Aaron Hahn steht beim Handball-Drittligisten in der Verantwortung. Zeitgleich ist er Co-Trainer beim Zweitligisten Bayer Dormagen.
HandballOpladens neuer Coach Aaron Hahn hat eine anspruchsvolle Doppelrolle

Neuer Trainer in Opladen: Aaron Hahn
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Aaron Hahn hat sich vor ein paar Monaten entschieden, einen Schnitt in seinem Leben zu vollziehen. Einen Schritt von Ost nach West, von der Jugend hin zu Erwachsenen. Aaron Hahn ist der neue Trainer des Handball-Drittligisten TuS 82 Opladen – in Personalunion auch Co-Trainer des Zweitligisten TSV Bayer Dormagen. Beides herausfordernde Aufgaben. Zuvor war der 27-Jährige sieben Jahre beim Traditionsklub SC Magdeburg als Jugendcoach unterwegs. Davor, im Alter von 17 Jahren, startete er seine Trainerlaufbahn in der C-Jugend seines Heimatvereins SSV Rottluff Chemnitz – heute Union Chemnitz.
Hahn war selbst als Spieler aktiv, musste aber in der C- und B-Jugend zwei Kreuzbandrisse hinnehmen. Das Ende seiner aktiven Laufbahn. Aber er blieb dem Sport verbunden. Als Trainer. Bei einem B-Lizenz-Lehrgang begegnete er dem Jugendtrainer Julian Bauer, der ihn schließlich auch nach Magdeburg lotste.
Bachelor-Arbeit zum Thema Handball
Das Abitur hatte Hahn in der Tasche, das Freiwillige Soziale Jahr war absolviert, eigentlich wollte er auf Lehramt in Jena studieren. Dann aber Magdeburg. Dort studierte Hahn Psychologie, aktuell ist er mitten in seiner Bachelor-Arbeit. Thematisch geht es in der Arbeit um die Nachweisbarkeit von psychologischen Faktoren im Handball. „Die Studienlage dazu ist dünn“, erklärt der gebürtige Chemnitzer.
Da kommt die Frage auf, ob er aus seinem Studium etwas in den Trainerjob transportieren kann. „Die Frage bekomme ich oft gestellt. Aber das Studium ist sehr theoretisch, daher kann ich fast nichts aus dem Studium umsetzen. Das mag sich später ändern, wenn man den Master macht oder vielleicht als Therapeut tätig ist“, sagt er.
Zurück zum Handball und Hahns Zeit in Magdeburg. Als Co-Trainer betreute er zunächst die B- und A-Jugend, danach übernahm er die C-Jugend und war zuletzt verantwortlich für die A-Jugend. Mit ihr holte er die Deutsche Meisterschaft. Mehr geht nicht.
Von Magdeburg nach Dormagen
Danach meldete sich bereits erwähnter Julian Bauer wieder, mit dem er zuvor in Magdeburg über Jahre zusammengearbeitet hatte. Bauer war mittlerweile Coach des Zweitligisten TSV Bayer Dormagen und fragte seinen alten Spannmann, ob er sich nicht vorstellen könne, wieder mit als Co-Trainer zu wirken.
„Die sieben Jahre in Magdeburg waren eine super Zeit. Ich konnte extrem viel lernen, bin aber zuletzt auf die Ebene gekommen, dass ich überlegt habe, mal was Neues zu sehen. Als Julian angefragt hat, ob ich nicht mit ihm im Erwachsenenbereich arbeiten wolle, musste ich nicht lange überlegen. Dann hat sich das auch noch mit Opladen ergeben“, berichtet Hahn. Aber: Zeitgleich Co-Trainer bei einem Zweitligisten und dann auch noch Headcoach eines Drittligisten in einer anderen Stadt zu sein: Wie kann das funktionieren?
„Wir haben am Anfang den letztjährigen Spielplan der Zweiten und Dritten Liga übereinanderlegt und festgestellt, dass es nur fünf Überschneidungen gegeben hätte. Dann kamen aber die neuen Spielpläne heraus. Allein in der Hinrunde hätte es zehn Überschneidungen gegeben. Es war viel Arbeit und viel Entgegenkommen der anderen Vereine nötig, dass es am Ende nur noch vier terminliche Doppelungen gab. Bei zwei dieser Begegnungen werde ich in Dormagen sein, die anderen zwei in Opladen. Wenn ich nicht in Opladen bin, wird Co-Trainer Fabrice Voigt an der Linie stehen“, erklärt Hahn die Bemühungen um eine zeitliche Entspannung der Situation.
Einige Opladener Spieler sind älter als Aaron Hahn
Mit seinen 27 Jahren ist Hahn trotz der schon zehn Jahre Erfahrung als Trainer noch ein junger Coach. Spieler wie Birger Dittmer, Markus Sonnenberg oder Jan Jaginiak sind älter, dazu gibt es noch den einen oder anderen Akteur im gleichen Alter, der Rest der Mannschaft ist jünger. Probleme sieht der Trainer darin nicht. „Die drei Jungs, die älter sind, sind charakterlich absolut top und mit mir immer in einem guten Austausch. Sie sind wichtig für die jungen Spieler, auf und neben dem Spielfeld“, so Hahn.
Bislang ist der Coach sehr zufrieden mit der Arbeit seiner neuen Mannschaft, wenn auch die Verletzungssituation immer noch nicht besser geworden ist. „Das macht es manchmal etwas schwierig, so auch beim Testspiel gegen den Zweitligisten Ferndorf, wo wir dennoch 50 Minuten lang gut mitgehalten haben und auf Augenhöhe waren. Insgesamt haben die Jungs meine Vorgaben aber schon sehr stark umgesetzt, sie haben die Systeme verstanden. Bis zum Saisonstart werden wir jetzt noch an vielen Details arbeiten“, erklärt Hahn, der in Zons lebt und von dort aus immer nach Dormagen und Leverkusen pendelt.
„Nach Leverkusen ist es aufgrund der häufigen Staus immer etwas langwieriger“, hat der Coach auch schon Bekanntschaft mit dem hiesigen Verkehrsalltag machen müssen. Willkommen im Rheinland.