Abo

In GründungNeuer Verein soll Alte Post in Witzhelden kaufen und sanieren

3 min
Witzheldener wollen einen Verein gründen, um die Alte Post zu retten.

Witzheldener wollen einen Verein gründen, um die Alte Post zu retten.

Für Mittwoch, 23. September, ist ein erstes Treffen geplant.

Die Menschen in Witzhelden geben die Alte Post nicht auf. Daniela Jansen, Rolf Schneider, Martin Steinhäuser und Yvonne Göckemeyer – allesamt Witzheldener Ehrenamtler und/oder Politiker – wollen jetzt einen Verein für die Alte Post gründen. Man nimmt sich nicht weniger vor, als die Zukunft des historischen Gebäudes zu sichern: „Der Verein soll die Aufgabe haben, mit Stiftungen den Kauf zu ermöglichen und über Fördergelder die Sanierung dieses für unseren Ortskern und die Geschichte so wichtigen Gebäudes zu stemmen“, heißt es in der Einladung zur offiziellen Vereinsgründung.

Damit unternehmen Anwohnerinnen und Anwohner den nächsten Versuch, die Alte Post im Ortskern wieder einem Zweck zuzuführen. Denn aktuell sieht es nicht danach aus, als gebe es eine Zukunft für die Immobilie an der Hauptstraße, die 1850 gebaut wurde.

Zwar hatten sich zuletzt die Stadtverwaltung und der Besitzer, der Opladener Unternehmer Hans-Hugo Hungerberg, getroffen. Die Standpunkte bleiben aber: Der Eigentümer will das Gebäude entweder verkaufen oder abbrechen und am liebsten Parkplätze darauf errichten. Die Stadt aber kann das Gebäude nicht kaufen und wird keine Abrissgenehmigung erteilen.

Pläne nicht wirtschaftlich

Die Witzheldenerinnen und Witzheldener sorgen sich schon seit einigen Jahren um den Zustand der Alten Post und fürchten, dass Hungerberg seinen Denkmalpflichten als Eigentümer zum Erhalt des Gebäudes nicht nachkomme. Der weist die Kritik von sich und sagt, dass er das tue, was er müsse. Mehr allerdings auch nicht. Denn der Plan, den er beim Kauf 2015 hatte, die Alte Post zu sanieren, Wohnungen und einen Anbau für Parkplätze zu errichten, sei einfach nicht wirtschaftlich, weil er die Parkplätze nicht bauen dürfe, hatte er dem „Leverkusener Anzeiger“ gesagt.

Auch Versuche, das Gebäude wieder zu verkaufen, sind bisher gescheitert. Denn viele Interessenten, so berichtet es Hungerberg, sähen das wie er. Der Stadt hatte er einmal ein Vorkaufsrecht zum Preis von 75.000 Euro eingeräumt, das ist inzwischen aber wieder vom Tisch. Das liegt einmal daran, dass die Stadt ohnehin kein Geld hat, das Gebäude zu kaufen und zu sanieren – im Rat brachte die Verwaltung eine Gesamtsumme von 3,5 Millionen Euro auf den Tisch – und zum anderen daran, dass es inzwischen Streitigkeiten um Bußgelder gegeben hat.

Jetzt soll also ein Verein Stiftungen finden, die einen Kauf ermöglichen können, und Fördertöpfe auftun, um eine Sanierung zu stemmen. Vor geraumer Zeit hatte der Verkehrs- und Verschönerungsverein schon einmal die Idee, eine Genossenschaft für die Alte Post zu gründen. Ein Bürgerzentrum schwebte den Witzheldenerinnen und Witzheldenern vor. Was genau der Verein aus dem Gebäude machen könnte, steht in der Einladung zur Vereinsgründung „Alte Post – Geschichte mit Zukunft“ nicht.

Wer dabei sein will, soll am Mittwoch, 23. September, um 17 Uhr ins Hotel zur Post (ehemals Brüggendick) kommen. „Menschen, die sich im Verein engagieren möchten, sind natürlich sehr gern gesehen“, heißt es in der Einladung. Die Veranstalter bitten um Vorabmeldung unter 02171/404807 (Anrufbeantworter) oder per E-Mail.

info@plan-blatt.de