Nach der Hayali-Doku zur Deutschen Bahn ist ein Streit entbrannt: Der Konzern kritisiert das ZDF, der Sender weist die Vorwürfe zurück.
„Sorgfältig recherchiert“ZDF weist Vorwürfe der Deutschen Bahn gegen Hayali zurück

Dunja Hayali im Gespräch mit einer Bahn-Mitarbeiterin.
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Nach der Ausstrahlung der Dokumentation „Am Puls mit Dunja Hayali – Unsere Bahn: geliebt, verflucht – gefährlich?“ ist ein offener Schlagabtausch zwischen der Deutschen Bahn und dem ZDF entbrannt. Der Staatskonzern warf dem öffentlich-rechtlichen Sender eine einseitige und unseriöse Darstellung vor. Das ZDF wies die Kritik zurück, nahm jedoch im Nachgang einzelne Präzisierungen an der Online-Fassung des Films vor.
Scharfe Kritik des Bahnkonzerns
In einer Stellungnahme kritisierte die Deutsche Bahn die von Moderatorin Dunja Hayali präsentierte Reportage deutlich. Die Dokumentation stütze sich aus Sicht des Konzerns in weiten Teilen auf Behauptungen und Meinungen und zeichne dadurch ein verzerrtes Bild der betrieblichen Realität. Fortschritte bei der Sanierung des Schienennetzes und der Digitalisierung seien nicht ausreichend berücksichtigt worden. Auch die Leistungen der Beschäftigten würden zu wenig gewürdigt.

Für eine „Am Puls“-Folge ging Dunja Hayali den Problemen bei der Bahn auf den Grund.
Copyright: ZDF/Jonny Müller-Goldenstedt
Besonders an einem Vergleich zur Pünktlichkeit der Eisenbahn in Belgien entzündete sich die Debatte. Die Bahn bemängelte, dass dabei der deutsche Fernverkehr mit dem belgischen Personenverkehr verglichen worden sei. Zudem widersprach der Konzern der Darstellung, in Deutschland gebe es keine digitalen Stellwerke, und verwies auf bereits bestehende Anlagen im Betrieb.
ZDF verteidigt Recherche und passt Details an
Das ZDF wies die Vorwürfe zurück und verteidigte die journalistische Arbeit des Teams. „Die Dokumentation ist journalistisch sorgfältig recherchiert und bildet verschiedene Perspektiven umfassend ab“, erklärte der Sender. Die Dokumentation beschäftige sich mit strukturellen Problemen des deutschen Schienennetzes und lasse verschiedene Perspektiven zu Wort kommen – darunter auch DB-Vorstandschefin Evelyn Palla.
Gleichzeitig nahm der Sender zwei nachträgliche Anpassungen an der Streaming-Version vor. Die Angabe zur Zahl digitaler Stellwerke wurde von „null“ auf „drei“ geändert. Nach Angaben des ZDF hatte die Bahn diese Information erst nach der Fertigstellung der ursprünglichen Fassung mitgeteilt.
Außerdem wurde eine Grafik zur Pünktlichkeit in Belgien präzisiert: Aus „Fernverkehr“ wurde „Personenverkehr“. Beide Änderungen veröffentlichte das ZDF auf seiner Transparenzseite. Das ZDF betonte zugleich, die aktuell im Streaming-Portal abrufbare Fassung enthalte keine inhaltlichen Fehler. (jag)

