Das Bürogebäude der Firma Schormann, das einen neuen Bebauungsplan angestoßen hat, wird weiter diskutiert.
Debatte in BurscheidWie grün muss ein Gewerbegebiet heute sein?

Das Gewerbegebiet an der Griesberger Straße ist nicht gerade eine grüne Oase. Der schlanke, hohe Büroneubau der Firma Schormann (Bildmitte) sorgt für einen neuen Bebauungsplan – und für Kritik des BUND.
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Die Entwicklung im Gewerbegebiet am Griesberg wurde am Donnerstagabend intensiv weiter diskutiert. Manfred Lindenau vom Burscheider BUND hatte eine entsprechende Anfrage gestellt; im Umweltausschuss wurde das Thema vertieft. Denn inzwischen hat die Stadtverwaltung detailliert erklärt, wie es dazu kommen konnte, dass ein Neubau nicht den bisherigen Regeln entspricht und die Begrünung des restlichen Grundstücks den künftigen Vorgaben widerspricht. Denn das ist das Ergebnis eines Bauprojekts der erfolgreichen Maschinenbaufirma Schormann.
Doch der Reihe nach: Im Sommer 2022 habe die Firma beantragt, eine neue Halle und ein Bürogebäude auf ihrem Grundstück an der Griesberger Straße zu bauen, heißt es in der Chronologie, mit der Bürgermeister Dirk Runge und die städtische Bauexpertin Diana Papierz auf die Lindenau-Fragen reagieren. Schnell habe sich herausgestellt, dass wegen der guten wirtschaftlichen Entwicklung Bürofläche gebraucht wird. Im September 2024 sei ein entsprechender Bauantrag gestellt worden, der allerdings nicht in den ursprünglichen Bebauungsplan passte: Danach dürfen in dem Dreieck zwischen Griesberger Straße und Liesendahler Weg nur Häuser mit maximal zwei Vollgeschossen gebaut werden. Über die Höhe sagt der B-Plan nichts.
Es musste eine pragmatische Lösung gefunden werden.
Schormann brauchte aber ein Stockwerk mehr. Weil mit dem Bau des nach geltenden Regelungen zu hohen Hauses schon begonnen worden war, „musste eine pragmatische Lösung gefunden werden“, heißt es in der Antwort des Bürgermeisters.
Die sieht so aus: Schormann konnte weiterbauen, aber im Oktober 2024 legte die Verwaltung dem Stadtrat den Beschluss vor, an der Griesberger Straße einen neuen Bebauungsplan aufzulegen. Der soll höhere Gebäude ermöglichen. Aber – und daher rührt die Kritik des BUND – im neuen B-Plan gibt es auch zeitgemäße Regeln, wie die Gewerbegrundstücke zu begrünen sind. Das Land gegenüber wird vom Mitarbeiterparkplatz des Tenneco-Werks 2 bestimmt. Das ist eine Asphaltwüste mit sehr vereinzelten Bäumchen und Sträuchern.
Der alte Grünstreifen ist weg
Den künftig obligatorischen Grünstreifen wenigstens an der Straßengrenze gibt es allerdings bei Schormann nicht mehr: Im Zuge der Erweiterung wurde stattdessen der Parkplatz etwas vergrößert und mit einem Zaun von der Griesberger Straße abgetrennt. In den Augen des Naturschützers Lindenau ist das natürlich eine Verschlechterung und das Gegenteil dessen, was eigentlich gedacht ist.
Nur: Der neue Bebauungsplan mit der laufenden Nummer 13 gilt noch nicht. Was jetzt noch gebaut wird, unterliegt den alten Regeln, die zur Begrünung nichts sagen. Vielmehr hat alles, was dort ist – und sei es noch so neu – Bestandsschutz.
Nachbesserungen werden diskutiert
Allerdings ist man sich im Rathaus bewusst, dass die Situation für den Laien reichlich seltsam wirkt: nämlich dass der faktische Verursacher eines neuen Bebauungsplans sich nicht an die Regeln halten muss, weil er sein Projekt noch schnell vorher verwirklicht hat. „Wir sind im Gespräch mit der Firma Schormann“, berichtete Bürgermeister Runge am Donnerstagabend im Umweltausschuss. Einen ersten Erfolg gebe es im Übrigen: „Die Dachbegrünung ist schon da“, ergänzte Diana Papierz. Ob statt des Grünstreifens auf dem Parkplatz die Fassade des schlanken Büro-Neubaus mit Bewuchs ausgestattet werden kann, müsse sich noch zeigen.
Manfred Lindenau gab sich am Freitagmittag zuversichtlich: Es habe soeben ein konstruktives Telefonat mit der Schormann-Unternehmensleitung gegeben, „nächste Woche Treffen“.
