Drei Stadtchefs beschweren sich über die Bahn. Und Rüdiger Scholz lädt den neuen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger nach Leverkusen ein.
Autobahn und BahnZwei Briefe gehen aus Leverkusen an neuen Verkehrsminister nach Berlin

An der rechten dieser zwei Wupperbrücken an der Strecke zwischen Opladen und Leichlingen wurde ein Schaden entdeckt, weshalb das rechte Gleis zurzeit nicht genutzt werden kann.
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Für Leverkusen waren die jeweils amtierenden Bundesverkehrsminister in den vergangenen Jahren wichtige Personen. Seit 2012, als das Desaster mit der Leverkusener Brücke begann, gab es sechs Verkehrsminister. Der jetzt siebte, Steffen Bilger, bekommt zum Antritt im Amt zwei Briefe aus Leverkusen. Einen hat der Landtagsabgeordnete Rüdiger Scholz geschickt, eine Einladung nach Leverkusen. Der Wunsch ist, dass sich der Minister selbst ein Bild von der Stadt mit der Stelze und eine Vorstellung von den kommenden Problemen durch den Autobahnausbau machen soll. Bilger ist nicht der erste, der eingeladen wird: alle waren eingeladen und gekommen ist bisher keiner seiner Vorgänger, abgesehen von dem Bayern Peter Ramsauer, der die Leverkusener Brücke 2013 bei einem Besuch eine „Sehenswürdigkeit der besonderen Art“ nannte, kam niemand seiner Nachfolger.

Die schadhafte Wupperbrücke zwischen Opladen und Leichlingen hat jetzt ein Gerüst, die Konstruktion wird geprüft und repariert.
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Sind baugleiche Brücken geprüft worden?
Sollte Bilger die Einladung annehmen, wäre das also etwas Besonderes. Vom neuen Verkehrsminister weiß man bisher wenig, der CDU-Mann war unter anderem Staatssekretär unter Andreas Scheuer im Verkehrsministerium, aber er ist bisher nicht im Zusammenhang mit den Leverkusener Problemen in Erscheinung getreten. Er soll ein Tempolimit abgelehnt haben und sich gegen das Verbrennerverbot ausgesprochen haben.
Den zweiten Brief haben die drei Stadtoberhäupter von Leverkusen, Leichlingen und Solingen, Stefan Hebbel, Maurice Winter und Daniel Flemm, dem neuen Minister geschrieben. Aber, obwohl alle drei Städte vom drohenden Autobahnausbau der A3 betroffen sein werden, geht es in ihrem gemeinsamen Schreiben lediglich um die schadhafte Eisenbahnbrücke in Opladen. Die Bahn hatte erhebliche Schäden an der Brücke angeblich erst am Tag der Freigabe der Bahnstrecke nach der fünfmonatigen Generalsanierung festgestellt.
Jetzt bekommt die Wupperbrücke eine Schnellreparatur, weshalb der Zugverkehr zwischen den drei Städten eingeschränkt ist. Die drei Stadtchefs schreiben: „Dies wirft ein sehr schlechtes Licht auf den Bund als Eigentümer der Deutschen Bahn AG und sorgt berechtigterweise für ein erhebliches Unverständnis in der Bevölkerung, insbesondere bei den Pendlerinnen und Pendlern. Dass die Brückenschäden weder während der Generalsanierung erkannt wurden noch bei einer Überprüfung der Brücke Ende des vergangenen Jahres festgestellt werden konnten, lässt uns irritiert zurück.“

Diese zwei Brücken der Güterzugstrecke sind mehr oder weniger baugleich zu der defekten Wupperbrücke. Sie überspannen die Wupper gut 500 Meter neben der schadhaften Brücke. Die Bürgermeister fragen: Sind diese Brücken geprüft worden?
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Zudem stelle sich die Frage, warum die Schäden vor oder während der monatelangen Sanierung nicht aufgefallen seien, sondern erst am Tag der Wiedereröffnung. Unerklärlich sei, wodurch der Schaden an der Brücke überhaupt entstanden sei, da das Bauwerk über fünf Monate Bauzeit an der Strecke lediglich durch die an der Sanierung beteiligten Schienenfahrzeuge belastet worden sei.
Oberbürgermeister Hebbel und die Bürgermeister Winter und Flemm fordern den Minister auf: Er soll „mit Nachdruck dafür Sorge tragen, dass die erkannten Brückenschäden schnellstmöglich einwandfrei behoben werden.“ Außerdem macht man sich Sorgen um zwei baugleiche Wupperbrücken der nebenan liegenden Güterzugstrecke und bitten um Auskunft, ob die überprüft worden seien.
