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6000 TeilnehmerVorm Start des Leverkusener Halbmarathons gab's eine Schweigeminute

4 min
Seit 2022 wird der Halbmarathon auf der Bismarckstraße gestartet.

Seit 2022 wird der Halbmarathon auf der Bismarckstraße gestartet.

Zum 24. Mal fiel der Startschuss für den Halbmarathon, seit 2022 wird auf der Bismarckstraße gestartet.

Der Lauf ist die größte Sportveranstaltung in Leverkusen abseits des Fußballs – sagen die Veranstalter. Und das merkte man auch, wenn man am Sonntag rund um die Bismarckstraße direkt an der BayArena unterwegs war: Zum 24. Mal fiel der Startschuss zum Halbmarathon.

Schülerinnen und Schüler laufen kürzere Strecken.

Schülerinnen und Schüler laufen kürzere Strecken.

Die Sieger, die auf dem Podest bei den Frauen und Männern ganz oben standen, sind sogenannte Wiederholungstäter. Wie im vergangenen Jahr konnten sich Esther Pfeiffer bei den Frauen und Jonny Dahlke vom TSV Bayer 04 Leverkusen, mit einigem Abstand, bei den Männern durchsetzen. Für Pfeiffer, die als amtierende Deutsche Meisterin auf der Halbmarathon-Distanz an den Start ging, war es die vierte Teilnahme in Leverkusen. „Ich freue mich riesig, vor allem auch über das Wetter“, sagte Pfeiffer kurz vor dem Start. Mit Glitzer im Gesicht sei sie in diesem Jahr als „Glitzer-Flitzer“ unterwegs. Profis gehen gemeinsam mit Hobbyläuferinnen und -läufern an den Start: Die Mischung ist ein Merkmal des Leverkusener Halbmarathons.

Eine dieser Hobbyläuferinnen ist Paula Pabst. Schon zum dritten Mal ist sie beim Leverkusener Halbmarathon am Start. Für die Leichlingerin ist der Wettbewerb in Leverkusen der Heimat-Halbmarathon. Vor dem Start merkte man ihr die Vorfreude deutlich an; die Stimmung, das gemeinsame Sportmachen, das mache für sie den Halbmarathon besonders. Als die Musik kurz vor dem Start lauter wurde und die „Power-Banane“ gegessen war, stieg die Motivation noch einmal.

Es ging auch wieder durchs Fußballstadion.

Es ging auch wieder durchs Fußballstadion.

Neben dem Halbmarathon gab es wie in jedem Jahr auch einen Zehn- und einen Fünf-Kilometer-Lauf und verschiedene Kinderläufe. Zu einer kuriosen Situation kam es dabei beim Zieleinlauf beim Fünf-Kilometer-Lauf. Schon nach etwas mehr als zehn Minuten erreichte ein Mädchen das Ziel – eindeutig zu früh. Wie sich herausstellte, war sie versehentlich mit den Halbmarathonläuferinnen und ‑läufern gestartet, also 15 Minuten vor ihrem Start. Für das junge Mädchen war es mit Sicherheit trotzdem ein besonderes Ereignis, als Erste durch das Ziel zu laufen.

Die echten Sieger der Fünf-Kilometer-Distanz heißen Till Oke Weiss und Lisa Memouna Kerp, die nach etwas mehr als 16 und nach 18 Minuten das Ziel erreichten. Auf der Zehn-Kilometer-Strecke siegten Jonas Humke und Pauline Meyer, beide laufen beim TSV in Leverkusen.

Die ersten, die am Morgen an der Startlinie auf der Bismarckstraße vor der BayArena standen, waren die Jüngsten. Die Bambini legten unter großem Applaus Distanzen bis zu einem Kilometer zurück. Der Ehrgeiz einiger Läuferinnen und Läufer war sehr hoch. Auf die Frage „Was hast du dir vorgenommen?“ antwortete ein junger Läufer: „Erster zu werden!“ Andere nahmen sich vor, die Strecke komplett händchenhaltend zu laufen. Selbst ein kleiner Massensturz konnte die jungen Sportlerinnen und Sportler nicht aufhalten, sodass die meisten doch die Ziellinie mit einem Lächeln auf den Lippen, oder einem Winken zu den Eltern überquerten.

Schweigeminute für Sebastian Hempfing

Das Startsignal für die verschiedenen Läufe wurde in diesem Jahr von Sportdezernent Marc Adomat gegeben. Er lobte den Einsatz der vielen Freiwilligen: „Die Ehrenamtler sind das Herz dieser Veranstaltung“, so Adomat. Die Helferinnen und Helfer, die teilweise schon seit 4.30 Uhr am Morgen im Einsatz gewesen seien, sah man den ganzen Tag über rund um die Strecke: beim Auf- und Abbau, an den insgesamt acht Verpflegungsstationen oder auch beim Umhängen der Medaillen im Zielbereich. Letztere Aufgabe übernahm Andreas. Er hat im Rahmen des EVL-Halbmarathons schon häufiger geholfen. Ob das nicht eine der schönsten Aufgaben ist, den Sportlerinnen und Sportlern nach dem Zieleinlauf ihre verdienten Medaillen umzuhängen? „Naja, die meisten sind einfach K.O. und müssen erstmal durchatmen“, sagt er. Der Stolz sei ihnen dann oft noch nicht anzumerken.

Der Stolz kommt mit der Erholung aber sicher, so jedenfalls bei Lea und Debbie. „Es war schön“, erzählen die beiden Kölnerinnen, „man ist stolz und denkt, es ist gar nicht so anstrengend, wie gedacht.“ Die Erleichterung, es geschafft zu haben, ist den beiden nach ihrem ersten Halbmarathon anzusehen.

Ihren Zieleinlauf feierte auch ein frisch verheiratetes Pärchen, das mit dem Halbmarathon seine Flitterwochen einläutete. Gut zu erkennen auch am Schleier der Braut. Ebenfalls fielen die vielen pinkfarbenen T-Shirts auf. Anlässlich von 40 Jahren Frauennotruf gingen 40 Läuferinnen und Läufer auf die Strecke, um ein Zeichen für Solidarität mit den Betroffenen sexualisierter Gewalt zu setzen. Schirmfrau des Jubiläumsjahres ist Stadionsprecherin Anke Feller. „Sexualisierte Gewalt kann überall stattfinden. Deshalb ist es wichtig, dass Betroffene Unterstützungsangebote kennen und diese dauerhaft finanziell gut abgesichert sind“, erklärt Feller.

Doch der Tag mag nicht für jeden ein ausschließlich leichter gewesen sein: 20 Jahre war Sebastian Hempfling Sprecher an der Seite von Anke Feller. Er war im vergangenen Jahr kurz nach dem Halbmarathon unerwartet gestorben. Ihm widmete man eine Schweigeminute. „Sebastian, dieser Tag gehört dir!“, sprach Organisatorin Tiina Ripatti.

Insgesamt gingen bei der Veranstaltung 6000 Läuferinnen und Läufer an den Start, davon 3300 in der Halbmarathon-Distanz. Im nächsten Jahr steht ein Jubiläum an: der 25. Leverkusener Halbmarathon.