Die Ausstellung „ripples“ ist von Sonntag, 12. bis 26. Juli, freitags von 13 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
Kunstverein LeverkusenWenn der Körper zum audiovisuellen Instrument wird

Die Künstlerin und Komponistin Claudia Robles-Angel an den Sensoren, durch die das Wasser in Schwingung kommt.
Copyright: Lotta Hosenfeld
In einem weißen Raum läuft Musik, die aus Naturklängen zusammengesetzt ist. Zehn LED-beleuchtete Glassockel mit integrierten Lautsprechern sind in unterschiedlicher Ausrichtung aufgestellt. Im oberen Teil der Glassockel schwimmt eine durchsichtige Flüssigkeit. Zwei Sensoren, auf die man als Besucher seine Finger legen kann, sind in der Mitte des Raumes plaziert.
Die Sensoren messen den elektrischen Leistungswiderstand der Haut, resultierend aus deren Feuchtigkeit und Emotionen. Diese Daten werden als Frequenzen an die Lautsprecher in den Glassockeln weitergegeben, wodurch das Wasser durch Tonschwingungen in Bewegung gerät und sich wellenartige Muster bilden, auf Englisch „ripples“. Die gleichnamige Installation von Künstlerin Claudia Robles-Angel ist ab Samstag, 11. Juli, im Kunstverein Leverkusen in den Remisen von Schloss Morsbroich zu sehen.
In der „ripples“-Installation wird der Betrachter zum Klangkörper. Der Körper wird zum audiovisuellen Instrument, denn die Beschaffenheit der Haut und der Zustand des Menschen, der die Sensoren berührt, beeinflusst den Klang der Frequenzen und die Bewegung des Wassers. Bei körperlicher Ruhe werden tiefere Frequenzen übermittelt, bei Aufregung höhere Frequenzen.
Körper spielt wichtige Rolle
Robles-Angel misst in ihrer Kunst häufig physiologische Aktivitäten des Körpers, wie den Herzschlag oder Gehirnaktivität und verwandelt sie in audiovisuelle Darstellungen. Die Künstlerin stellt subtile Klänge wie Naturgeräusche und unbewusste körperliche Prozesse in den Fokus. Aus eigens aufgenommenen Naturklängen hat die Künstlerin eine 15-minütige Komposition erschaffen, die sie in Dauerschleife in der Installation abspielt.
Die Klänge der Komposition bilden eine fließende Verbindung zu den natürlichen Klängen im Garten des Schloss Morsbroichs und gehen in das Vogelgezwitscher, das Rauschen des Windes in den Bäumen und den Springbrunnen über. In einem zweiten Raum projiziert die Künstlerin Videos von Wasserbewegungen an die Wand und stellt Fotos aus.
Man muss nichts über Kunst wissen, man braucht nur Neugier mitzubringen.
Wasser spielt für die in Köln lebende Kolumbianerin auch privat eine Rolle. Bei ihren häufigen Rheinspaziergängen empfindet sie es als beruhigend und meditativ, dem Wasser beim Fließen zuzuschauen und möchte dieses Gefühl an die Betrachter ihrer Ausstellung übermitteln.
Für die Vorsitzende des Kulturvereins Leverkusen, Susanne Wedewer-Pampus, ist es wichtig, den Besuchern Kunst niedrigschwellig näherzubringen. Es soll ein Ort der Begegnung geschaffen werden, wo Menschen ins Gespräch kommen. „Man muss nichts über Kunst wissen, man braucht nur Neugier mitzubringen“, sagt Wedewer-Pampus über die neue Installation.
Die Ausstellung ist von Sonntag, 12. bis 26. Juli, freitags von 13 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Für Samstag um 19 Uhr lädt der Kunstverein Leverkusen zur Vernissage mit Performance ein. Die zwei Perkussionisten Dirk Rothbrust und Rie Watanabe führen gemeinsam mit Claudia Robles-Angel eine musikalische Darbietung auf, mit Live-Elektonik und Instrumenten wie Regenrohren und Glasklangschalen.
