Seit Monaten wird an der erweiterten Filiale des Discounters Lidl zwischen Bonner Straße und Kopernikusstraße gebaut.
EinzelhandelBürgersteig am neuen Discounter in Opladen fehlt auch künftig

Ein extrem schmales Pflaster führt an der Kopernikusstraße entlang zum rückwärtigen Eingang der erweiterten Lidl-Filiale. Das soll auch so bleiben.
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Hans-Hugo Hungerberg blickt aus dem Fenster seines Büros hinüber zur Baustelle der Lidl-Filiale an der Kopernikusstraße. „Ich empfinde das als unverantwortlich, dass da kein Bürgersteig gebaut wird. Ich habe dafür überhaupt kein Verständnis“, sagt er. Was er meint, ist der bislang – und wohl auch künftig – fehlende Gehweg auf der Straßenseite, an die der neue große Parkplatz der Lidl-Filiale und das neue Gebäude des Discounters anschließen.
Immobilienunternehmer Hungerberg hat immer wieder beobachtet, wie Fußgänger vom Bürgersteig auf der anderen Seite der Kopernikusstraße zwischen abgestellten Autos hindurch auf die Straße treten, um zur Lidl-Filiale hinüberzugehen. „Wie viele Leute gehen mit kleinen Kindern zum Einkaufen?“, fragt er. „Es geht hier um die Sicherheit.“
Ein Weg, der im Nichts endet
Tatsächlich gibt es auf der Kopernikusstraße nur einen Bürgersteig. Der verläuft auf der dem Lidl-Gelände gegenüberliegenden Seite. Wer zu Fuß von der Auestraße aus Richtung Bonner Straße kommend in die Kopernikusstraße einbiegt, steht unvermittelt auf der Straße, denn der Bürgersteig der Auestraße am Lidl-Gelände entlang endet an der Einmündung im Nichts. Auch dort sind Kundinnen und Kunden des Discounters unter Umständen also schon gezwungen, die Straße zu überqueren. Fußgängerüberwege über die Auestraße oder die Kopernikusstraße in vertretbarer Nähe zum Lidl-Gelände gibt es nicht.

Im September soll die neue Lidl-Filiale eröffnet werden.
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In der Stadtverwaltung sieht man – anders als Anwohner Hungerberg – im Fehlen des Bürgersteigs kein Problem. „Es ist der Verwaltung nicht bekannt, dass dadurch eine tatsächliche Gefahrensituation bestünde; auch gibt es dort keinen Unfallschwerpunkt“, heißt es aus dem Rathaus auf Anfrage des „Leverkusener Anzeiger“. Das Thema Gehwege und Bordsteine sei gleichwohl im Rahmen der fachlichen Abstimmungen während des Lidl-Bauvorhabens erörtert worden. Ergebnis: „Eine Errichtung eines regulären Fußweges auf der besagten Seite der Kopernikusstraße und damit eine Verbreiterung des dort bereits vorhandenen schmalen Gehwegstreifens wäre nur möglich, wenn der Straßenbereich entsprechend verkleinert werden würde. Das wäre jedoch weder zielführend noch notwendig.“
Aus Sicht der Stadtverwaltung gibt es daher keinen Grund, „an der Bestandssituation etwas zu ändern“. Die Bauherrin, letztlich die Schwarz-Gruppe, zu der alle Lidl-Filialen gehören, wolle aber „Maßnahmen ergreifen“, um den Zugang zum Gelände zu verbessern. So soll der Verwaltung zufolge der stabile Stahlzaun, der bislang das Gelände von der Kopernikusstraße trennte, nach Ende der Bauarbeiten nicht wieder aufgebaut werden.
Die Baugenehmigung für den Neubau des Einzelhandelsgebäudes hatte die Verwaltung im November 2025 erteilt. Diese Genehmigung sei auch einer gerichtlichen Prüfung unterzogen und bestätigt worden, teilt die Verwaltung weiter mit. Die alte Filiale ist seit Februar dieses Jahres geschlossen. Anfang September will der Discounter sein neues Domizil in Opladen eröffnen.
Christian Herzog aus der Pressestelle des Discounter-Konzerns verweist auf Anfrage zu dem Bürgersteig auf die Stadtverwaltung als Zuständige für öffentliche Gehwege. Alle behördlichen Vorgaben seien für das Bauvorhaben im Übrigen berücksichtigt worden. Auch Herzog weist schließlich daraufhin, dass Lidl auf eine Einfriedung seines Geländes künftig verzichte, um allen Kunden - auch zu Fuß - einen möglichst einfachen und sicheren Zugang zu ermöglichen.
