Es wirkt fast, als wäre das Burscheider Bad nie geschlossen gewesen, als sich am Samstagmittag die ersten Badegäste wieder in den Becken tummeln – das Konzept des Bads hat sich nicht verändert, der Schauplatz scheint bis ins Detail vertraut: das dampfende Solebecken, die weiße Elefantenrutsche und die rote Gummimatte im Nichtschwimmerbecken. Selbst das Design der großen Uhr hinter dem Drei-Meter-Brett ist ähnlich gehalten.
Und doch sind drei Jahre vergangen. Was im Jahr 2023 als eine zwölfmonatige Sanierung geplant war, entpuppte sich als ein Großprojekt: Die Schäden an der Bewehrung des Betons waren größer als gedacht, es kam zu Verzögerungen wegen Lieferengpässen, es wurde festgestellt, dass der Brandschutz mangelhaft war, hinzu kamen Schwierigkeiten bei den Gewerken. Noch im August dieses Jahres kam es erneut zu unvorhergesehenen Verzögerungen. „Rückblickend war es nicht der eine Grund, der zu dieser langen Bauzeit geführt hat“, sagt Christian Meuthen, Geschäftsführer der Bäderbetriebsgesellschaft Burscheid, dazu. Diese Zeit sei nicht schön gewesen.
Umso glücklicher sind die Verantwortlichen, als sie am Samstag, 17. Oktober, um Viertel vor zwei endlich die Schwimmnudeln durchtrennen können, als Zeichen der Eröffnung. „Von uns fällt jetzt gerade eine ganze Menge Anspannung ab“, zeigt sich Meuthen erleichtert. Bürgermeister Dirk Runge freute sich, wie er sagte, für die Badegäste, aber auch darüber, dass ein Topp-Thema wegfalle und drei Jahre mit hohen Ausgaben zu Ende gingen. Außerdem freue er sich über die Zukunftsfähigkeit des Bades, die das Team zum Beispiel durch energetische Verbesserungen erzielen konnte.

Bürgermeister Dirk Runge, Badbetriebsleiter Karsten Baum, Geschäftsführer Christian Meuthen und ein weiteres Mitglied des Teams (v.l.) vom Vitalbad Burscheid beim Durchtrennen der Schwimmnudeln.
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Im Konzept des Bades ist vieles ähnlich geblieben wie vor der Schließung: „Wir haben kein neues Bad gebaut, sondern ein bestehendes Bad wieder aufbereitet, sodass wir es noch weitere Jahrzehnte werden nutzen können“, betont Christian Meuthen bei seiner Eröffnungsansprache. Lediglich das Angebot für Kinder hat sich verändert: Wo früher hinter dem Kleinkinderbecken Massageliegen standen, ist nun ein Bereich mit Wasserfontänen eingerichtet, mit denen die Kinder spielen können. Zu einer Krebsfigur, die bereits installiert ist, sollen sich zukünftig noch weitere Spielfiguren gesellen.
Neben der Einrichtung der Spielfiguren stehen noch weitere „kleinere Sanierungen“ an, wie Meuthen berichtet, so zum Beispiel das Befliesen des Außenbereichs neben dem Solebecken oder der Einbau einer elektrischen Tür am Behinderten-WC. Nach diesen letzten Arbeiten will der Geschäftsführer der Bäderbetriebsgesellschaft Burscheid dann einen finalen Kassensturz machen – die ursprüngliche Kostenschätzung lag bei 4,5 bis 5 Millionen Euro, durch die unvorhergesehenen Schwierigkeiten dürfte dieser Rahmen aber überschritten werden. Eine Förderung in Höhe von 1,76 Millionen Euro erhielt das Bad aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen“.

Badleiter Karsten Baum vergibt die ersten Tickets.
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Mit der Wiedereröffnung kann das Bad nun allerdings auch wieder Einnahmen generieren. Die Eintrittspreise haben sich zwar verändert, wer aber Eintrittskarten mit Kaufdatum zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2025 besitzt, kann diese noch bis Silvester 2030 nutzen. Ansonsten gibt es neuerdings Stundentarife: Für zwei Stunden zahlen Erwachsene sieben, Kinder fünf Euro, für vier Stunden elf beziehungsweise acht Euro.
Eine Tageskarte kostet für Erwachsene 14 und für Jugendliche elf Euro. Für Kinder unter sechs Jahren ist der Eintritt frei. Das Vitalbad Burscheid hat montags von 14 bis 21.30 Uhr und dienstags bis freitags von sieben bis 21.30 Uhr geöffnet. An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen können Badegäste das Schwimmbad von acht bis 19 Uhr besuchen. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage.
www.vitalbad-burscheid.de

