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SozialpolitikWie Burscheid Zuwanderer besser integrieren kann

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Das interkulturelle Frühstück in Burscheid

Seit vielen Jahren ist das interkulturelle Frühstück in Burscheid etabliert.

Der Ausschuss für Chancengleichheit und Integration hat die Arbeit aufgenommen.

Was ist zu tun für Chancengleichheit und Integration in Burscheid? Der gleichnamige Ausschuss – er ersetzt den bisherigen Integrationsrat – hat da einige Ideen: Stella Ignatz vom Bündnis für Burscheid möchte, „dass das interkulturelle Frühstück weitergeführt wird“. Das sagte die gebürtige Rumänin am Dienstagabend in der ersten Arbeitssitzung des Gremiums nach der Kommunalwahl im Rathaus. In Zukunft könnte das seit vielen Jahren bewährte Treffen für Bürgerinnen und Bürger aller Nationen aber im neuen Kulturforum sein – mit erweitertem Programm. Umso mehr, als das Haus auch unter der Bedingung gefördert wurde, dass sich dort Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen begegnen können.

Ein Termin, den die Managerin des Hauses, Joanna Kischka, im Auge hat, könnte aber schwierig sein: Samstag, 7. März, liegt mitten im Ramadan: Der beginnt in diesem Jahr am 19. Februar und dauert 30 Tage. Trotzdem soll auf jeden Fall etwas gehen im Verein mit der türkischen Gemeinde in Burscheid. Ayhan Ünaldi, der ebenfalls auf der Liste des BfB in den Ausschuss für Chancengleichheit und Integration, kurz ACI, gekommen ist, will sich darum kümmern.

Ein „Politdinner“ als neues Format

Dem Sozialdemokraten Önder Bariscioglu schwebt neben dem interkulturellen Frühstück ein „Politdinner“ vor. Auch das könne die Teilhabe von Migranten stärken. Wie das Format im Detail aussieht, muss noch erarbeitet werden.

Das gilt auch für Bariscioglus Plan, Migranten besser über das Vereinsangebot in Burscheid zu informieren. Ihm sei bei Besuchen bei Geflüchteten aufgefallen, dass sie oft nicht wissen, wo und wie man seine Freizeit gestalten kann – etwa mit Sport für Kinder. „Ich hab das Gefühl, die sind irgendwo isoliert“, berichtete der SPD-Mann. Das gelte auf jeden Fall für seine kurdischen Landsleute – aber auch für andere Zuwanderer. Das alles sei ein weiteres Betätigungsfeld für den ACI.

Blick ins Burscheider Büdchen

Ende August 2019 wurde in der Luisenstraße das Burscheider Büdchen eröffnet.

Yasmin Karl (ebenfalls BfB) wünscht sich, dass der ACI ein Generationenprojekt auflegt, das junge und alte Leute zusammenbringt. Ein passender Ort wäre das Luchtenberg-Richartz-Haus. Oder das Jugendzentrum Megafon. Unterstützung brauche auf jeden Fall das Burscheider Büdchen, so Karl. Die Einrichtung in der Luisenstraße werde inzwischen nicht mehr von der Katholischen Jugendagentur getragen, sondern vom Rheinisch-Bergischen Kreis, hieß es am Dienstag.

Das Büdchen, gedacht als informeller Treffpunkt in der nördlichen Innenstadt, hat sich in Jahren bewährt. Vor allem junge Leute können sich dort über Unterstützung in schwierigen Lebenslagen informieren. Der Kontakt zur Schuldnerberatung, zum Jobcenter, zum Jugendamt, aber auch zu den Schulen ist schnell herzustellen. Aus Sicht von Yasmin Karl, der mit Abstand jüngsten Person im Ausschuss für Chancengleichheit und Integration, ist das Büdchen für Burscheid unverzichtbar.