentnahme durch die Eigentümergemeinschaft mit ansehen müssen. Umso größer war meine Hoffnung, dass die nunmehr erfolgte Baumentnahme unter der Aufsicht des neuen Forstwirts umweltschonender ablaufen würde. Leider hat sich meine Hoffnung nicht erfüllt. Weder kamen, wie von Herrn Cramer angekündigt, Seilwinden zum Einsatz, noch war von Rückepferden etwas zu sehen. Erneut wurde ausschließlich ein tonnenschwerer Harvester benutzt, der quer durch den Wald gepflügt ist und bestehende Gehwege unzugänglich gemacht hat. Die Markierungen der Rückewege waren nicht zielführend. Außer den Hauptwegen finden sich im Bürgerbusch kaum noch Wege, die problemlos begehbar sind. Mich würde interessieren, ob dies die von Herrn Cramer geplante Vorgehensweise war. Unter Nachhaltigkeit verstehe ich jedenfalls etwas anderes.

Peter Berger, Leverkusen