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A1, A3 und AutobahnkreuzWas in der Ausschreibung zur Leverkusener  Autobahn steht

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Autobahn 3: Die Syltstraße soll auf einer Länge von fast 500 Metern nach Osten verlegt werden.

Links liegt die Autobahn 3: Die Syltstraße soll auf einer Länge von 490 Metern nach Osten, also im Bild nach rechts verlegt werden. Die Bewohner des hellen Eckhauses rechts müssen sich auf lange Sicht eine neue Bleibe suchen. Der Bau soll abgerissen werden, nachdem ihn die Autobahn GmbH in ihren Besitz gebracht hat.

Die Ausschreibung der Autobahn GmbH für die Vorplanung zum Ausbau von Stelze, A3 und Autobahnkreuz ist abgeschlossen. Sie lässt Übles vorausahnen – aus Leverkusener Sicht.  

Jetzt steht fest, dass es in Manfort einen Abbruch eines weiteren Hauses zugunsten des Autobahnausbaus geben wird. Das Eckhaus Syltstraße/Gustav-Heinemann-Straße liegt den Planern im Weg. Es muss verschwinden, weil die Syltstraße auf einer Länge von 490 Metern verlegt werden soll. Das auffällige Eckhaus an der Gustav-Heinemann-Straße, in dem bis 2002 Mitglieder der stadtbekannten Leverkusener Großfamilie gewohnt haben, steht im Weg. Zugunsten der Autobahnverbreiterung wird es abgebrochen.

Damit steht auch fest: Die diskutierte Unterführung unter der Bahn vom Metro-Gewerbegebiet zur Marie-Curie-Straße wird es im Zuge des Autobahnausbaus nicht geben. Der Radweg zwischen der Kieler Straße und der Dhünn soll verlegt oder unter der Autobahn in einer Galerie geführt werden. Die Informationen stammen aus Unterlagen der Autobahn GmbH. Die Behörde hat die Vorplanung für das große Planfeststellungsverfahren für Stelze, Autobahnkreuz und A3 in Leverkusen bis Opladen ausgeschrieben. Die Unterlagen mit Plänen einschließlich der 750 Seiten starken Leistungsbeschreibung liegen dem „Leverkusener Anzeiger“ vor; die Ausschreibung ist abgeschlossen, öffentlich sind keine Unterlagen mehr auf den Servern der Autobahn GmbH zu finden.

Bekannt war, dass ein gemeinsames Planfeststellungsverfahren für die Stelze, das Autobahnkreuz und die A3 in Wiesdorf, Manfort und Küppersteg einschließlich der Auffahrten Leverkusen-Mitte und Opladen erarbeitet werden soll. Östlich des Autobahnkreuzes reicht das Plangebiet an der A1 bis an die Alkenrather Straße.

Der Radweg zwischen Sportpark und der Stelze wird durch diesen Tunnel unter dem Europaring geführt. Der Tunnel wird beim Bau der Stelze geschlossen, der Auftragnehmer könnte einen neuen Tunnel bauen lassen, das ist aber nicht klar.

Der Radweg zwischen Sportpark und der Stelze wird durch diesen Tunnel unter dem Europaring geführt. Der Tunnel wird beim Bau der Stelze geschlossen, der Auftragnehmer könnte einen neuen Tunnel unterm Europaring bauen lassen. Die Entscheidung liegt laut Ausschreibung beim Auftragnehmer.

Als Begründung, dass es nur ein einziges Verfahren geben soll, statt, wie ursprünglich geplant zwei, schreibt die Autobahn GmbH, es sei zwingend erforderlich wegen der „planungsbedingten Abhängigkeiten“. Klar: Hinterher müssen die Autobahnen zusammenpassen.

Nur eine Möglichkeit des rechtlichen Einspruchs

Für Leverkusen ist die Zusammenlegung weniger gut: Kritik aus Leverkusen kann nur einmal geäußert werden, es gibt auch nur einmal die Möglichkeit, gegen das Verfahren vor Gericht zu ziehen. Und es werden Straßen geplant, die erst in vielen Jahren gebaut werden. Die A3 durch Leverkusen wird womöglich erst in zehn oder 15 Jahren gebaut. Wer weiß schon, wie die klimatische Lage dann ist? Danach dürfte später niemand mehr fragen: Ist die Autobahn erst genehmigt, wird auch so gebaut, auch wenn die Verkehrszahlen womöglich gar nicht mehr die breiten Straßen erfordern.

Auf die Vorgaben für die geforderten Ausbauten auf acht Spuren für beide Autobahnen hat man sich im Verkehrsministerium vor vielen Jahren aufgrund von Verkehrszahlen festgelegt, die längst veraltet sein könnten, weil sie weit vor Corona und den weiteren Krisen erhoben wurden: Eine der zugrunde gelegten Verkehrsprognosen stammt aus dem Jahr 2013, eine andere aus 2014. Die Verkehrszahlen auf deutschen Autobahnen sind inzwischen gesunken. Eine neue Verkehrszählung soll zwar ausgeschrieben werden. Wie aber neue Zahlen noch in die dann fertigen Pläne einfließen können, ist unklar und wird in der Ausschreibung nicht klar benannt.

Das Fußballstadion von Bayer Leverkusen spielt eine übergeordnete Rolle
Aus der Ausschreibung der Autobahn GmbH

In der Ausschreibung heißt es: „Die Parkflächen unterhalb der Hochstraße B (Stelze) sind Eigentum der Bundesrepublik Deutschland und werden der Stadt Leverkusen zur Nutzung überlassen. Vor Baubeginn wird der Nutzungsvertrag aufgelöst. Wie die Flächen unterhalb der Hochstraße im Endzustand genutzt werden, ist Aufgabe der Entwurfsbearbeitung.“ Oder anders: Die Entscheidung, ob nach dem Bau  der Stelze wieder Parkplätze darunter angelegt werden, trifft demnach nicht die Autobahn GmbH.

