Abo

Ulrik DietzlerEhemaliger EVL-Chef eröffnet eigene Kunstausstellung

3 min
Künstler Ulrik Dietzler präsentiert sein Lieblingsfoto in der Ausstellung im Burscheider Rathaus

Künstler Ulrik Dietzler präsentiert sein Lieblingsfoto in der Ausstellung im Burscheider Rathaus

Mit der Vernissage „Auf dem Weg“ wurde im Burscheider Rathaus die 31. Ausstellung der Reihe „Kunst im Rathaus“ eröffnet.

Ulrik Dietzler ist Leverkusenern vor allem als ehemaliger technischer Geschäftsführer der Energieversorgung Leverkusen (EVL) bekannt. Nach seinem Ausscheiden macht er sich nun einen Namen als Künstler: Mit der Vernissage „Auf dem Weg“ wurde im Rathaus die 31. Ausstellung der Reihe „Kunst im Rathaus“ mit seinen Werken eröffnet.

Bürgermeister Dirk Runge betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung der Ausstellungsreihe. „Wir holen Kunst bewusst hierhin, wo Menschen ein- und ausgehen, wo gearbeitet wird und wo das öffentliche Leben unserer Stadt ein Stück weit zusammenkommt“, sagte Runge. Das Rathaus sei zwar in erster Linie ein Ort der Verwaltung, zugleich solle es aber auch Raum für Kunst, Begegnungen und Austausch bieten.

Neue Perspektiven eröffnen

Kunst könne überraschen, neue Perspektiven eröffnen und Menschen miteinander ins Gespräch bringen. „Der Blick bleibt hängen. Zunächst erscheint es einfach bunt. Aber bei genauer Betrachtung erkennt man einzelne Strukturen und Farben“, beschrieb der Bürgermeister seinen Eindruck der ausgestellten Werke.

Unter dem Titel „Auf dem Weg“ präsentierte Dietzler einen Querschnitt seines bisherigen Schaffens. Seine abstrakten Arbeiten zeichneten sich durch Experimentierfreude und Mut aus. Dabei arbeitete er nicht nur mit klassischen Pinseln. Stattdessen kamen unter anderem Spachtel, Bürsten, Tücher oder auch die Hände zum Einsatz. Farben wurden gegossen, gespritzt oder wieder entfernt. Selbst Wasser und Feuer nutzte der Künstler, um besondere Strukturen und Effekte entstehen zu lassen.

Kunsthistoriker ordnet ein

Eine kunsthistorische Einordnung der Ausstellung übernahm der Künstler Rainer Seifert. Er ordnete Dietzlers Arbeiten in die Tradition des Informel und des abstrakten Expressionismus ein. Dabei hob er hervor, dass „der Zufall ein Wesenskern dieses Malspiels“ sei. Jeder Betrachter nehme die Bilder anders wahr: „Jeder von Ihnen wird höchst unterschiedliche Assoziationen entwickeln.“

Dietzler selbst erklärte, dass ihn vor rund fünfzehn Jahren die Arbeitsweise eines anderen Künstlers inspiriert habe. „Ich habe die Technik nicht hinbekommen. Aber sie hat mich inspiriert, meinen eigenen Stil zu entwickeln“, sagte er. Der Ausstellungstitel stehe deshalb sinnbildlich für seinen persönlichen und künstlerischen Entwicklungsprozess. „Das, worum es mir bei der Kunst geht, ist gestalten zu dürfen“, erklärte Dietzler. Besonders faszinierend sei für ihn das Experimentieren mit unterschiedlichen Materialien und deren Eigenschaften.

„Ich kann Ihnen nicht genau sagen, wie der Effekt aussehen wird. Ich kann nur sagen: An der Stelle wird er sein – und ungefähr so groß.“ Zum Abschluss lud der Künstler die Gäste ein, die Ausstellung gemeinsam mit ihm zu erkunden und die Geschichten hinter den einzelnen Bildern kennenzulernen. Die Werke sollen in den kommenden Monaten im Rathaus zu sehen sein und Besucherinnen und Besucher dazu einladen, eigene Eindrücke und Interpretationen zu entwickeln.