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GeflüchteteStadt Leichlingen will Container hinter altem Hallenbad aufstellen

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Die geplante Anlage hinter dem Hallenbad soll der in der Oberschmitte ähnlich sein. (Archivfoto)

Die geplante Anlage hinter dem Hallenbad soll der in der Oberschmitte ähnlich sein. (Archivfoto)

509 Migrantinnen und Migranten beherbergt die Stadt Leichlingen derzeit.

509 Migrantinnen und Migranten beherbergt die Stadt Leichlingen derzeit. Das sind zwar deutlich weniger als in Hochzeiten, als die Stadt große Not hatte, die Menschen, die auf der Suche nach Schutz nach Leichlingen gekommen waren, unterzubringen. Trotzdem seien die „Herausforderungen“ diesbezüglich nach wie vor hoch, teilt die Stadt mit. 71 Asylbewerberinnen und Asylbewerber dem Verteilungsschlüssel des Landes nach noch aufnehmen (Stand Februar 2026). Aber dafür fehlt der Platz.

Daher will die Stadt weitere Containeranlage aufstellen, und zwar auf der Fläche hinter dem alten Hallenbad. Die soll so ähnlich sein wie die, die es bereits in der Oberschmitte gibt. Mit 22 Wohnmodulen, sechs Sanitärmodulen und vier Gemeinschaftsmodulen auf zwei Geschossen plant die Stadt in der Vorlage, die am Mittwoch auf der Tagesordnung des Hauptausschusses steht. Der Infrastruktur-, Mobilitäts. und Betriebsausschuss hat der Vorlage bereits zugestimmt.

Stadt betont Dringlichkeit

44 (zwei Personen pro Wohnmodul) oder bis zu 88 Menschen (vier Personen pro Wohnmodul) könnten so untergebracht werden. Familien könnten auch in zwei Modulen untergebracht werden, es gibt Verbindungstüren zwischen den einzelnen Elementen. Die Infrastruktur auf dem Gelände sei vorhanden, ebenso Freiflächen. Und: „Hierzu muss man auch erläutern, dass das hier beschriebene Grundstück, bezogen auf die Infrastruktur, den öffentlichen Nahverkehr, die möglich Integration der Bewohner und der Nähe zur Innenstadt besser geeignet ist, als die Grundstücksfläche am Block.“

Die Idee, Geflüchtete am Block unterzubringen, war bei vielen auf Ablehnung gestoßen. Auch, weil sie fürchteten, dass die Anlage zu abgelegen sei und damit Integration erschwere. Würde man die Anlage für zwei Jahre mieten, kalkuliert die Stadt mit Kosten von rund 530.000 Euro – inklusive Anlieferung, Montage und Rückbau. Bringt man 44 Personen unter, seien das etwa 500 Euro pro Person, bei 88 Personen seien es die Hälfte.

Die Verwaltung sagt: „Die Planung und Anmietung des beschriebenen Objektes ist sinnvoll und dringend erforderlich.“ Denn die bestehenden Unterkünfte, zum Beispiel an der Bahnhofstraße, zu erweitern, würde das Problem laut Stadt nicht lösen. Eine Erweiterung könne die Lücke des tatsächlichen Bedarfs nicht schließen. Und Turnhallen oder andere Versammlungsstäten will die Verwaltung nicht belegen.