Vom 9. November bis zum 21. November finden in Leichlingen Veranstaltungen zu Kinderrechten statt. Anlass ist die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, die am 20. November 1989 verabschiedet wurde. Die Arbeitsgemeinschaft für Umwelt, Verkehr und Stadtentwicklung des Leichlinger Kinder- und Jugendparlaments hat sich für die Kinderrechtewochen eine ganz besondere Aktion einfallen lassen: Kippengeister.
Ein „Kippengeist“ ist eine leere Milchpackung, die zu einem Aschenbecher umfunktioniert wird. Ins Innere der Milchpackung wird eine Aluminiumdose gestellt, damit der Karton kein Feuer fangen kann. Mit einem Kabelbinder können diese dann beliebig befestigt werden. Die sieben Schülerinnen und Schüler der AG Umwelt, Verkehr und Stadtentwicklung haben sich für die Umsetzung des Projekts an drei Terminen für mehrere Stunden zum Basteln getroffen. Die leeren Milchkartons brachten sie von zu Hause mit. Beklebt ist der Karton mit aufklärenden Informationen zu dem Schaden, den Zigarettenstummel anrichten können.

Die selbst gebastelten Aschenbecher bestehen aus einer Aluminiumdose in einer Milchtüte und können mit dem Kabelbinder an Zäunen befestigt werden.
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Die Idee für die Kippengeister kam von Gloria. Sie ist elf Jahre alt und Mitglied des Leichlinger Kinder- und Jugendparlaments. „Mir ist in Leichlingen aufgefallen, dass so viele Zigarettenstummel auf dem Boden liegen. Dann habe ich mit meiner Oma zusammen überlegt, was man dagegen machen könnte und wir sind im Internet auf die Aktion der Kippengeister gestoßen. Davon habe ich bei einer Parlamentssitzung erzählt und alle waren direkt begeistert“, sagt sie.
Schutz der Umwelt und Gesundheit
„Rauchen ist schon sehr schlecht, aber seine Zigaretten auf den Boden zu schmeißen, ist noch schlimmer“, findet auch Emma. Sie ist 13 Jahre alt und ebenfalls Mitglied der AG, die die Kippengeister herstellt. „Die Schadstoffe der Stummel landen im Grund- und Trinkwasser. Außerdem können Tiere es mit Nahrung verwechseln und daran sterben“, erklärt sie. Durch die selbst gebastelten Aschenbecher sollen die Menschen daran gehindert werden, ihre Stummel auf den Boden zu werfen.
Das Ziel der Aktion ist es, die Umwelt zu schützen und die Menschen für die Schädlichkeit der Zigarettenabfälle zu sensibilisieren. Das geht mit dem Kinderrecht auf Gesundheit sowie dem Kinderrecht auf eine saubere Umwelt einher. „Die Aktion verbindet Kinderrechte mit Präventionsmaßnahmen, da die Kinder so noch mal auf die Risiken von Zigaretten aufmerksam gemacht werden“, sagt Gudrun Bormacher, pädagogische Begleiterin des Kinder- und Jugendparlaments.
Am kommenden Montag werden die Kinderrechtewochen mit dem Aufhängen der 40 selbst gebastelten Aschenbecher gestartet. „Für das Aufhängen musste ich mich mit dem Ordnungsamt absprechen, welche Orte wir nutzen dürfen“, sagt Gudrun Bormacher. Hauptsächlich sollen die Kippengeister an städtische Zäune und an Grundstücke von Kooperationspartnern wie dem Jugendzentrum oder Sportvereinen gehängt werden. Nach zwei Wochen werden die umfunktionierten Milchpackungen dann wieder eingesammelt und geleert.
Vielseitige Veranstaltungsangebote zum Thema Kinderrechte
Aber die Kippengeister-Aktion ist bei Weitem nicht das einzige, was Leichlingen zum Thema Kinderrechte in den nächsten Wochen anzubieten hat. Sowohl die Stadt als auch Kooperationspartner wie die Diakonie, die Bücherei und das Jugendzentrum bieten Veranstaltungen zum Thema Kinderrechte an. Dazu gehören ein Social-Media-Workshop, eine Kinder- und Jugendsprechstunde mit dem Bürgermeister und ein Vorlesetag. Beendet werden die zwei Aktionswochen mit einem Big-Band-Konzert der Johann-Wilhelm-Wilms-Musikschule Leichlingen.
Vorallem die Infoveranstaltungen sind nicht nur für die Kinder und Jugendlichen, sondern auch für die Eltern gedacht. „Das Hauptziel der Kinderrechtewochen ist es, die Kinderrechte bekannt zu machen – auch unter den Erwachsenen“, betont Sarah Guhl, Koordinatorin der kommunalen Prävention Leichlingen. Bereits in den vergangenen Jahren hatte die Stadt Leichlingen verschiedene Aktionen zu den Kinderrechten geplant. Das Programm der Aktionswochen findet sich online.

