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zwölfzwölf24 Stunden LeverkusenKühlakkus für Kaninchen und Rushhour in der Kantine

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Bei hohen Temperaturen brauchen auch die kleinsten Bewohner des Tierheims besondere Aufmerksamkeit von Gina Waldinger und ihren Kolleginnen.

Bei hohen Temperaturen brauchen auch die kleinsten Bewohner des Tierheims besondere Aufmerksamkeit von Gina Waldinger und ihren Kolleginnen.

Ein Vormittag von acht bis zwölf Uhr mit einem Marktverkäufer in Opladen, im Tierheim und in der Bayer-Kantine.

8.10 Uhr: Zwei Cappuccini hat Markus Frenken an diesem Donnerstagmorgen schon getrunken. Der 55-Jährige ist längst mitten im Arbeitstag, während andere Leverkusener sich gerade erst auf den Weg machen. Wenn auf dem Marktplatz in Opladen Obst und Gemüse ordentlich auf seinem Stand liegen, ist der Arbeitstag für ihn schon viele Stunden alt. Bereits gegen 3.30 Uhr fährt er auf seinem Bauernhof in Meerbusch-Osterath los. Gegen 4.20 Uhr ist er in Opladen, dann beginnt der Aufbau. Fast zweieinhalb Stunden braucht das Team, bis alles so präsentiert ist, wie es die Kunden kennen. Heute arbeiten sie zu dritt.

Zwischen Obstkisten und Gesprächen: Markus Frenken vom Frenkenhof gehört für viele Stammkunden zum Wochenmarkt in Opladen dazu.

Zwischen Obstkisten und Gesprächen: Markus Frenken vom Frenkenhof gehört für viele Stammkunden zum Wochenmarkt in Opladen dazu.

Seit drei Jahren verkauft Markus Frenken Obst und Gemüse auf dem Wochenmarkt. Vorher belieferte er einen großen Discounter. Doch die Preise für die eigenen Produkte wurden immer niedriger. Auf dem Wochenmarkt kann er direkt mit den Kunden ins Gespräch kommen und seine Ware selbst verkaufen. „Wer möchte noch probieren?“, ruft er und reicht Reneklauden herum. Dabei muss er selbst lachen. „Ich kann kein Französisch, ich weiß nicht, wie das ausgesprochen wird.“ Markus Frenken kennt viele Stammkunden, erinnert sich an Gespräche und fragt nach, wie die Kirmes war oder wie die Woche läuft.

Die ersten Besucher kommen schon früh. Manche kaufen vor der Arbeit ein, obwohl der Aufbau noch nicht ganz abgeschlossen ist. Dazu gehört auch Verena Meyburg. Die 40-Jährige wohnt im Stadtteil und hat meistens ihre fünfjährige Tochter im Schlepptau. Vor dem Kindergarten machen die beiden öfters einen kleinen Ausflug zum Wochenmarkt. Man kennt sich, bleibt für ein Gespräch stehen und weiß, woher die Ware kommt.

Kisten voller frischer Ware: Auf dem Wochenmarkt in Opladen verkauft Markus Frenken Produkte vom Frenkenhof.

Kisten voller frischer Ware: Auf dem Wochenmarkt in Opladen verkauft Markus Frenken Obst und Gemüse vom Frenkenhof.

Das Wetter stellt den Landwirt und sein Team vor besondere Herausforderungen. Bei Hitze verändert sich die Nachfrage: weniger Kohl, dafür mehr Obst, Gurken und Salate. Gleichzeitig bleibt die Unsicherheit: Wie viele Kunden kommen? Was kaufen sie? Bei hohen Temperaturen ist das schwer einzuschätzen. Am stärksten besucht ist der Markt zwischen zehn und zwölf Uhr, um 13 Uhr endet er. Feierabend ist für Markus Frenken dann aber noch nicht. Der Stand muss abgebaut, der Lkw zurück nach Meerbusch gefahren und ausgeräumt werden. Erst gegen 16.30 Uhr ist der Arbeitstag beendet.

Ob Käse aus den Niederlanden oder Wurst und Gemüse aus Leverkusen, der Wochenmarkt in Opladen ist für viele Leverkusener ein fester Bestandteil des Vormittags.

Ob Käse aus den Niederlanden oder Wurst und Gemüse aus Leverkusen, der Wochenmarkt in Opladen ist für viele Leverkusener ein fester Bestandteil des Morgens und Vormittags.

9.20 Uhr: Die ersten Gassigeher kommen mit den Hunden zurück. Kaum sind die Leinen übergeben, beginnt für die Mitarbeiterinnen schon die nächste Aufgabe: Näpfe werden gefüllt, Katzen versorgt und Gehege kontrolliert. Gina Waldinger arbeitet seit 2019 als Tierpflegerin im Tierheim Leverkusen. Ihr Arbeitstag hat bereits um acht Uhr begonnen. Am liebsten übernimmt sie die ‚Gassiausgabe‘. „Eigentlich gibt es nichts, was ich nicht gerne mache“, sagt die 29-Jährige. Ungefähr 200 Tiere müssen jeden Tag betreut werden. Dazu gehören 30 Hunde, Katzen und Kleintiere wie Meerschweinchen, Kaninchen und Schildkröten.

