Unter der neuen Organisation kann der Markt erstmals kostenlos besucht werden.
130 Jahre Obstmarkt LeichlingenZurück in der Balker Aue

Kürbisse und Äpfel gehörten zum vielfältigen Angebot des Obstmarktes.
Copyright: Jessy Schmidt
Eine Heimkehr zum 130. Bestehen – so kann man es wohl nennen: Das traditionelle Obstfest in Leichlingen kehrte in diesem Jahr wieder in die Balker Aue zurück, nachdem es in den vergangenen Jahren im Stadtpark von Leverkusen stattgefunden hatte.
Unter der neuen Eventagentur Grammo Venta hatte sich einiges getan. Zum ersten Mal in der Geschichte war der Eintritt frei. Der Shuttlebus wurde durch ein Planwagenshuttle ergänzt, das die Strecke Busbahnhof, Balker Aue, Bahnhof, Busbahnhof, Balker Aue unter die Räder nahm und dem Ganzen noch einmal einen gemütlich-rustikalen Touch verlieh.
68 Stände verteilten sich über das Gelände. Sechs heimische Höfe waren vertreten, die ihre Produkte entweder im freien Gelände oder in einem großen Zelt anboten. Äpfel wurden feilgeboten, Käse, Champignons, Gin oder auch handgearbeitete Quilt-Produkte.
Der Obstmarkt kehrt mit neuem Konzept zurück
Ebenfalls neu war die Bühne, die in einem weiteren Zelt aufgebaut worden war. Biertischgarnituren luden die Besucher dazu ein, Platz zu nehmen, einen Wein oder eine Kleinigkeit zu essen zu genießen oder den Veranstaltungen zu folgen.
Hier wurde der Obstmarkt schließlich auch mit einigen Festreden eröffnet. Den Anfang machte Bürgermeister Maurice Winter. In seiner Rede betonte er, dass es ihm besonders am Herzen liege, die Landwirtschaft wieder stärker in den Fokus zu rücken. Vor 130 Jahren als reiner Versorgungsmarkt ins Leben gerufen, hat sich der Markt im Laufe der Zeit stetig weiterentwickelt. Die Landwirtschaft rückte dabei zunehmend in den Hintergrund und war schließlich nur noch eine Randerscheinung.
Prominenter Besuch aus der Politik
Ebenfalls anwesend war Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen, die von ihrem Kollegen, Innenminister Herbert Reul, nach Leichlingen eingeladen worden war. In ihrer Rede betonte auch sie die große Bedeutung der Landwirtschaft. Der stellvertretende Landrat Peter Lautz fand ebenfalls herzliche Worte und begrüßte die Anwesenden.
Für die festliche musikalische Untermalung sorgte der Chor C on Takt 1949 e. V. unter der Leitung von Klaus Meiser. Am Keyboard wurde der Chor von Ulrike Schön unterstützt. Als Gast aus der Partnerstadt Funchal war Vizepräsident Carlos Rodrigues angereist. Nachdem sich die Festrednerinnen und Festredner, eine Delegierte des Chores sowie Vertreterinnen und Vertreter der Landwirtschaft in das Goldene Buch der Stadt eingetragen hatten, begann der gemütliche Teil des Marktes.

Auch NRW Innenminister Herbert Reul trank einen Obstsaft.
Copyright: Jessy Schmidt
Tiere bereichern den Obstmarkt
Selbst das Wetter spielte mit und die Sonne schien über den gut gelaunten Marktbesucherinnen und -Besuchern. Neben den klassischen Ständen, an denen die Händlerinnen und Händler ihre Produkte anboten, sorgten auch einige tierische Gäste für Aufmerksamkeit: Schafe, Alpakas und der Ochse Ferdinand ließen sich gerne streicheln. Für die eher technisch Interessierten gab es Traktoren zu bestaunen, während sich die Kinder auf dem Bungeetrampolin austoben konnten. Auch kulinarisch hatte der Markt einiges zu bieten. In einer kleinen Food-Meile lockten unter anderem Reibekuchen, Spießbraten und Champignons. Dazu konnten die Besucherinnen und Besucher einen guten Wein oder einen frischen Apfelsaft genießen.

Ochse Ferdinand ließen sich gerne von den Besuchern streicheln.
Copyright: Jessy Schmidt
Eine Kochshow und Vorträge auf der Bühne
Für Samstag und Sonntag waren eine Kochshow sowie zahlreiche Vorträge geplant. Am Samstag kamen außerdem Greifvögel dazu und gesellten sich zu den bereits vor Ort befindlichen Tieren. Neben den zahlreichen kulinarischen Angeboten boten viele Stände handgefertigte Produkte an.
Auch der ADFC war mit einem eigenen Stand vertreten und informierte über seine Angebote. Das Naturfreundehaus mit seinen günstigen Übernachtungsmöglichkeiten sowie die Leichlinger Höfe stellten an eigenen Ständen ihre Freizeitangebote vor. Dabei ging es nicht nur um die landwirtschaftlichen Produkte, sondern auch um die vielfältigen Möglichkeiten, die Besucherinnen und Besucher dort in ihrer Freizeit nutzen können.

Das Naturfreundehaus mit seinen günstigen Übernachtungsmöglichkeiten sowie die Leichlinger Höfe stellten an eigenen Ständen ihre Freizeitangebote vor.
Copyright: Jessy Schmidt
Nachhaltige Freizeitmöglichkeiten in Leichlingen
Das von der Landwirtschaft geprägte Leichlingen bietet dank seiner Höfe vielfältige Möglichkeiten für einen nachhaltigen Urlaub sowie zahlreiche Freizeitangebote rund um die Themen Natur und Umwelt. Die Gäste begrüßten die Rückkehr der Höfe und ihrer Produkte auf den Markt ebenso wie die Rückkehr in die Balker Aue. „Es ist traditioneller und passt besser in die Balker Aue als in den Stadtpark. Die Atmosphäre ist gemütlicher, da hier mehr Platz ist“, sagte das Ehepaar Eva und Peter Gatermann. Peter Gatermann ergänzte: „Es ist schade, dass es kein Grußwort von Herrn Reul gegeben hat.“
Der Veranstalter ist mit dem Einstieg in das Event zufrieden. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt war hervorragend. Wir hoffen auf eine Wiederholung im nächsten Jahr.
