Am Samstag treten die vier Jugendlichen in einer „Minecraft“-Variante gegen andere Gamer aus NRW an.
Team „BedStrike“Leichlinger Jugendliche ziehen ins NRW-Finale der E-Sport-Jugendliga ein

Leon, Ben, Felix (v. l.) und Rafio (nicht im Bild) haben sich in den letzten Wochen im Computerraum des Kinder- und Jugendzentrums Leichlingen intensiv auf das Finale der E-Sport-Jugendliga NRW vorbereitet.
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In der E-Sport-Jugendliga treten Teams aus ganz NRW gegeneinander an. Ben (13), Felix (14), Leon (17) und Rafio (12) bilden das Team „BedStrike“ des Kinder- und Jugendzentrums Leichlingen. Am Samstag, 11. Juli, müssen sie sich im Finale in der Disziplin Minecraft „BedWars“ gegen drei weitere Finalistenteams in Köln behaupten. E-Sport bezeichnet strukturierte virtuelle Wettkämpfe in verschiedenen Disziplinen mit klaren Regeln, Ligen und Rankings. Die Community wächst seit Jahren stark.
Leon, der regelmäßig das Jugendzentrum besucht, und sein Vater spielen bereits seit 13 Jahren in einer E-Sport-Liga, weshalb er von den Mitarbeitern des Jugendzentrums gefragt wurde, ob er ein Team für die E-Sport-Jugendliga (ESJL) bilden möchte. An der vierten Saison dieser Liga nahm das Team dann ab Februar dieses Jahres teil. Das Spiel haben die Jungs durch einen Spieletestabend im Jugendzentrum kennengelernt.
Die ESJL verfolgt einen partizipativen Ansatz, bei dem die Jugendlichen in einem Jugendbeirat für die Spiele abstimmen und Regeln diskutieren dürfen. Leon und Ben sind Teil dieses Jugendbeirats und durften an der Gestaltung der Liga teilhaben. Für die diesjährige Saison standen weitere Spiele wie „Fifa“, „Clash of Clans“ und „League of Legends“ zur Auswahl. „Ich hab für Fifa abgestimmt“, sagt Leon. Am Ende wurden es jedoch die beiden Spiele „Minecraft BedWars“ und „Rocket League“. Das Team des Jugendzentrums Leichlingen trat im Spiel „Minecraft BedWars“ an und erreichte dort den vierten Platz, was ihnen den Einzug ins Finale sicherte.
Was ich besonders gern an Minecraft mag, ist, dass es ein sehr offenes Spiel ist mit vielen Möglichkeiten zu bauen, zu erkunden und zu kämpfen.
„Was ich besonders gern an Minecraft mag, ist, dass es ein sehr offenes Spiel ist mit vielen Möglichkeiten zu bauen, zu erkunden und zu kämpfen“, erzählt Felix. Auch Leon schätzt an dem Spiel die Möglichkeit, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen, er hat schon Stadien und Burgen in dieser Welt gebaut. Ben hat vor allem während der Corona-Pandemie viel gespielt, als er sich nicht mit seinen Freunden treffen durfte.
„Minecraft“ ist ein Open-World-Computerspiel, bei dem der Spieler eine Welt erkunden und verändern, gegen Monster kämpfen und Werkzeuge herstellen kann. „BedWars“ ist ein besonderer Spielmodus, bei dem jedes Team eine freischwebende Insel hat, auf der ein Bett steht, das es zu verteidigen gilt. In dem Bett können die Spieler, wenn sie gestorben sind, „respawnen“, also wieder an Leben gewinnen. Ziel ist es, das Bett der Gegner abzubauen und das eigene Bett zu beschützen. Dafür muss man Rohstoffe sammeln, um Werkzeuge und Rüstungen herzustellen, Brücken zu den Inseln der Gegner bauen und diese Gegner auszuschalten. Das Spiel ist vorbei, wenn nur noch eine Mannschaft ihr Bett sichern konnte. Spielt man über mehrere Runden, gewinnt das Team, das am Ende die meisten Punkte hat. Diese ergeben sich daraus, wie lang das Team sein Bett beschützen konnte, aber auch wie viele Gegner man ausschalten konnte und Ressourcen gesammelt hat.
Finale wird live übertragen
Auch der Sozialarbeiter des Jugendzentrums, Jannes Pellander-Kanzler, ist „Minecraft“-Fan. „Aus pädagogischer Sicht ist ‚Minecraft‘ hervorragend, da Kreativität und Kooperation gefördert werden. Die Jugendlichen sprechen sich ab und beraten sich während des Spiels, sie müssen zusammenarbeiten. Dadurch verschwimmt die digitale und analoge Welt total“, findet er.
Das Kinder- und Jugendzentrum in der Balker Aue in Leichlingen besteht seit 2003. Im Jahr 2021 wurde es von der Flutkatastrophe stark beschädigt und war fast drei Jahre geschlossen. Nach der Wiedereröffnung 2023 mussten sie beinahe von null wieder anfangen und wieder Sichtbarkeit dafür schaffen, dass sie geöffnet haben und ein breites Angebot für Jugendliche bieten. „Da hat die Anschaffung der neun PCs im Jahr der Wiedereröffnung total geholfen, die sind ein echter Besuchermagnet“, sagt Pellander-Kanzler. Die beliebtesten Spiele sind Minecraft und Fortnite. Viele Jugendliche kommen erstmals zu den Computerabenden und bleiben dann aber, um vom vielseitigen Angebot wie den Kreativ-AGs, Billardturnieren oder der Tischtennisplatte Gebrauch zu machen.
Die vier Jungs haben in den letzten Wochen fleißig trainiert. Sie haben mehr über die „BedWars“-Welt herausgefunden, haben Stärken und Schwächen analysiert und daraus neue Strategien entwickelt. „Ich habe die anderen in der Whatsapp-Gruppe in den letzten Wochen schon genervt, weil ich lange Texte mit neuen Taktiken reingeschickt habe“, erzählt Felix.
Aufgrund des intensiven Trainings schätzen die Jungs ihre Chancen auf einen Sieg gut ein. Was es zu gewinnen gibt, wissen die vier nicht. Es geht ihnen darum, ihr Können unter Beweis zu stellen und um den Spaß.
Das Finale wird live und kostenlos bei „Twitch“ übertragen. Die Disziplin „Minecraft BedWars“, in der die Leichlinger Jugendlichen antreten werden, wird ab 16 Uhr übertragen. „Bis dahin muss ich meiner Mutter erst noch erklären, was Twitch ist“, lacht Ben.
Den Stream erreicht man unter www.twitch.tv/esjl_nrw
