Haftstrafe für Täter aus BurscheidVergewaltiger muss fast neun Jahre ins Gefängnis

Ein Gerichtsprozess (Symbolbild)
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Burscheid/Köln – Eine Freiheitsstrafe von acht Jahren und neun Monaten wegen Vergewaltigung in sechs Fällen muss der 56-jährige Burscheider absitzen, der vor dem Landgericht Köln angeklagt war. Freitag fiel das Urteil in seinem Prozess, der rapide an Dynamik gewonnen hatte. Zu den anfänglich angeklagten zwei Vergewaltigungen seiner Partnerin und ihrer 17 Jahre alten Freundin kamen vier weitere Taten hinzu, die er in den vergangenen 20 Jahren an zwei weiteren Frauen begangen hat.
Immer mehr Taten ermittelt
Mit der Hypothese, ein Verhaltensmuster des Angeklagten aufgedeckt zu haben, ermittelte das Gericht stichprobenartig ehemalige Partnerinnen: Jede aufgedeckte Beziehung war geprägt von immenser Gewalt. Zur Persönlichkeit des Burscheiders wurde bekannt, dass er „vollkommen beherrscht“ und „zielorientiert“ gehandelt habe. Er sei strafrechtlich uneingeschränkt verantwortlich.
Frauen bewusst gequält
Angesichts seines gewaltvollen Verhaltensmusters gegenüber Frauen sprach ein Sachverständiger gar von einer „dunklen Triade“ des Täters, womit er eine Vereinigung von machiavellistischen, narzisstischen und psychopathischen Zügen meinte. Vor allem die letzteren beiden Eigenschaften sah die Strafkammer als zutreffend an: Seine Partnerinnen behandele der Verurteilte wie Objekte und instrumentalisiere sie, um sein eigenes Ego aufzuwerten. Empathielos zeige er dissoziale Störungen und quäle seine Opfer bewusst.
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Der 1964 in Leverkusen Geborene passe in ein Muster hoch auffälliger Männer, die immer wieder nach demselben Schema handelten, hieß es im Urteil. Auch er suchte sich Frauen, die teils mit zurückliegenden Gewalterfahrungen zu kämpfen hatten, erzeugte eine Bindung – auch durch Schwangerschaften – und begann zunehmend Dominanz und Isolierung über sie auszuüben.
Erniedrigung und Psychoterror
Während der Mann alterte und kränker wurde, blieben seine Partnerinnen jung. 20 bis 30 Jahre Altersunterschied hatte er zu seinen letzten Frauen. „Systematische Erniedrigung, Psychoterror, physische Gewalt“ folgten, hatte er sie einmal unter sich gebracht, so ergab es der Prozess. Die nun verurteilte sexuelle Gewalt war nur die Spitze des Eisbergs. Die Opfer berichteten, wie sie durch Manipulation und Angst sogar nach Übergriffen wieder mit dem Mann zusammengekommen waren. Einschüchterung durch Stalking in jedem der Fälle sicherten ihm bisher die zynische Zuversicht auf Straffreiheit.
Er war bereits für kleinere Delikte, Diebstahl, Urkundenfälschung, Schwarzarbeit, verurteilt worden. Aus Bewährungsstrafen wurden Freiheitsstrafen. Körperverletzungen und Drogendelikte kamen hinzu. Jeder einzelne Fall der nun verhandelten Vergewaltigungen brächten ihm drei bis fünf Jahre Haft ein. Für das Urteil wurden sie zusammengezogen. Die teilweise jahrzehntelange Belastung der schwer geschädigten Frauen fand besonderes Gewicht.