Frisches Grün steht auf dem Speiseplan der Kaninchen.

Frisches Grün steht auf dem Speiseplan der Kaninchen.

An diesem Vormittag ist vor allem die Hitze eine Herausforderung. Kühlakkus werden vorbereitet und in den Gehegen verteilt, Handtücher eingefroren und später leicht angetaut ausgelegt. So können sich die Tiere abkühlen. Gerade Hunde reagieren empfindlich auf die hohen Temperaturen. „Es ist wichtig, dass die Tiere genug Schatten und Wasser haben. In jedem Gehege steht zusätzlich eine mit Wasser gefüllte Wassermuschel“, sagt der Vorsitzende des Tierschutzvereins Gerd Kortschlag. Ab etwa 30 Grad fallen die Gassirunden am Nachmittag aus.

9.55 Uhr: Manche Tiere erfordern besonders viel Geduld. Ein Kater, der gefunden wurde, lässt sich kaum anfassen und war stark verfilzt. Jetzt wird er von der Tierärztin untersucht. Am Vormittag ist Yasmin de Paiva im Tierheim vor Ort und kümmert sich um die tiermedizinische Versorgung. Sie behandelt kleinere Verletzungen und entscheidet, welche Patienten weiter beobachtet werden müssen.

Am Vormittag ist Yasmin de Paiva im Tierheim vor Ort. Gemeinsam mit der Auszubildenden Nasanin Betash und Mitarbeiterin Carina Mex kümmert sie sich um die tiermedizinische Versorgung.

Am Vormittag ist Yasmin de Paiva im Tierheim vor Ort. Gemeinsam mit der Auszubildenden Nasanin Betash und Mitarbeiterin Carina Mex kümmert sie sich um ein Fundtier.

11.24 Uhr: Während viele Menschen langsam an ihre Mittagspause denken, läuft in der Bayer-Kantine die Arbeit bereits seit Stunden. Hinter den Ausgabetheken wird vorbereitet, gekocht und geplant. Bereits um fünf Uhr morgens beginnt die Produktion. Denn die Küche versorgt nicht nur die Gäste im Haus, sondern beliefert auch Kitas und Schulen. Rund 55 Mitarbeitende gehören insgesamt zum Team. „Der Hauptteil startet um fünf Uhr morgens“, erklärt Standortleiterin Manuela Jaenisch. Die 38-Jährige organisiert den Betrieb seit Anfang 2025, zuvor war sie mehrere Jahre Stellvertreterin.

Organisation hinter den Kulissen: Laura Hauschke und Manuela Jaenisch koordinieren die Abläufe in der Bayer-Kantine.

Organisation hinter den Kulissen: Assistenz Laura Hauschke und Standortleitung Manuela Jaenisch koordinieren die Abläufe in der Bayer-Kantine.

12.14 Uhr: Um zwölf füllt sich das Restaurant. Besonders dienstags, mittwochs und donnerstags ist die Rushhour am stärksten. Montags und freitags bleiben viele Beschäftigte im Homeoffice, deshalb wird die Planung an diesen Tagen angepasst. Das Essensangebot ist in verschiedenen Themenwelten aufgeteilt. Dazu gehören unter anderem der „Global Counter“, die „Lieblingsküche“ und „Green“.

Am Global Counter können die Gäste die Zubereitung direkt verfolgen. In dieser Woche gibt es Smash Burger. Klassische Gerichte und Hausmannskost stehen bei der Lieblingsküche im Mittelpunkt, während bei Green vegetarische und vegane Speisen angeboten werden. Die Preise liegen zwischen 4,87 und 8 Euro für ein Gericht, externe Gäste müssen einen Aufschlag zahlen. Pro Tag können die Gäste aus bis zu 13 verschiedenen Gerichten wählen.

„Alles ist immer mit Leidenschaft, sodass die Gäste zufrieden sind“, sagt Sebastian Külzer.

„Alles ist immer mit Leidenschaft, sodass die Gäste zufrieden sind“, sagt Sebastian Külzer.

Koch Sebastian Külzer ist für die Produktion zuständig. Der 32-Jährige stellt bis etwa 11 Uhr die Gerichte her, danach beginnt die Ausgabe. Gekocht wird nach festen Rezepturen und Menüplänen. „Alles ist immer mit Leidenschaft, sodass die Gäste zufrieden sind“, sagt er.

Veggieburger, Salat und Grapefruitsaft – so kann ein Mittagessen in der Bayerkantine aussehen.

Veggieburger, Pommes, Salat und Grapefruitsaft – so kann ein Mittagessen in der Bayerkantine aussehen.

Über das Foodsaver-Angebot können übrig gebliebene Speisen am Folgetag für 4,87 Euro gekauft werden. Das nehmen die Gäste gut an. Nach der Mittagspause geht die Arbeit weiter: Reinigung und die Vorbereitungen für den nächsten Tag stehen auf dem Programm.