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GeflüchteteLeichlingen visiert Am Block als Standort für Containeranlage wieder an

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Das Gelände Am Block teilen sich die  Naturfreunde mit ihrer Mieterin, dem Verein und der gemeinnützigen Gesellschaft „Crew“.

Auf dem Gelände Am Block bieten seit Jahrzehnten die Naturfreunde Freizeitaktivitäten an.

Das alte Hallenbad ist als Standort für eine Containeranlage für Geflüchtete aus dem Rennen. Nun ist der Standort „Am Block“ wieder im Gespräch.

Der Plan der Verwaltung sah eigentlich vor: eine Containeranlage für Geflüchtete hinter dem alten Hallenbad, Am Büscherhof 45, zu errichten. Für dieses Vorhaben wollte die Stadt die Fläche hinter dem alten Hallenbad von der Leichlinger Bäderbetriebs- und Beteiligungsgesellschaft (LBB) anmieten. Doch mit 21 zu 11 Stimmen votierte der Leichlinger Rat am Mittwoch gegen diesen Standort. Nun muss die Stadt wieder mit dem Standort „Am Block“ planen.

Leichlingen steht unter ständigem Druck, Asylbewerberinnen und -bewerber aufzunehmen: Aktuell beherbergt die Stadt bereits 570 geflüchtete Menschen. Nach der geltenden Aufnahmequote ist sie verpflichtet, weitere 127 Personen aufzunehmen. Die Bezirksregierung Arnsberg weist Leichlingen jeden Monat 20 Geflüchtete zu, die Vorlaufszeit beträgt dafür nur rund zehn Tage. Außerdem ist die Wohnlage angespannt, sowohl Großfamilien als auch Alleinstehende finden meist keinen bezahlbaren Wohnraum.

Debatte um Container wurde im März bereits vorübergehend gestoppt

Mit der Errichtung der Containeranlage will die Stadt dieses Problem lösen, eine „geregelte, würdige Unterbringung“ ermöglichen und auch die Bürgerinnen und Bürger entlasten, indem Turnhallen und Vereinsstätten weiterhin nutzbar bleiben. Die Anlage sollte – orientiert am Wohnkomplex Oberschmitte – aus 22 Wohncontainern, sechs Sanitärcontainern und vier Gemeinschaftscontainern bestehen. Je nach Belegung könnten dann 44 bis 88 Menschen dort unterkommen.

In ihrer Erklärung betonte die Stadt, dass der Standort am alten Hallenbad hinsichtlich der Infrastruktur, des öffentlichen Nahverkehrs, der Integration der Bewohner und wegen der Nähe zur Innenstadt besser geeignet sei als die Grundstücksfläche „Am Block“. Einverstanden mit dem Vorschlag der Stadt schienen die Ratsmitglieder allerdings schon zu Beginn der Debatte am Mittwoch nicht. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass der Standort am alten Hallenbad im Rat von Beginn an umstritten war: Bereits im März 2026 hatte der Rat das Containerprojekt dort vorerst gestoppt.

Es ist wichtig, dass etwas passiert, dass wir einen Beschluss haben für einen Standort
Maurice Winter, Leichlinger Bürgermeister

Die Grünen-Fraktion stellte noch am Morgen vor der Sitzung einen Änderungs- und Ergänzungsantrag, um aus der Behelfsunterkunft eine dauerhafte Lösung zu machen. Die Fraktion kritisierte, dass mit der Miete des Containers viel Geld ausgegeben werde, ohne dass dabei ein dauerhafter Vermögenswert für die Stadt entstehe. Immerhin hat die Stadt 530.000 Euro für eine Containermiete über zwei Jahre veranschlagt. Stattdessen forderten die Grünen, Mietcontainer nur als streng befristete Übergangslösung für maximal zwei Jahre zu nutzen und vorab nochmals Alternativen mit geringeren Eingriffen in den Baumbestand zu prüfen. Parallel sollte die Stadt am Standort des alten Hallenbades den Bau fester, klimagerechter Gebäude planen, die zuerst als Unterkunft für Geflüchtete und später als bezahlbarer Wohnraum genutzt werden können.

Die CDU-Fraktion unterstützte den Antrag der Grünen. Besonders deutlich war in der Ratssitzung die Dringlichkeit der Entscheidung zu hören. Die AfD schlug vor, abzuwarten, bis andere Kommunen ihr Soll erfüllt hätten. Die Stadtverwaltung sagte dazu: „Das interessiert das Land nicht. Wir haben eine Aufnahmeverpflichtung.“ Bürgermeister Winter machte deutlich: „Es ist wichtig, dass etwas passiert, dass wir einen Beschluss haben für einen Standort. Wir wollen eine Fläche entwickeln und das in den nächsten Monaten planen.“ Und so entschied sich der Rat schließlich gegen den Standort am alten Hallenbad, wodurch nun wieder ein älterer Ratsbeschluss greift und die Stadt mit dem Standort „Am Block“ planen muss.