Am Samstag, 12. September, feiert die Burscheider Tafel ihr 20-jähriges Bestehen.
TafelBurscheider Aktive feiern mit einem lächelndem und einem weinendem Auge

Von links: Der Vorstand der Burscheider Tafel mit Mirka Sandmann, Solveig Könemund, Helma Henkel, Matthias Kammermann und Andrea Bach-Köhne freut sich auf 20 Jahre
Copyright: Semih Kaya
Seit 20 Jahren setzt sich die Tafel in Burscheid für Menschen ein, deren Einkommen allein nicht für die Ernährung ihrer Familie – oder für sie selbst – ausreicht. Die Tafel unterstützt diese Menschen seit zwei Jahrzehnten mit Lebensmitteln, die vor allem von Spenden aus Märkten, Discountern, Bäckereien, aber auch lokalen Landwirtschaftsbetrieben kommen.
65 Menschen engagieren sich bei der Tafel ehrenamtlich. Egal ob im Transport von Lebensmitteln, im Empfang oder bei der Ausgabe, die Bereiche sind viel und der Bedarf auch. Andrea Bach-Köhne ist Vorständin bei der Tafel und seit vier Jahren ehrenamtlich aktiv. „Es ist schön, als Verein 20 Jahre erreicht zu haben“, erklärt Bach-Köhne. Doch auch sie als Vorsitzende habe ein weinendes Auge, dass es so etwas wie eine Tafel überhaupt noch benötige. Auch wenn die Arbeit Schwierigkeiten und Aufwand mit sich bringe, freut sich aber die Vorsitzende auf die Gemeinschaft, die entsteht. Nicht nur mit den Ehrenamtlichen, sondern auch mit den Kundinnen und Kunden, die bei der Tafel ihre Geschichten und Erlebnisse mitteilen, so Bach-Köhne.
Immer weiter steige die Zahl der Kundinnen und Kunden bei der Tafel, vor allem die Flüchtlingskrise und der Ukraine-Krieg seien Gründe. Das geht aus einer Statistik der Burscheider Tafel hervor, die der Verein bei der Jubiläumsfeier ausstellte.
Heute unterstützt die Burscheider Tafel 120 Haushalte mit insgesamt 316 Einzelpersonen. Jeden Freitag können die bedürftigen Menschen bei der Tafel Lebensmittel abholen. Für mobilitätseingeschränkte Personen bietet die Burscheider Tafel auch einen mobilen Service an. Darauf ist der Verein besonders stolz, da es dieses Angebot nur bei wenigen Tafeln gibt.
Jubiläumsfest für den Zusammenhalt
Mit ihrem Jubiläumsfest wandte sich die Tafel an die Öffentlichkeit, um das Ehrenamt zu feiern, Menschen zusammenzubringen, auf Spenden aufmerksam zu machen und natürlich, um über ihre Arbeit zu informieren. Während vor dem Sitz der Tafel an der Montanusstraße bei Kaffee und Kuchen Gespräche geführt wurden und Kinder an Aktionen teilnehmen konnten, gab es im Innenraum der Tafel informative Statistiken, Schaubilder und eine Wand, an der Ehrenamtliche vorgestellt wurden. Am Ende des informativen Rundgangs konnten die Besucherinnen und Besucher an einem Tafel-Quiz teilnehmen und kleine Preise gewinnen.
Auf dem Fest brachten sich die ehrenamtlichen Mitwirkenden der Tafel aktiv ein. So auch Beisitzerin Mirka Sandmann, die sich seit 2017 bei der Tafel engagiert. Damals war das Vorstandsmitglied über ihre Nachbarin zum Verein gekommen. „Es ist eine schöne Community und auch schön, bedürftigen Menschen zu helfen“, erklärt die Beisitzerin über ihre Motivation. Sie deutet aber an, dass der Verein weiterhin viel Hilfe benötige, vor allem aus der Stadtgesellschaft.
Marc Baack, Beigeordneter der Stadt Burscheid, war als Stellvertreter des Bürgermeisters Dirk Runge auf das Fest gekommen. „Wir freuen uns, dass es Menschen gibt, die sich für andere einsetzen – vor allem in einer Zeit, in der es immer mehr Bedarf gibt“, sagte Baack. Auch er empfindet es als traurig, dass eine Institution wie die Tafel nötig ist. Er verdeutlichte, dass die Stadt ein offenes Ohr für die Anliegen von ehrenamtlichen Organisationen, wie die Tafel, habe.
