Der im Insolvenzverfahren steckende Investor Cube Real Estate hat neue Pläne für das zentrale Grundstück in der Neuen Bahnstadt West.
BahnhofsquartierIn Opladens Zentrum sollen jetzt wesentlich mehr Wohnungen entstehen

Das ist die seit Jahren brachliegende Fläche für das Bahnhofsquartier in Opladen, gesehen von der Rampe zum Fahrradparkhaus aus.
Copyright: Ralf Krieger
Höhere und größere, dafür aber weniger Gebäudekörper, deutlich mehr Wohnfläche als bisher geplant, Wohnen auch direkt an der Bahntrasse und ein achtgeschossiges Bürohochhaus direkt an der Brücke über die Bahngleise: So lassen sich die Änderungen, die der Investor Cube Real Estate AG im Opladener Bahnhofsquartier gegenüber seinen bisherigen Plänen vorhat, in Stichworten zusammenfassen. Die Fachverwaltung stellte den Mitgliedern des Bauausschusses die Anpassungen in der Ausschusssitzung am Montag vor, denn für die Änderungen muss auch der Bebauungsplan geändert werden.
Auf den Visualisierungen, die man im Ratsinformationssystem der Stadt einsehen kann, werden die Veränderungen deutlich. Laut dem bisherigen Entwurf des Architekturbüros Kadawittfeld sollten auf dem Baugelände zwischen der Freiherr-vom-Stein-Straße im Westen, den Bahngleisen im Osten, dem Bruno-Wiefel-Platz im Süden und dem Kreisverkehr Rat-Deycks-Straße/Europaallee/Lützenkirchener Straße im Norden neun Gebäudekörper platziert werden. Deren Zahl ist jetzt auf fünf reduziert. Entlang der Freiherr-vom-Stein-Straße ziehen sich zwei lang gestreckte Gebäude mit ein bis zwei Geschossen mehr als bisher. Sie werden unterbrochen nur noch von der nach Osten verlängerten Achse der Gerichtsstraße.
Gebäude an der Bahntrasse sollen in die Höhe wachsen
Das Gleiche entlang der Bahntrasse: Auch dort sollen jetzt zwei Gebäudekörper in die Höhe wachsen – ein Gebäudekamm mit drei „Zähnen“ in Richtung Westen, ein Geschoss höher als bisher vorgesehen, und ein großer, bis zu acht Stockwerke hoher, in sich verschachtelter Gebäudekomplex in der Südostecke des Baugeländes. Am nördlichen Ende, zum Kreisverkehr hin, ist wie bisher ein Gebäude geplant, aber auch das ein Stockwerk höher als zuvor.
Was bewegt Leverkusen?
Jetzt bei der Umfrage mitmachen und eines von fünf Kölner Stadt-Anzeiger-Fanpaketen gewinnen.
Auch die Nutzung des Gebäudeensembles im Bahnhofsquartier verschiebt sich deutlich. Sollte es bisher vor allem Bürostandort werden, gilt für das Bahnhofsquartier nach den geänderten Cube-Vorstellungen jetzt: Das wird ein Wohngebiet. Deshalb die zusätzlichen Geschosse, weil damit das Projekt etwa 6000 Quadratmeter zu vermietende Fläche mehr bietet. Ziel ist der Bau von 250 Wohnungen. Sollten in der bisherigen Planung lediglich drei der neun Gebäude fürs Wohnen genutzt werden, sind nunmehr alle Häuser Wohngebäude, bis auf den Gebäudekomplex in der Südostecke, durch den hindurch wie bisher der Weg von und zur Überführung über die Bahngleise führen wird.
Der Investor steckt in einem Insolvenzverfahren. Das ist ein neues loses Ende. Was passiert, wenn er die Insolvenz nicht erfolgreich abschließt?
Unverändert sollen die Erdgeschosse der Gebäude Flächen für den Einzelhandel und die Gastronomie werden. Der Grund für die geänderten Pläne des Projektentwicklers liegt auf der Hand. Es gelang Cube nicht, genügend Interessenten für Büroraum an dieser Stelle zu finden. Vor allem, nachdem die Stadtverwaltung im Herbst 2024 als Ankermieter für das Torhaus mit dem Zugang zum Bahnhof ausfiel, war die bisherige Nutzungsidee praktisch tot. Deshalb hat sich die AG von der bisherigen Idee, Büroflächen zu bauen, weitgehend verabschiedet und setzt jetzt auf Wohnungsbau. Laut der Verwaltungsvorlage stellt Wohnraum „eine tragfähige und wirtschaftlich darstellbare Nutzungsperspektive für das Bahnhofsquartier dar“. Für die Einzelhandels- und Gastronomiefläche gibt es laut Verwaltung konkrete Anfragen von potenziellen Pächtern.
Die Verwaltung schlug dem Bauausschuss mit ihrer Vorlage vor, die Änderungen im Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren durchzuführen. Die Ausschussmitglieder nahmen die Pläne interessiert zur Kenntnis, Martin Blank von Opladen Plus sprach aber dann die Frage aus, die wohl viele in der Sitzung bewegte: „Der Investor steckt in einem Insolvenzverfahren. Das ist ein neues loses Ende. Was passiert, wenn er die Insolvenz nicht erfolgreich abschließt?“
Die Cube Real Estate AG durchläuft seit Mitte Mai in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Die für das Opladener Bahnhofsquartier zuständige Cube-Untergesellschaft Cube Asset 25 ist ebenfalls insolvent. Eine Nachfrage bei dem Insolvenzverwalter, einer Kölner Anwaltskanzlei, zum Stand des Verfahrens blieb am Dienstag ohne Ergebnis. Unter der Hand war aber zu erfahren, dass die Cube Real Estate AG bisher mit ihrem Insolvenzverfahren auf Kurs sein soll.
Der Bauausschuss vertagte vor diesem Hintergrund die Entscheidung über den geänderten Bebauungsplan.
