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Inklusives ProgrammWie Ferien in Leverkusen Mut machen können

3 min
Kinder in der Mutreiferei Opladen

Zeigen Ohr-, Hand-, Herz- und Kopf-Mut: Hannah, Laura, Margo und Faheem.

In der ersten Ferienwoche haben sich Kinder mit und ohne Migrationshintergrund mit dem Thema Mut auseinandergesetzt.

Mut muss sich nicht immer in großen Heldentaten zeigen. Manchmal ist Mut schon, zu einem unbekannten Ferienprogramm zu gehen – und gestärkt wieder rauszukommen.

20 Kinder haben in der ersten Ferienwoche am Programm „Mut ist deine Superkraft“ des Naturgut Ophoven teilgenommen. Neben zehn Leverkusener Kindern, die sich regulär angemeldet hatten, waren auch zehn Kinder mit Migrations- oder Fluchterfahrung dabei, deren Familien das Naturgut über Kooperationspartner konkret dafür angesprochen hatte.

Solarbetriebene Lego-Bauten.

Solarbetriebene Lego-Bauten

„Viele Kinder hier kennen das Naturgut und wissen, was sie erwartet“, sagt Magdalena Burger, die die Ferienwoche konzipiert hatte. „Aber gerade bei den Kindern mit Migrationshintergrund konnte man am Anfang sehen, dass sie erst sehr zögerlich und zurückhaltend waren.“ Als sie dann gemerkt haben, dass von ihnen keine Leistung erwartet wird, seien sie aufgetaut. „Hier darf jeder so sein, wie er ist und seine Erfahrungen sammeln.“

Jeder Tag stand unter einer der vier „Mut-Arten“, die auch den Aufbau der Mutreiferei bestimmen. „Normalerweise sind Gruppen in zwei Stunden durch, wir haben uns jetzt jeweils einen ganzen Tag Zeit gelassen, die Themen von allen Seiten zu erkunden“, erklärt Burger.

Kopfmut bedeutet: „Wir denken nach, was wir machen können“, erklärt Faheem. Eine gute Idee sei zum Beispiel, Dinge mit Sonnenenergie anzutreiben, wie etwa Autos oder Windräder aus Lego, die die Gruppe in der Ferienwoche gebaut hat und am Freitag stolz ihren Eltern präsentieren.

Huzaifa und Amie waren zum ersten Mal im Ferienprogramm dabei

Huzaifa und Amie waren zum ersten Mal im Ferienprogramm dabei.

„Ohrmut ist, wenn du jemandem zuhörst“, sagt Hannah. So haben einige der Kinder ihre Mutgeschichten in Audiodateien aufgenommen, die jetzt in der Mutreiferei zu hören sind. Etwa, wie man einmal eine Biene aus einem geschlossenen Raum in die Natur gerettet hat.

„Handmut ist, mit anzupacken“, sagt Margo. Das Ergebnis können die Eltern draußen auf dem Hof an der Stauffenbergstraße sehen: ein ganzes Dorf aus selbstgebauten Häusern, komplett mit Richtkranz und Solarzellen auf dem Dach. „Das Häuserbauen hat am meisten Spaß gemacht“, sagt Joshua, als er mit seinem Freund Noah zusammen das selbstgebaute Haus zeigt. Was man beim Hausbau beachten muss? „Die Ziegel müssen immer versetzt aufeinander gebaut werden“, wissen die Jungen jetzt.

Neugieriges Forschen und gemeinsames Handeln stärkt das Selbstvertrauen und macht Kinder so handlungsfähig, ihre Zukunft und die ihrer Umwelt selbst in die Hand zu nehmen, sind sich die Verantwortlichen des Naturguts sicher. Die Ferienwoche wurde vom Kinder- und Jugendförderplan NRW gefördert, der die inklusive Teilnahme ermöglichte. Am Ende holen sie sich alle ihren „Mut-Booster“ aus der sprechenden Zaubermaschine am Ausgang der Mutreiferei ab. Viele Antworten kommen auf die Frage, was am besten gefallen hat: das Häuserbauen, die Lego-Autos, der Ausflug auf das Hauptgelände des Naturguts. Am Ende kann sich eine Gruppe von Kindern aber auf ein Wort einigen: Nachtisch!


Alles dreht sich ums Wasser

Am Sonntag, 26. Juli, dreht sich von 11 bis 17 Uhr am Hauptstandort des Naturgut Ophoven, Talstraße 62, alles um das Element Wasser. Am Ranger-Stand wird ausprobiert, geforscht und experimentiert: Mit kleinen Experimenten und Mitmachaktionen entdecken Kinder spielerisch, wie viel Kraft im Wasser steckt. Es ist keine Anmeldung erforderlich. Zusätzlich beginnt um 14.30 Uhr eine kurze kostenfreie Führung über das Gelände.

An der Mutreiferei, Stauffenbergstraße 17, findet ebenfalls am Sonntag ein Familientag statt, an dem Kinder von vier bis zwölf Jahren in einem Besuch sowohl die Baustelle für eigene Häuser als auch die Mutreiferei ausprobieren können. Hierfür ist eine Anmeldung auf der Seite des Naturguts notwendig, Erwachsene zahlen 10 Euro, Kinder 9, unter vier Jahren ist der Eintritt frei. (stes)