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Musicalische Academie BurscheidPremierenkonzert mit dem neuen Dirgenten

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Nicolai Dembowski feierte seine Dirigentenpremiere mit der Musicalischen Academie.

Burscheid – Das Haus der Kunst ist ein altbewährter, beliebter Ort für Konzerte. Aber an diesem Tag, anlässlich dieses Konzertes werden ihm die Grenzen dann doch so ein wenig aufgezeigt.

Es ist der erste Auftritt des neuen Dirigenten mit seinem Orchester: Nicolai Dembowski leitet endlich auch öffentlich und für alle hör- wie sichtbar die Musikerinnen und Musiker der traditionsreichen Musicalischen Academie von 1812. Und das Programm, das auf der Agenda steht und euphorisch präsentiert wird, verlangt streng genommen nach einem größeren Rahmen als hier.

Souveräne Gesten

Das beginnt schon mit Gabriel Faurés Prelude aus „Pelléas et Mélisande“: Dembowski wirkt mit großen, wohl gesetzten und ruhigen – im Sinne von souveränen – Gesten auf sein Ensemble ein. Die Musik ist opulent.Und wenn es dann ins Hauptstück dieses Premiere-Abends geht – Beethovens Klavierkonzert Nr. 4 in G-Dur mit drei Sätzen und Allegro, Andante sowie Rondo - erscheint dieser Konzertsaal im Herze der Stadt endgültig als zu klein für diese Wucht und Eleganz.

Dembowski ist einer, das stellt er bei diesem Antrittsauftritts vor Burscheider Publikum geich mal klar, der einem ihm anvertrauten Orchester wie dieser Musicalischen Academie das Maximum an Können und Engagement abverlangt. Und der an diesem frühen Abend im Solisten Boris Radulovic am Flügel zudem einen zusätzlichen kongenialen Partner zur Seite hat, der musikalischen Glanz zu erzeuge und unters Volk zu bringen mag: Die Wechsel zwischen beinahe versiegendem Spiel und aberwitzigen Läufen über Tasten und durch Takte flirren durch den Raum und füllen ihn gänzlich aus.

Rundumerneuerter Flügel

Natürlich hat daran auch dieses Instrument, an dem Radulovic sitzt, seinen nicht geringen Anteil: Der 1941 in Hamburg gebaute und 1971 von der Burscheider Luchtenberg-Stiftung für das Haus der Kunst erworbene Steinway-Flügel – Modell D-274 und somit einer der größten Konzertflügel des Herstellers Steinway & Sons – hat gerade eine durch das Land Nordrhein-westfalen, private Sponsoren und eben die Stiftung selbst bestrittene Rundumerneuerung hinter sich. Der Preis dafür: stolze 34 000 Euro.

Der Lohn: Ein Klang, der edler und besser nicht sein könnte und der sich ebenfalls anschickt, diesem altehrwürdigen Saal seine Grenzen aufzuzeigen – weil er nach Größe und einer gute Portion Erhabenheit verlangt. Radulovic selbst war es übrigens gewesen, der 2017 bei seinem bislang letzen Auftritt mit der Academie Altersschäden an diesem Instrument bemerkt hatte.

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Neue Herausforderungen

Am Ende des Konzertes ist der Applaus der Zuhörerinnen und Zuhörer laut und lang und wird zumeist im Stehen vorgetragen. Und man kann und muss konstatieren: Dieser junge und dennoch schon mit ordentlich Erfahrung gesegnete Dirigent – Nicolai Dembowski ist 27 Jahre jung, studierte und studiert in Hannover, Frankfurt sowie Köln, betätigt sich als Komponist und leitete bereits zahlreiche Orchester an – ist tatsächlich einer, der die Musicalische Academie auch 210 Jahren nach ihrer Gründung noch zu neuen Ufern des Orchesterdaseins und zu beeindruckenden Herausforderungen führen kann.

www.musicalische-academie.de