Für den Griesberg soll der Bebauungsplan geändert werden. Aus Sicht des BUND sind längst Fakten geschaffen.
StadtplanungStreit um Grün in Burscheider Gewerbegebiet

Der Griesberg bekommt Glasfaser. Das ist gut für die Unternehmen – um die Erweiterung der Maschinenfabrik Günter Schormann gibt es allerdings Streit.
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Der Bebauungsplan stammt von 1970 und hat aus heutiger Sicht eine unglückliche Formulierung: Im Dreieck zwischen Griesberger Straße und Liesendahler Weg wurde seinerzeit nicht die maximale Höhe eines Gebäudes festgelegt, sondern dass es maximal ein Geschoss haben darf. Die erfolgreiche und somit stetig wachsende Maschinenfabrik Günter Schormann ist damit nicht klargekommen, weil der neue Bürotrakt mehr als ein Geschoss hat.
Um dem Finalisten beim Großen Preis des Mittelstands 2025 die Expansion zu ermöglichen, hat die Stadtverwaltung ein Änderungsverfahren für den B-Plan in Gang gesetzt. Am Donnerstag soll zunächst der Umweltausschuss Ja zu der Veränderung sagen, eine Woche später der Ausschuss für Stadtentwicklung.
Kein Platz mehr für die Hecke.
Aus Sicht des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland sind allerdings längst Fakten geschaffen. Burscheids BUND-Vorsitzender Manfred Lindenau kritisiert das in einem Brief an die Stadtverwaltung und Bürgermeister Dirk Runge scharf: Die Firma Schormann habe einen Grünstreifen durch eine gepflasterte Fläche ersetzt, „auf die Grenze wurde ein Gitterzaun gesetzt: kein Platz mehr für die Hecke.“
Dabei steht im Entwurf des B-Plans: „Einfriedungen sind in Form von mit Hecken eingegrünter Umzäunung zu planen.“ Die Realität, so Lindenaus Vorwurf, „entspricht weder dem gültigen Bebauungsplan noch den Festsetzungen im geänderten Bebauungsplan. Er ist, so oder so, nicht rechtmäßig“.
Scharfer Brief an den Bürgermeister
Auch mit Bäumen auf dem neuen Parkplatz sei nicht ordentlich umgegangen worden. „Das Ziel, hier ein Mindestmaß an grüner Infrastruktur zu sichern, ist durch den derzeitigen Status quo unterlaufen und konterkariert“, so Lindenau. Das ärgert den Naturschützer gewaltig, und das formuliert er auch deutlich in seinem Brief an Burscheids Bürgermeister: „Sie betreiben überzeugt und engagiert ein Stück Standortsicherung für das Unternehmen. Es sollte Ihnen möglich sein, ebenso überzeugt und entschlossen zu erreichen, dass das Unternehmen im Gegenzug seinen Beitrag zur stadtökologischen Aufwertung leistet, zum optischen und klimatischen Gewinn für das Quartier, zur Lebensqualität für die Bewohner auf dem Griesberg.“
Tatsächlich ist das zwei Hektar große Plangebiet eine Ansammlung von Gewerbebetrieben. Rund 1,3 Hektar sind bebaut, steht im Umweltbericht, der für das Änderungsverfahren angefertigt wurde.
In einem Brief an die Firma Schormann äußert sich Lindenau übrigens diplomatischer: Der eingetretene Zustand „lässt vermuten, dass das Thema in den vorbereitenden Gesprächen mit dem Burscheider Planungsdezernat nicht abschließend geklärt wurde“.