Ob der Radweg unter dem Europaring bleibt, ist offen

Der Radweg zwischen Sportpark und der Stelze wird durch diesen Tunnel unter dem Europaring geführt. Der Tunnel wird beim Bau der Stelze geschlossen, der Auftragnehmer könnte einen neuen Tunnel bauen lassen, das ist aber nicht klar.

Der Radweg zwischen Sportpark und der Stelze wird von vielen genutzt.

Es fallen im Plangebiet viele Wege während der Bauzeit weg. Zum Beispiel wird der Radweg zwischen Stelze und Sportpark nicht nutzbar sein. Die Radwegeunterführung unter dem Europaring soll eventuell durch einen Neubau ersetzt werden. Eine Vorgabe der Autobahn GmbH, dass diese extrem viel genutzte Ost-West-Verbindung für Fußgänger und Radfahrer grundsätzlich bestehen bleiben muss, gibt es nicht, das entscheiden laut Ausschreibung die Auftragnehmer. Bisherige Erfahrungen mit der Autobahn GmbH zeigen, dass ihnen Radwegeverbindungen nicht wichtig sind. Die Bismarckstraße soll laut Ausschreibung immer nur kurzfristig gesperrt werden dürfen.

Bayer 04 hat vorgesorgt: Deren Belange sind in der Ausschreibung klar formuliert. Das Fußballstadion von „Bayer Leverkusen“ spiele eine übergeordnete Rolle; das sei zu beachten. Der Bau der A1 sei so durchzuführen, dass der Betrieb der Sportstätten gewährleistet bleibe. Konkrete Anweisungen, wie das geschehen soll, besonders, wie die Zufahrten zu organisieren sind, gibt es nicht.

Der Bauablauf sieht bisher vor, zuerst ein Teilbauwerk südlich, halb über den Sportplätzen neben der Stelze, auf provisorischen Stützen zu errichten. Wenn das erste Teil fertig ist, wird der Verkehr dorthin umgelegt. Die Stelze kann dann abgebrochen und durch eine neue Fahrbahn ersetzt werden. Auf die wird der Verkehr anschließend umgelegt und die zuerst gebaute Fahrbahn wird mit Hydraulikpressen um zwölf Meter an die nördliche Fahrbahn auf die endgültige Position herangeschoben. Baubeginn für die Stelze könnte etwa um das Jahr 2032 sein, damit rechnet jedenfalls die gewöhnlich gut informierte Bayer 04 GmbH.

Achteinhalb Jahre Baustelle, alleine für die Stelze vier

Die neue Stelze wird wesentlich breiter sein als heute: Im ausgebauten Zustand wird die A1 um fünf Meter nach Norden und über 18 Meter nach Süden erweitert, also zum Sportpark. Als Bauzeit für die Stelze werden in der Ausschreibung vier Jahre angegeben, aber danach ist noch lange nicht Schluss.

Was auf Leverkusen zukommt, ist kaum vorstellbar: An der A3 sind Planungen für 18 Brücken ausgeschrieben: Eventuell die Brücke Mühlenweg, sicher werden ersetzt: die Brücke Europaring, die Robert-Blum-Straße, die Eisholz-Zufahrt, die Dhünnbrücke, die Brücke Gustav-Heinemann-Straße und der Willy-Brandt-Ring und weitere. An der A1 zusätzlich zur Stelze die Brücke Bismarckstraße. Die städtischen Leverkusener Wege sollen durchgängig bleiben, „ggf. temporär zu sperren“, so die Ausschreibung. Als Bauzeit für die A3 werden viereinhalb Jahre angesetzt.

Autobahn: Der Radweg entlang der A3 in der verlängerung der Syltstraße soll entweder verlegt werden oder unter der Autobahn später in einer Galerie geführt werden,

Autobahn: Der Radweg entlang der A3 in der Verlängerung der Syltstraße soll entweder verlegt oder unter der Autobahn später in einer Galerie geführt werden. das entscheiden aber die Planer.

Viele Anlieger werden betroffen sein: An über einem Kilometer entlang der A3 müssen Wohngrundstücke oder gemischt genutzte Gelände enteignet werden; auf einer Strecke von 1,5 Kilometern tangiert der Ausbau Gewerbegebiete, Schulen und andere, etwa die Avea.

Die Ausschreibung liest sich so, als hätte die Verwaltung der Stadt Leverkusen den Widerstand gegen die Ausbaupläne aufgegeben. Dort heißt es: „Aktuell (Stand April 2025) plant die Stadt Leverkusen eine eigene Informationskampagne, die den Ausbau der A1 und A3 ihren Bürgern näherbringen soll.“ In der Öffentlichkeit ist dieser Plan der Verwaltung bisher unbekannt geblieben. Bisher ist unklar, inwieweit sich die Stadtverwaltung im Vorfeld in die Planungen eingebracht hat, ob sie etwa Vorgaben gemacht hat, welche Fuß- und Radverbindungen  erhalten bleiben müssen. 

Der Informationsaustausch zwischen Stadt und Autobahn GmbH soll über Kommunikationsagenturen laufen. Bei der Stadt habe man, Stand April 2025, eine Koordinierungsstelle im Baudezernat eingerichtet.

Aber es ist nicht alles schlecht: In der Ausschreibung wird von den Ingenieuren gefordert, dass zu prüfen sei, ob die Dienst- und Kontrollwege, die neben der neuen Autobahn entstehen, auch als neue Radwege ins Leverkusener Netz integriert werden können.