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GeschäftsideeMit Hundesnacks aus Burscheid zum Millionenumsatz

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Geschäftsführerin Jessica Pendel mit dem kommenden Verkaufsschlager:  Hunde-Adventskalender

Geschäftsführerin Jessica Pendel in der Burscheider Halle mit dem kommenden Verkaufsschlager: Hunde-Adventskalender

Alles begann in der Garage: Jessica Pendels „Knabberkiste“ wächst mit natürlichen Hundeleckerbissen.

Minisalamis aus Lachs, kleine Bällchen aus Gemüse, Obst oder Joghurt und mit Kräutern verfeinerte Superfood-Riegel: Was nach besonderen Leckerbissen fürs Supermarktregal klingt, ist exklusiv für Vierbeiner gedacht. Mit solchen natürlichen Hundesnacks hat sich Jessica Pendel aus Odenthal ein Unternehmen aufgebaut. Zehn Jahre nach der Gründung beschäftigt die 45-Jährige zehn Mitarbeiterinnen. Die „Knabberkiste“ im Burscheider Gewerbegebiet Straßerhof wächst weiter, dabei fing alles mit einem Dörrautomaten zu Hause an.

Wenig unbehandelte Artikel

Rückblick ins Jahr 2016: Als Hundebesitzerin wollte Pendel genauer wissen, woher Kauartikel stammen und wie sie hergestellt werden. Tierische Nebenprodukte zu verwerten, findet sie sinnvoll. „Solange wir Tiere essen“, sagt sie, sei es „gut und richtig, das ganze Tier zu nutzen“. Doch Herkunft und Verarbeitung vieler Produkte überzeugten sie nicht und unbehandelte Naturkauartikel zu finden, erwies sich als schwierig. Also begann sie, selbst Snacks zu trocknen. Im Hundeverein blieb das nicht unbemerkt. „Kannst du das nicht auch für uns machen?“, wurde sie gefragt.

Die gelernte Floristin suchte daraufhin nach sogenannten Trocknern: Unternehmen, die tierische Produkte in Trocknungskammern und Öfen haltbar machen. Die „Knabberkiste“ stellt heute ihre Ware nicht selbst her, sondern bezieht sie von Herstellern und Trocknungsbetrieben. Durch den Entzug von Feuchtigkeit könnten die Produkte je nach Sorte bis zu anderthalb Jahre gelagert werden, erklärt Pendel.

Von der Garage in die Halle

2016 gründete sie mit ihrem Mann Frederik (45) das Unternehmen. Geplant war ein Nebengewerbe, als Lager diente zunächst die eigene Garage in Odenthal. Doch die Bestände breiteten sich aus. Als Ende 2019 selbst Wohnzimmer und Küche nicht mehr ausreichten, zog das Unternehmen in eine Lagerhalle in der Neuen Bahnstadt Opladen. „Jetzt fühlt es sich an wie eine richtige Firma“, erinnert sich Pendel an diesen Schritt. Das war der Moment, in dem sie ihren Beruf als Floristin aufgab.

Snacks für Vierbeiner: Ein Regal im Verkauf zeigt einen Teil des umfangreichen Sortiments.

Snacks für Vierbeiner: Ein Regal im Verkauf zeigt einen Teil des umfangreichen Sortiments.

Während der Corona-Pandemie gewann der Versandhandel weitere Kunden. Viele Menschen hätten sich damals einen Hund zugelegt, erzählt Pendel. 2021 stellte sie ihre erste Mitarbeiterin ein, die beim Packen der Pakete hilft. Schon bald reichte der Platz wieder nicht. Im April 2022 folgte der Umzug nach Burscheid: in eine 400 Quadratmeter große Halle mit Büro, Lager, Versand und Verkauf.

„Wir sind in erster Linie ein Versandhandel“, sagt Pendel. Weil aber immer mehr Kunden aus der Region kamen, entwickelte sich auch das Geschäft vor Ort. Nun steht der nächste Wachstumsschritt an: Nebenan soll eine weitere Halle angemietet werden. Geplant sind 120 Quadratmeter für den Verkauf und weitere 220 Quadratmeter Lagerfläche.

Auch die wirtschaftliche Entwicklung überrascht die Gründerin noch immer: Für 2026 nähere sich das Unternehmen der Marke von zwei Millionen Euro Umsatz, berichtet sie. „Es war nie geplant, ein so großes Unternehmen zu gründen, ich bin eigentlich ein sicherheitsbedürftiger und vorsichtiger Mensch.“ Die Mutter dreier Kinder ist stolz auf das Erreichte, mit dem Wachstum ist für sie aber auch die Verantwortung gestiegen: An den Arbeitsplätzen hängen schließlich Familien. „Ihnen die Gehälter immer pünktlich zu zahlen, ist meine oberste Priorität.“

Der Renner: Adventskalender für Hunde

Mehr als 400 Artikel verschiedener Hersteller umfasst das Sortiment inzwischen. Den Schwerpunkt bilden natürliche Kauartikel, hinzu kommen unter anderem Hundefutter, Leinen, Mäntel und Spielzeug. Auch Ausrüstung für den Zughundesport ist dabei. Bei den Snacks reicht die Auswahl von vegetarischen Alternativen, bis zu Fisch oder Straußen- und Wildfleisch. Damit spricht Pendel auch Halter an, die für Hunde mit Unverträglichkeiten nach geeigneten Produkten suchen. Da sei die Nachfrage in den vergangenen Jahren enorm gewachsen.

Verpackt wird erst, wenn eine Bestellung eingeht, und zwar von Hand. Statt Plastik verwendet der Versand Papier. Kunden können wählen, ob die Sorten einzeln oder zusammen in eine Tüte kommen sollen, das sei besonders nachhaltig.

Im Betrieb laufen bereits die Vorbereitungen für Weihnachten. Der Verkaufsschlager: der Hunde-Adventskalender für 24 oder 80 Euro. Danach hätten Kunden schon gefragt, als draußen noch 30 Grad herrschten, so Pendel. Geplant sei ebenfalls wieder eine Charity-Aktion: ein Wunsch-Weihnachtsbaum mit Bildern von Hunden aus dem Tierheim Remscheid. Kunden konnten vor Ort oder online etwas für sie kaufen. „Wir haben nicht mit so einer Resonanz gerechnet“, so Pendel.

Bei aller Aufmerksamkeit für Hunde gehen andere Vierbeiner nicht leer aus. Einige Knabbereien aus dem Sortiment seien auch für Katzen geeignet, erzählt Pendel. Denn die mögen die natürlichen Snacks ebenfalls.