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TagungKulturforum Burscheid zeigt der Regionale, was in ihm steckt

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Das neue Kulturforum in Burscheid

Das neue Kulturforum in Burscheid

Die Einrichtung war selbst im Rahmen des Strukturprogramms des Landes NRW entstanden.

Das neue Kulturforum in Burscheid war am 4. März gleich doppelt im Blickpunkt: als Tagungsort für den siebten Politischen Beirat der Regionale 2025 – und als Beispiel dafür, was das Strukturprogramm des Landes NRW in der Region bewegt. Mehr als 70 Politikerinnen, Politiker und Verwaltungsmitarbeitende aus dem Bergischen Rheinland nutzten die Gelegenheit, das Gebäude vor der Sitzung zu besichtigen. Es wurde im Rahmen der Regionale zu einem Ort für Kultur, Begegnung und Veranstaltungen umgebaut – und steht zugleich für die enge Zusammenarbeit zwischen Burscheid und Wermelskirchen, die beide Städte über einen gemeinsamen Kulturentwicklungsplan und ein 2023 gegründetes interkommunales Kulturmanagement pflegen.

Genossenschaftliches Wohnen

Regionale-Geschäftsführer Dr. Reimar Molitor zog eine ermutigende Bilanz: 36 Projekte seien aktuell in konkreter Umsetzung. Und auch nach dem offiziellen Laufzeitende des Programms sollen weitere folgen: „Das Bergische Rheinland hat weiter Lust auf Zukunft“, sagt Molitor.

Was das konkret bedeutet, zeigte sich in den Projektvorstellungen. In Bergisch Gladbach entsteht ein genossenschaftliches Wohnprojekt, das gemeinschaftliches Leben neu denken will: Private Wohnflächen werden zugunsten großzügiger Gemeinschaftsbereiche reduziert, klimaangepasstes und ressourcenschonendes Bauen steht im Mittelpunkt. „Genossenschaft ist für uns die sozialste Wohnform, die wir uns vorstellen können“, sagte Dr. Christian Weingarten von der Christlich-Ökologischen Wohngemeinschaft (CÖW eG). In Wermelskirchen nimmt das Rhombus-Areal Gestalt an, in Lindlar werden öffentliche Räume mit recycelten Baustoffen und Klimaschutzmaßnahmen umgestaltet – der erste Spatenstich am Schul- und Kulturzentrum fiel bereits im Februar. Im Rhein-Sieg-Kreis sollen die „Teichlandschaften Lohmarer Wald“ als Naherholungsgebiet gestärkt werden, 226 Hektar mit hohem ökologischem Schutzwert, an dem Kommunen, Landesbetriebe und Naturschutzstationen gemeinsam arbeiten. Und in Wipperfürth soll die Wupper, bislang im Stadtzentrum kaum wahrnehmbar, wieder erlebbar werden – in Kooperation mit der Firma Radium wird dafür gerade ein Masterplan erarbeitet.

Dass das Programm über einzelne Projekte hinaus wirkt, machte eine Gesprächsrunde mit drei Bürgermeistern deutlich. Marcel Kreutz (Bergisch Gladbach), Lukas Miebach (Engelskirchen) und Mario Dahm (Hennef) waren sich einig: Es geht darum, die angestoßene Zusammenarbeit zu verstetigen – gerade bei Themen wie Mobilität und Gewerbeentwicklung. Leverkusens Oberbürgermeister Stefan Hebbel sprach von einem „großen Gestaltungswillen vor Ort“, den die Regionale ausgelöst habe. Das Prinzip des Voneinander-Lernens werde aktiv gelebt, etwa im Austausch über Projekte wie die Bahnstadt Opladen oder das Zanders-Areal.