Zum sechsten Mal findet in diesem Jahr das Fest „Internationales Burscheid“ statt
Internationales BurscheidDas zentrale Thema ist Zusammenhalt

Viele Tanz- und Musikgruppen aus unterschiedlichen Kulturen präsentierten ihre Talente auf der Bühne am Burscheider Marktplatz.
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Zusammenhalt. Das ist der zentrale Punkt, auf den es bei der sechsten Auflage des Fests „Internationales Burscheid“ immer wieder zuläuft. „Menschen kommen zusammen. Vereine kommen zusammen. Kulturen kommen zusammen. Und das nicht nur auf dem Papier“, betont Landrat Arne von Boetticher in seiner Grußrede am Samstag. Zudem zeige das Fest, dass Integration nicht nur eine Aufgabe der Politik oder Verwaltung ist, so der Landrat. „Integration entsteht dort, wo Menschen sich begegnen. Wo man neugierig aufeinander ist. Wo man miteinander etwas auf die Beine stellt“, erklärt von Boetticher weiter.
2021 hat der Verein Burscheid Live das Fest zum ersten Mal veranstaltet. Bei der sechsten Auflage waren auch der albanische Förderverein Abetare e. V., das Kommunale Integrationszentrum im Rheinisch-Bergischen Kreis und erstmals auch der türkisch-islamische Verein Ditib Burscheid als Mitveranstalter dabei.
Auf dem Fest kommen Kulturen aus der ganzen Welt zusammen, präsentieren Tänze und Lieder und bringen die Besucherinnen und Besucher auf eine kulinarische Reise. Mittlerweile ist das Fest bei den Burscheiderinnen und Burscheider zu einer wichtigen Veranstaltung geworden, die die Menschen zusammenbringt.
Es gibt keinen Burscheider Geruch, keinen Burscheider Klang und keine Burscheider Musik. Es gibt Burscheid in allen Facetten
Panflötenspieler Gilmar Ramirez mit Musik aus Peru auf der Bühne, Stände auf der Hauptstraße, Aktionen und Spiele für Kinder – das Programm ist bunt gemischt. Das Kommunale Integrationszentrum im Rheinisch-Bergischen Kreis, ein Mitveranstalter des Fests, bietet neben Informationen für Eltern auch Bastelspaß für Kinder. „Wir feiern hier die Vielfalt und das Miteinander im Rheinisch-Bergischen Kreis“, erklärt Björn Hesse vom Kommunalen Integrationszentrum. Das Zentrum unterstütze das Fest seit fünf Jahren, da es auch das einzige interkulturelle Fest im Kreis sei, so Hesse.
Viel Zuspruch aus der Politik
Bürgermeister Dirk Runge ergänzt in seiner Rede: „Es gibt keinen Burscheider Geruch, keinen Burscheider Klang und keine Burscheider Musik. Es gibt Burscheid in allen Facetten.“ Zudem appelliert der Bürgermeister an seine Mitmenschen: „Nehmen Sie heute mit, dass Zusammenhalt nicht von allein kommt.“ und erhofft sich ein gutes Miteinander am Fest.
Als Patin des Fests war Caroline Bosbach eingeladen. „Jeder Jeck ist anders“, bringt die Bundestagsabgeordnete es auf den Punkt. Sie freue sich auf die friedliche Integration auf dem Fest, das sie immer gerne besucht habe.
Interkulturelles Fest von Kürzungen bedroht
Trotz des großen Zuspruchs aus der Politik beklagt Veranstalter Uwe Graetke, Vorsitzender von Burscheid Live, die immer wiederkehrenden Probleme bei der Organisation des Fests. Zunächst scheiterte der Verein, den NRW-Heimatpreis zu gewinnen. Auch ein Antrag auf städtische Fördermittel wurde vom Ausschuss für Chancengleichheit und Integration der Stadt Burscheid abgelehnt. Dadurch würde das Fest in diesem Jahr in ein leichtes Minus rutschen, so Graetke. Trotzdem freue sich der Verein, das Fest auch in diesem Jahr austragen zu können. „Wir möchten Integration leben“, betont Graetke.
Die Ditib Burscheid ist erstmals als Mitveranstalter auf dem Fest. AYasar Akbas, Vorstand der türkisch-islamischen Gemeinschaft, hat sich über die Anfrage von Burscheid live gefreut: „Ich habe mir gedacht: bei einem multikulturellen Stadtfest müssen wir dabei sein.“
Kritik an der Ditib als „den verlängerten Arm Erdoğans“ weist Akas zurück. Der türkische Regierungschef habe der Ditib nichts zu sagen, sagt Akbas, der seit neun Jahren im Vorstand des Vereins in Burscheid ist. Die Ditib sei eine neutrale Organisation. Akbas erklärt, der Verein halte die türkisch-islamischen Menschen in Burscheid zusammen, die Tür stehe aber für jeden jederzeit offen.

