Bronzefiguren sind in Gefahr: Diebe reißen ganze Tierfiguren aus dem Boden. Und in Opladen wurde ein Stück einfach abgebrochen.
Bronze-DiebstähleEin Koffer fehlt an einem Leverkusener Kunstwerk

An der Figurengruppe Mutter mit Kind von 1997 von Kurt Arentz in Opladen in der Bahnhofstraße fehlt der Koffer, den die Mutter getragen hat.
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Den Preis für ein Kilogramm Bronze gibt ein Schrotthändler im Netz mit unter sieben Euro an, je nach Qualität. Das ist nicht viel, und die Gefahr, beim Diebstahl erwischt zu werden, ist auch nicht gerade gering. Dennoch wagen es zurzeit wieder Diebe, auch Kunstwerke in der Region zu stehlen.

Das verbliebene Bronzeschwein in Bürrig. Der Künstler Kurt Arentz stellte es als Dauerleihgabe auf.
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Zuletzt rissen Unbekannte eines der beiden Bürriger Bronzeschweine aus dem Pflaster und schafften es beiseite. Es wurde in einer Nacht um dieselbe Zeit gestohlen, als Diebe im Kölner Rheinpark einige Bronzen stehlen wollten. Eines steht jetzt alleine auf dem Pflaster in Bürrig – und ganz sicher besteht die Gefahr, dass es auch noch wegkommen könnte. Die Schweine wurden 1999 aufgestellt, 2012 erneuerte Arentz noch einmal die Bodenverankerung, weil die Schweine herausgerissen, aber nicht gestohlen worden waren. „Jetzt sind die Tiere besser verankert als vorher“, versichert Arentz damals. Die Bronzefiguren gehören nicht der Stadt, vielmehr sind sie eine Dauerleihgabe des Leverkusener Künstlers Kurt Arentz, der die Verschönerung gemeinsam mit dem Bürriger Josef Neukirchen in die Wege geleitet hatte. Beide, Neukirchen und Arentz sind inzwischen gestorben.
Die Stadt nahm die Leihgabe damals an, die Spender und Leihgeber mussten der Stadt aber einen Haftungsausschluss für Beschädigungen und Verlust unterzeichnen, weshalb der Diebstahl zulasten der Familie Arentz geht.

Ein Bild von der Figur Mutter und Kind mit Koffer
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Die Mutter hält nur noch den Koffergriff in der Hand.
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Ungezählt sind die wahrscheinlichen Bronzediebstähle auf Leverkusener Friedhöfen, wenn eine Grablaterne fehlt, kommt es vermutlich oft nicht zur Anzeige. Es gibt aber einen weiteren Bronzediebstahl im öffentlichen Raum, und es hat erneut eine Figur des Künstlers Arentz getroffen. Sein Sohn Frank teilte mit, dass an der Figurengruppe „Mutter und Kind“ in der oberen Opladener Bahnhofstraße neuerdings der bronzene Koffer fehlt, den die Mutter getragen hat. Der Koffer wurde einfach abgerissen und gestohlen. Übrig geblieben ist nur der Tragegriff, den die Mutter in der Hand hält. Der Koffer war offenbar nur mit dem Griff an der Figur befestigt; er war nicht auch noch mit dem Mantel der Mutter „verschmolzen“, das hätte es Dieben deutlich erschwert.
Allerdings stammt das Kunstwerk aus 1997, damals hat der Künstler vielleicht noch nicht die Probleme mit Metalldieben vorhersehen können, die heute ganz offensichtlich sind. Die Bronze „Mutter und Kind“ soll an die vielen Frauen erinnern, die nach dem Zweiten Weltkrieg geflüchtet waren und auch in Leverkusen eine neue Heimat gefunden haben.
Die wahrscheinlich spektakulärsten Bronzediebstähle in der Stadt hatten sich Anfang 2013 im Carl-Duisberg-Park ereignet. Damals sägten Diebe nachts an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden Bronzen der Sammlung von Duisberg ab. Nach der ersten Nacht fehlte eine Gruppe Hirsche, in der Nacht am nächsten Wochenende räumten die Diebe richtig ab: zwei nackte Jägerinnen, eine männliche Figur „Die Tatkraft“. Mit Eisensägen schnitten sie die Figuren in Höhe der Knöchel ab. Dass es nicht erneut zu einem Diebstahl kam, liegt daran, dass Bayer erstmal fast alles aus dem Garten nahm, was aus Bronze gegossen war. Und zunächst einmal einlagerte.
Leverkusen: Viele Stücke sind in den vergangenen Jahren aus dem öffentlichen Raum verschwunden
Einige Stücke ließ man später wieder aufstellen, aber mit einer guten Sicherung, die die kleinste Erschütterung registriert und einen stillen Alarm auslöst. Etwa die schöne „Auferstehende“.

Die Skulptur „Die Auferstehende“ von Fritz Klimsch ist nicht aus Gold, sondern aus Bronze. Sie steht elektronisch gesichert im Carl-Duisberg-Park.
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Kunstwerke aus der Duisberg'schen Asien-Sammlung kamen nie wieder zum Vorschein, sie wurden nicht wieder im Japanischen Garten aufgestellt. Die Bayer AG trennte sich 2025 von ihren asiatischen Bronzen, ließ sie versteigern und erzielte teilweise nicht mehr als den Schrottpreis. Nur einige Stücke sind in Leverkusen geblieben, eine Opladener Familie steigerte mit.
Ob der Arentz'sche Koffer jemals repariert werden kann, und wer das überhaupt machen könnte, ist unklar. Womöglich müssen „Mutter und Kind“ dauerhaft ohne Koffer weiterbestehen, gleichsam ihrer letzten Habe beraubt.
