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Theaterstück„Bürger*innenbühne“ Burscheid fragt: Ist Möhrenschälen wirklich Arbeit?

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Oleg Zhukov und Steffi Elbers inszenieren das Theaterstück „happy never ending“ als erste Produktion der neu gegründeten „Bürger*innenbühne“ Burscheid.

Oleg Zhukov und Steffi Elbers inszenieren das Theaterstück „happy never ending“ als erste Produktion der neu gegründeten „Bürger*innenbühne“ Burscheid.

Kochen, putzen, pflegen, zuhören. Care-Arbeit hält den Alltag zusammen und bleibt doch oft unsichtbar. Die „Bürger*innenbühne“ Burscheid macht daraus ein Theaterstück.

Ist Möhrenschälen eigentlich Arbeit? Die Frage klingt banal. Doch gerade darin steckt ein gesellschaftliches Problem: Es gibt Tätigkeiten, ohne die unser Alltag nicht funktionieren würde, die aber kaum als Arbeit wahrgenommen werden. Aufräumen, organisieren und Verantwortung übernehmen – vieles davon geschieht nebenbei, im Privaten und häufig ohne Anerkennung. Mit „happy never ending – Ein Theaterabend über Care-Arbeit“ widmet sich die neu gegründete „Bürger*innenbühne“ Burscheid diesem Thema. Diesen Samstag feiert das Stück Premiere. Auf der Bühne stehen neun Menschen verschiedener Generationen, die sich in den vergangenen Monaten mit der Frage auseinandergesetzt haben, was es bedeutet, für andere da zu sein.

Die Idee zur „Bürger*innenbühne“ entstand als Jahresprojekt. Menschen aus Burscheid und Umgebung sollten zusammenkommen, gemeinsam Theater spielen und aus diesem Prozess ein Stück entwickeln. „Im besten Fall entsteht daraus ein Format, das künftig regelmäßig stattfindet“, sagt Regisseur Oleg Zhukov. Für die erste Produktion fiel die Wahl auf Care-Arbeit – einen Begriff, der zugleich politisch und persönlich ist. Er verweist auf die Verteilung von Verantwortung und auf die Frage, welche Tätigkeiten als selbstverständlich gelten. Zugleich führt er unmittelbar in den Alltag von Familien, Partnerschaften, Freundschaften und Nachbarschaften.

Das Interesse war groß: Rund 25 Menschen kamen zum ersten Treffen. Bei einem „Speed-Dating“ tauschten sie sich darüber aus, was sie mit Care-Arbeit verbinden. In den folgenden Monaten beschäftigte sich die Gruppe mit konkreten Fragen des Zusammenlebens in Burscheid, mit vorhandenen Angeboten und mit Bereichen, in denen Unterstützung fehlt.

Das Stück formt sich aus persönlichen Geschichten

Regisseur Oleg Zhukov und Choreografin Stefanie Elbers führten intensive Einzelgespräche mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Aus ihren Erfahrungen und Geschichten entwickelten sie gemeinsam mit der Gruppe die Bühnenfassung. Das Ergebnis ist kein klassisches Erzählstück mit durchgehender Handlung, sondern eine Collage aus rund neun Szenen. „Wir wollten nicht einfach ein fertiges Stück mit einer Gruppe besetzen“, sagt Oleg Zhukov. „Die persönlichen Erfahrungen der Beteiligten sind der Ausgangspunkt der Inszenierung.“ 

Eine besondere Rolle spielt die Verbindung von Text und Bewegung. Tanz- und Bewegungspädagogin Stefanie Elbers schuf aus alltäglichen Bewegungen choreografisches Material. Care-Arbeit ist körperlich: Menschen werden getragen, versorgt, begleitet und gepflegt. „Der Körper kann erzählen, bevor ein Wort gesprochen ist“, sagt Oleg Zhukov.

Für den Regisseur steht dabei nicht die Schauspielpraxis im Vordergrund: „Entscheidend ist nicht, ob jemand Bühnenerfahrung hat. Es geht darum, die individuelle Qualität jedes Menschen sichtbar zu machen. Wir wollen Menschen in ihrer jeweiligen Eigenart präsent werden lassen.“ 


Die Premiere von „happy never ending“ ist am Samstag, 26. September, um 19 Uhr im Kulturforum Burscheid. Einlass ist ab 18.30 Uhr. Der Eintritt kostet 15 Euro, ermäßigt neun Euro, jeweils zuzüglich Vorverkaufsgebühr.