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KulturHerkenrath Hof soll im Schloss Morsbroich bleiben – Museumseintritt wird teurer

4 min
Das Schlosscafé kommt bei den Leuten gut an, sagt die Verwaltung.

Das Schlosscafé kommt bei den Leuten gut an, sagt die Verwaltung.

Das Team um Kresimir Kozina führt das Schlosscafé seit Sommer 2025.

Es scheint eine Erfolgsgeschichte zu sein zwischen dem Team vom Herkenrath Hof um Kresimir Kozina und dem Schloss Morsbroich. Seit Sommer 2025 führt das Team das Café im Schloss, freitags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr: „Ein Ort mit Geschichte. Ein Team mit Leidenschaft“, heißt es von den Gastronomen auf der eigenen Internetseite.

Und geht es nach der Stadt, soll es weitergehen. Ende dieses Jahres, genauer gesagt am 31. Dezember, läuft der Nutzungsvertrag der Herkenrath Hof GmbH aus. Die Verwaltung hat jetzt auf die Tagesordnung des nächsten Kulturausschusses eine Vorlage setzen lassen, in der sie vorschlägt, mit dem Gastronomen in Verhandlung zu gehen, um „den Gastronomiebetrieb durch eine langfristige Vereinbarung am Schloss Morsbroich […] zu erhalten“.

Gastronom Kresimir Kozina vom Herkenrath Hof führt das Schlosscafé. (Archivfoto)

Gastronom Kresimir Kozina vom Herkenrath Hof führt das Schlosscafé. (Archivfoto)

Damit gäbe es dann eine langfristige Lösung für ein Problem, das sich viele Besucherinnen und Besucher des Schlosses schon lange wünschen. Durch ein gastronomisches Angebot kämen mehr Menschen zum Schloss, und mehr Menschen heißt mehr Besucher fürs Museum, so die Theorie.

Und den Ausführungen der Stadt nach funktioniert das: „Die Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit dem Gastronomiebetrieb sowie die Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher sind durchweg positiv.“ Nicht nur das Schlosscafé werde sehr gut angenommen, sondern auch die Vermietung des Gartensaals laufe nach einer langen Pause gut an.

Gastro-Angebot passt zum Schloss

Das Ambiente, das Kozina und sein Team schaffen, passe zum Schloss und zum Museum. Die Zusammenarbeit sei unkompliziert und habe schon in einigen erfolgreichen Zusammenarbeiten gemündet: zum Beispiel in Candlelight-Konzerten oder bei den Morsbroicher Kunsttagen im Jubiläumsjahr des Museums. Denn der Herkenrath Hof betreibt nicht nur das Schlosscafé, sondern hat auch das exklusive Bewirtungsrecht für das gesamte Schloss – also auch für den Spiegelsaal und den Schlosspark. Und: „Darüber hinaus führt der Gastronomiebetrieb im Schloss Morsbroich zu einer erhöhten Belebung des Geländes und zu einer deutlich längeren Verweilzeit.“

Der Eintritt ins Museum Morsbroich soll teurer werden.

Der Eintritt ins Museum Morsbroich soll teurer werden.

Und der Gastronom wolle das Objekt ebenfalls dauerhaft und nachhaltig bewirtschaften, so die Stadt, und sei sogar bereit zu investieren. In was genau, teilt die Stadt nicht mit. Leverkusen hat bekanntlich kein Geld dafür. Das ist auch einer der Gründe dafür, dass es nach wie vor kein Restaurant gibt. Die Elektrik ist stark sanierungsbedürftig, das würde teuer werden. Viel zu teuer für die Stadt.

Auf ein aufwendiges Vergabeverfahren will die Stadt verzichten und stattdessen mit der Herkenrath Hof GmbH direkt einen Vertrag abschließen. Und dafür sieht man sich im Recht, denn: Wenn man die Investitionen des Gastronomen mit den zu erwartenden Mieteinnahmen verrechnet, ergibt sich ein Wert, der unter der Summe liegt, die ein solches Vergabeverfahren erfordere. Deshalb gelte das Haushaltsrecht.

Kresimir Kozina hatte im Gespräch mit dem „Leverkusener Anzeiger“ im September 2025 schon gesagt, dass er einen langfristigen Betrieb anstrebe: „Die Atmosphäre hier, diese Ruhe, die Ausstrahlung, der Ausblick auf das Schloss, der Springbrunnen, das Kopfsteinpflaster, die Kunst – das Schloss in Gänze hat mich fasziniert“, schwärmte er.


Stadt will Eintrittspreise erhöhen

Am 10. Juli 2018 sind im Museum Morsbroich die Eintrittspreise das letzte Mal angepasst worden. Die Verwaltung legt dem Kulturausschuss jetzt einen Vorschlag für neue Kartenpreise ab dem 1. August 2026 vor. Demnach soll der Eintrittspreis von bislang acht auf zehn Euro für ein Erwachsenenticket steigen. Schüler, Studenten, Azubis, Bufdis, Sozialhilfeempfänger, Rentner und Kunstvereinsmitglieder sollen ermäßigt fünf anstatt wie bisher vier Euro zahlen. Der neue Preis für eine Familienkarte (zwei Erwachsene bis zu vier Kinder bis 18 Jahre) liegt dem Vorschlag nach bei 20 Euro (vorher 15), Gruppen ab zehn Mitgliedern zahlen pro Karte nach dem Willen der Verwaltung bald sechs Euro pro Person anstatt vier.

Keinen Eintritt zahlen müssen Minderjährige (derzeit liegt die Grenze bei 14 Jahren), Schulklassen (inklusive zweier Aufsichtspersonen), Eröffnungsveranstaltungen, angemeldete Repräsentationsgruppen, ausstellende Künstler (inklusive Begleitpersonen), Museumsvereinsmitglieder, Pressevertreter und Begleitpersonen schwerbehinderter Menschen. Eine Jahreskarte soll demnächst für einen Erwachsenen 30 Euro kosten (bis jetzt 25). Wenn jemand mehr als zehn Jahreskarten kauft, kostet das Stück 25 Euro.

Zur Begründung teilt die Stadt mit: „Die Entgelte werden im Zuge der Änderungen moderat erhöht und das Leistungsangebot an die tatsächlich angebotenen Formate angepasst. Dabei muss zwingend auch der Haushaltssituation der Stadt Leverkusen Rechnung getragen werden.“

Deutlich teurer sollen „Veranstaltungen museumspädagogischer Art“ werden. Zum Beispiel Sonntags- und historische Führungen. Hier will die Stadt den Preis von vier auf 15 Euro erhöhen. Für die Teilnahme am Kunstgenuss oder „Mein theurer Fritz“ von 4,50 auf 20 Euro. Die Gebühr für Mal- und Zeichenworkshops soll um sechs Euro pro Person steigen, von 29 und 35 Euro. Ein dreistündiger Kindergeburtstag inklusive Betreuung könnte bald montags bis freitags 120 Euro und samstags und sonntags 150 Euro kosten. Bis jetzt kosten Kindergeburtstage an Wochentagen 55 Euro (an Wochenenden und Feiertagen 65 Euro). Bei drei Stunden werden noch mal je die Hälfte fällig. Ein dreistündiger Geburtstag an einem Freitag zum Beispiel kostet derzeit 82,50 Euro – also 37,50 Euro weniger als womöglich künftig. Die bisherigen Preise, so die Verwaltung, deckten nicht annähernd die entstehenden Kosten für zum Beispiel Personal und Material. (nip)