Die Stadt Leichlingen und der Eigentümer Hans-Hugo Hungerberg haben sich getroffen.
Gesprächen zum TrotzLage bei der Alten Post in Witzhelden ist festgefahren

Die Zukunft der Alten Post in Witzhelden ist ein heiß diskutiertes Thema in Witzhelden.
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Die Menschen in Witzhelden, die hart für die Zukunft der Alten Post an der Hauptstraße im Höhendorf kämpfen, wird diese Nachricht nicht freuen: Im Grunde herrscht derzeit absoluter Stillstand, was den Fortbestand der ehemaligen Gaststätte aus dem Jahr 1850 angeht.
Eigentümer des Gebäudes und des dahinter liegenden alten Kirmesplatzes ist seit 2015 der Opladener Geschäftsmann Hans-Hugo Hungerberg. Er wollte dort Wohnungen bauen, auf dem Kirmesplatz und in einem noch zu bauenden Anbau auf dem derzeitigen Parkplatz der Alten Post. Dazu hatte Hungerberg mit einer Tiefgarage für den gesamten Komplex für 17 Autos Stellplätzen geplant. Auf dem Kirmesplatz gibt es die Wohnungen inzwischen. Nachbarinnen und Nachbarn hatten allerdings gegen die Tiefgarage geklagt und das Gericht gab ihnen recht. Für Hungerberg ist sein Plan so aber nicht merhr wirtschaftlich: Ohne die Stellplätze baut er nicht an und ohne Anbau saniert er die Alte Post nicht.
In der Bevölkerung, prominent vertreten unter anderem durch den Verkehrs- und Verschöngerungsverein, ist der Zustand des historischen Gebäudes ein großes Thema. Man warf dem Eigentümer vor, seinen Denkmalpflichten nicht nachzukommen, der bestritt das. Der VVV wollte ein Bürgerzentrum aus der Alten Post machen, die Idee einer Betreibergenossenschaft stand schon im Raum. Dafür sollte die Stadt das Gebäude kaufen, entsprechende Vorschläge wurden in den politischen Gremien diskutiert. Leichlingen kann sich das Gebäude aber nicht leisten. Auf mehr als drei Millionen Euro hatte die Verwaltung die Kosten für alles in einer Ratssitzung im Frühjahr beziffert.
Netz an der Fassade
Nach dem Treffen am Dienstag erscheint die Lage festgefahrener denn je: Die Stadt werde keine Abrissgenehmigung erteilen, sagt Hungerberg dem „Leverkusener Anzeiger“. Und er bleibt dabei, dass er das Gebäude nicht renovieren werde. „Das ist wirtschaftlich nicht machbar.“ Ebenso wenig wie erst abreißen und dann neubauen. Die laut ihm fehlende wirtschaftliche Perspektive hätten auch schon potenzielle Käuferinnen und Käufer abgeschreckt, die sich das Areal angeschaut hätten, sagt er. Verkaufen würde er nach wie vor. Aber es sieht derzeit nicht so aus, als geschehe in dieser Hinsicht etwas.
Hungerberg würde die Alte Post am liebsten abreißen und weitere Parkplätze darauf bauen. Er werde natürlich seinen Pflichten als Eigentümer nachkommen, sagt er. Heißt: Sollte etwas kaputt und gefährlich die Passanten sein, werde er das reparieren. Deshalb hängt auch derzeit ein blaues Netz an der Fassade, weil vom Fachwerk etwas Putz abgeplatz sei. Aber ansonsten passiere nichts, sagt der Unternehmer.
Die Verwaltung bestätigt auf Anfrage des „Leverkusener Anzeiger“ das Treffen: „Zu einem Abriss kann und wird es nicht kommen“, sagt Philip Preuß, Amtsleiter der Unteren Denkmalbehörde. Man habe sich im Treffen mit dem Eigentümer darauf verständigt, dass dieser ein Schadenskataster erstellen lassen müsse. Das heißt, ein Gutachter werde sich das denkmalgeschützte Gebäude ansehen. Auch der LVR werde dann über die gewonnen Erkenntnisse informiert. Es gehe darum, eine Stand darüber zu bekommen, in welchem Zustand sich die Alte Post genau befinde.
Grundsätzlich – und das habe auch Bürgermeister Maurice Winter im Gespräch betont – gelte, dass „Eigentum verpflichtet“, sagt Preuß. Das heißt, die Stadt werde im Zweifel Hungerberg formell dazu verpflichten, das Gebäude nicht nur zu erhalten, sondern auch wieder instandzusetzen. Notfalls auch juristisch. Denn das gebe das Denkmalschutzgesetz her.
Preuß und Ralf Gawlik, Fachbereichsleiter für Bauen und Wohnen, betonen aber auch, dass die Stadt immer gesprächsbereit sei. „Vieles wird in der Diskussion schwarz-weiß dargestellt“, sagt Preuß. Es gebe auch Grauzonen. Das heißt, man könne, was eine Instandsetzung beziehungsweise Renovierung der Alten Post angeht, auch mit Augenmaß agieren. Das Gebäude zu kaufen, steht nach wie vor nicht zur Debatte. Es gilt der aktuelle Ratsbeschluss dazu aus dem Frühjahr, sagt Gawlik.
